MDR Interview *** UNCUT***

Vielen Dank fürs Zuhören und für die vielen wunderbar empathischen Rückmeldungen schon während der drei Stunden langen Sendung. Hier der Link zum Nachhören, jetzt auch ungeschnitten und ohne Musik:

http://www.mdr.de/sachsenradio/sonntagsbrunch…

Die besprochenen Bücher finden sich hier und können in jedem Buchladen Eures Vertrauens erworben werden. Ich würde mich doppelt freuen, wenn Ihr den lokalen Buchhändler vor Ort unterstützt. Vielen Dank für Eure Zeit und Euer Mitgefühl.

„Glück ist nur echt, wenn es geteilt wird“– Alexander Supertramp

Ich bin nicht du

Seufze nicht, weil ich so anders bin –
Du sehntest dich doch nach Veränderung,
hattest genug von dir allein!
Klage nicht, dass ich kompliziert sei,
nur weil du mich nicht immer verstehen kannst.
Dann gib mir die Zeit und lerne mich verstehen.
Und lerne mich wirklich kennen,
ohne mir mein Sein vorzuwerfen,
wo es nicht ganz deinem Bilde entspricht.
Ich bin nicht deine Erwartungen,
ich bin nicht deine Enttäuschungen,
noch entspreche ich deinen bisherigen Erfahrungen. –
Auch das ist nur ein Teil von dir,
das bist du, das bin nicht ich!
Wenn du wahrlich wissen willst, wer ich bin,
dann höre auf, dich in mir zu spiegeln –
höre auf, deine Sehnsucht nach dir selbst
und deine ganze Verbitterung
mit meinem Namen zu benennen.
Erzähle mir nicht nur am Tage alles Bunte vom Himmel.
Schaue auch nachts mit mir in die Sterne
und lass uns gemEINSAM darüber staunen,
dass wir uns unter einer dieser unzähligen Sonnen
überhaupt begegnet sind.
Wenn du erkennst, wer du selbst wirklich bist,
dann können auch WIR ein weiteres Wunder sein.

Inspiriert zu diesen Zeilen hat mich das Buch „Glückstage in der Hölle“ von Mark Oliver Everett

Rezension „Liebe“ / Feuilleton-Scout

Carsten Schmidt schrieb heute im Feuilleton-Scout über mein neues Buch:

Auszug: „Da ist sie wieder, die mutige Ruderin und mystische Seelensucherin. So denkt man und schlägt das dritte Buch „Liebe“ der wieder zum Scorpio-Verlag zurückgekehrten Frau auf, die uns mit ihrem wilden Lockenkopf durch Lanz und Co. erzählte, wie es so ist, wenn man getrockneten Tee raucht, weil einem auf dem Ozean die Zigaretten ausgehen. […]
Man fragt sich, wohin es nach den Bestsellern „Tosende Stille“ und „Freut euch nicht zu spät“ diesmal geht/treibt/schwebt. […]
Man verzeiht die essayistisch eher gewagten Spaziergänge zwischen Schäfchenwolken und Regenwolken oder Hase und Igel – weil sie in diesem dritten Werk eine vollkommen andere Qualität der Authentizität und Ehrlichkeit hervor…ja…quellen lässt – was zum Beispiel wirklich konkret in einem tief depressiven, sich selbst herunterdrückenden Kopf vor sich geht – und man spürt, live, ergriffen und nickend, dass dieses außergewöhnliche Buch nicht anders hätte entstehen können. […]
Einige Rezensenten und Leser mögen die Geschlechtsangleichung oder die Drogenexzesse als spektakulär ansehen. Doch scheint das eher als eine Art Vehikel für eine ehrlichere Schreibweise, die Janice Jakait in ihren ersten Büchern vielleicht ansetzen wollte, für die sie jedoch keine Stimme hatte. Nun hat sie eine.

Bei der Lektüre kann man an den Bildhauer Auguste Rodin denken und den sinnhaften Dialog:

„Wie haben Sie nur die Statue so schön geschaffen?“ –
„Sie war die ganze Zeit im Marmor. Ich habe nur den Stein drum herum entfernt.“

Aus dem „Careless Whisper“ ist ein Brüllen der befreiten Löwin Janice Jakait geworden. […]
Im ersten Buch ist Janice Jakait losgerudert. Im zweiten zwischengelandet. Nun hat sie sich freigeschrieben – und kann jetzt alles angehen.“

(Die komplett Rezension hier)

Wie funktioniert die Liebe?

Ein Auszug aus meinem neuen Buch, heute im BEZIEHUNGSWEISE MAGAZIN erschienen.

Hier der Buchauszug auch für meine Blogleser:

„Sich nur dem Angenehmen und dem Gefahrlosen hinzugeben und Enttäuschungen um jeden Preis vermeiden zu wollen ist, wie mit nur einem Bein zu tanzen – das können wir machen, aber so kommt niemand wirklich von der Stelle. Wer auf einem Bein herumhüpft, muss ständig in Bewegung bleiben, um nicht umzufallen. Aber irgendwann setzt die Erschöpfung ein. Dann landet man doch da, wo man eigentlich nie hinwollte, nämlich ganz unten – und kommt womöglich nicht mal mehr aus eigener Kraft wieder hoch. Auf dem Ball der Einbeinigen ist alles gut, solange jeder mithüpfen und Erfolge vorweisen kann. Aber wehe, einer fällt um.
„Wie funktioniert die Liebe?“ weiterlesen

Die Dornen der Liebe

Die Rose, die Blume der Liebe. 🌹
Doch warum hat sie eigentlich Dornen?
Nur um Fraßfeinde abzuwehren?

Nein, die Dornen der Wildrosen dienen auch dazu – gleich einem Steigeisen -, um in die Höhe zu klettern. Wir aber haben die Rosen, die wir heute kaufen, oft gleich unseren Beziehungen, zum Stillstand kultiviert und verdammt ;-)
Und ich finde das ist ein wunderbares Bild, das mit den Steigeisen – 
denn das, was uns in der Liebe verletzt,
- der Scherz selbst -, lässt auch uns emporsteigen, wenn wir emporsteigen wollen, und nicht länger nur liegen- oder stehenbleiben.

Und ich bin fast beschämt darüber, dass mir dieser schöne Gedanke erst jetzt kommt, wo ich da nachts im Garten sitze, eine Zigarette rauche und meine Fingerspitze auf die Dorne einer Heckenrose lege, die hier die Hauswand hochklettert.

Und damit, Gute Nacht!

#Smokingthoughts

Was ist?

Wahr ist, was man für wahr hält.
Wirklich ist, was bleibt,
wenn jede Wahrheit fällt.
Alle Wahrheiten ringen in Gedanken miteinander.
Doch alle Gedanken ringen in der
einen ewigen Wirklichkeit,
bis sie darin wieder vergehen.
Jeder Gedanke selbst ist in sich wahrhaftig.
Ganz gleich, was er über die Wirklichkeit
wirklich zu wissen meint.
Wirklich ist, dass ICH denke.
Aber nie das, was ich denke…
auch nicht über mich selbst.
Ich bin mehr als ein Selbstbild,
als ein Paradigma, als eine Erklärung,
als eine Wahrheit,
an die ich nun glauben will.
Ich bin einfach, und bin umso mehr,
je weniger ich über mich weiß.
Bin ich dann Gott,
oder bin ich das Nichts,
oder bin ich einfach nur verrückt? –
denke ich erschrocken weiter.
Bis ich wieder still werde
und dann einfach nur bin,
was ich eben gerade bin,
und mich aus tiefstem Herzen
wie ein Kind daran erfreue. ♥️

… aber welcher kluge Mensch
versteht mich dann schon.

#janices5cents

Auf dem Schlachtfeld der Meinungen

Andere Menschen HABEN oft eine andere Meinungen als wir. Das wäre soweit okay auch, darüber ließe sich streiten. Die Welt krankt aber daran, dass wir ihnen dann schnell Liebe, Respekt und Zuneigung entziehen, weil wir meinen, dass diese Menschen nichts als ihre (andere) Meinung SIND. Wir reduzieren Menschen oft auf den Inhalt ihrer Gedanken. Wir können nicht trennen zwischen dem menschlichen Wesen, dem Denker und auf der anderen Seite seinen Gedanken und Meinungen, und den Handlungen die daraus folgen. Und so wird der andere uns dann auch auf unsere Gedanken und Handlungen reduzieren.
Jeder Mensch ist im Kern gut und liebenswert. Und wenn wir das im anderen nicht erkennen, erkennen wir es in uns selbst nicht!
Über Überzeugungen sollte und muss gestritten werden und auch darf man sie ignorieren – aber nie sollte man den Menschen selbst ignorieren oder gar bekämpfen. Am Ende haben wir alle womöglich unrecht, mit allen unseren mehr oder weniger überzeugenden Meinungen. Recht hat wohl am Ehesten der, der mitfühlt und liebt – und der auf dem Schlachtfeld der unterschiedlichen Überzeugungen keine Menschen verletzt.

Am Nächsten kannst du üben, wie du dir selbst gern begegenen würdest.

#Badewannengedanken

„Jenseits von richtig und falsch liegt ein Ort. Begegnen wir uns dort. “ – Rumi

Wie frei bist du?

༄ Frei ist der Mensch erst,
wo er frei von Furcht ist.
Und es war kein Sklave jemals frei,
der seine Ketten nur nicht sehen wollte.
Die Freiheit ist mehr als ein Kopf voller Träume.
Die Freiheit ist mehr als unendliche Möglichkeiten,
die man doch nicht ergreift, aus Furcht.
Die Freiheit ist mehr als ein kleines Licht
im Kerker der Garantien und Sicherheiten, –
mehr als eine wilde Blume auf den Äckern,
die Tag um Tag bestellt werden müssen.
Die Freiheit ist mehr als melodisches Kettenrasseln,
zu dem man große Lieder über die Freiheit singt.
Ich nehme dir deine Arbeit.
Wie frei bist du dann?
Dann nehme ich dir dein Geld.
Wie frei bist du dann?
Ich nehme dir die Menschen, die du liebst.
Wie frei bist du dann?
Ich stehle dir deine Gesundheit.
Wie frei bist du dann?
Und am Ende nehme ich dir dein Leben …
und mache dich wirklich frei,
und erlöse dich von deiner Angst,
dieses Leben vielleicht zu verlieren,
wo du es wagst, es wirklich frei zu leben.

– DIE SCHÖPFUNG

#Badewannengedanken #jancies5cents

LIEBE / Neuerscheinung / September 2017 / SCORPIO Verlag / * Bücher.de / Amazon *

Janice Jakait - Liebe oder der Mut, mich hinzugeben, statt mich herzugeben - 09/17
 
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Wer sieht dich?

༄ Und dann sagen sie dir vielleicht,
dass mit dir etwas nicht stimmt –
dass du sonderbar geworden,
ja, womöglich: dass du krank bist! –
Und dann machen sie sich Sorgen,
um dich, in sich, weil du das Boot verlässt –
weil es dir nicht mehr gelingt,
ihren Sinn im absolut Sinnlosen zu erkennen –
Weil du nicht weiter auf ihre Art abstumpfst
und dich nicht mehr auf ihre Weise abfindest. –
Weil deine Müdigkeit eine andere ist,
weil deine Seele selbst totmüde –
aber noch lebendig ist, und noch hofft –
doch aller Schlaf der Welt nichts mehr bringt. –
Weil es dich zu viel Kraft kostet,
deine Sinne weiter zu verschließen,
im betäubenden Äther
der blendenden Belanglosigkeiten,
in dem sie irgendwie herumrudern.
Dann können sie dich plötzlich
nicht mehr verstehen, sagen sie,
weil ihre Orientierungslosigkeit
nicht deine Orientierung mehr ist.
Doch du verstehst zum ersten Mal,
dass sie sich selbst kaum verstehen –
Und da verstehst du auch,
dass dich die Wenigsten wirklich
jemals gesehen und verstanden haben.
Nur dann, wenn ihre eigenen Gedanken
aus deinem Mund sprachen,
und dein Handeln ihr Handeln bestätigte,
und deine Gefühle ihre Gefühle wurden.
Du erkennst, dass kaum einer
wirklich für dich da war,
als du noch nicht wusstest,
dass du dich selbst verloren hast.
Und nun suchst du dich.
Aber unter ihren Augen,
und in ihren Ängsten,
da wirst du dich kaum finden.

#badewannengedanken #janices5cents