Interview mit Autorin

Über die Autorin (Stand: Juni 2016)

 
Janice Jakait, 39 Jahre alt, aufgewachsen in Lengefeld (Erzgebirge), gab ihre Arbeit als IT-Beraterin für den Extremsport auf. Als erste Deutsche überquerte sie 2011/12 allein und ohne Begleitboot in einem Ruderboot den Atlantik. Über sie und ihre Bücher Tosende Stille und Freut euch nicht zu spät berichteten in etwa 300 Interviews und Beiträgen u.a. ARD, ZDF, Arte, ORF, Deutschlandradio, DIE WELT sowie DIE ZEIT (Artikel hier). Wenn sie nicht gerade neue „Extrem“-Erfahrungen für ihr nächstes Buch (diesmal über das Abenteuer der Liebe) sammelt, steht sie regelmäßig mit Vorträgen, Keynotes oder Lesungen auf der Bühne oder philosophiert für ihre Podcast-Hörer beim Spaziergang auf ihrem Hausberg, dem Heiligenberg in Heidelberg.  
 

Interview zu den Büchern

 
Sie haben ganz allein in einem Ruderboot den Atlantik überquert. Und doch schreiben Sie, dass das alltägliche Leben das größere Abenteuer bedeutet. Wie ist das zu verstehen?

Allein auf dem Ozean kann man frei und glücklich sein … doch Glück ist nur echt, wenn es geteilt wird. Wir sind soziale Wesen. Im Miteinander und damit eben auch im Alltag gilt es, dem eigenen und dem Leben anderer einen Sinn zu geben. Dazu gehört es, Verantwortung zu übernehmen und sich nicht in Träume oder ans Ende der Welt zu flüchten. Das größte Abenteuer war es, hier anzukommen, und davon handeln meine Bücher – ich vertrete eine Philosophie der Fantasie … die Kritik an der reinen Vernunft.

Sie schreiben, dass wir zwar überall hinkommen, aber nirgendwo ankommen. Was ist die Ursache für diese Unstetigkeit? Woher kommt unser ständiger Drang nach Selbstoptimierung?

Wir glauben irrtümlicherweise, dass wir erst jemand werden müssten, obgleich wir doch längst jemand sind, der wir aber nicht sein wollen – weil wir den anderen, die auch nicht sie selbst sein wollen, so nicht genügen. So leben wir das Leben der anderen, die auch kein eigenes Leben haben.

Gibt es einen Weg aus dieser Negativspirale? Können wir Freude lernen?

Freiheit und Zufriedenheit lassen sich nicht erzwingen. Unter Zwang entwickeln auch sie sich nur wieder zum Ziel in der Zukunft, zum Gefängnis neuer Gedanken und Erwartungen, in dem wir uns aussperren. Wir können lernen, dass die Ursachen für Unzufriedenheit und Unfreiheit genau darin begründet sind. Wir können den Blickwinkel ändern und Ziele nach und nach loslassen, um in der Gegenwart anzukommen. Zufriedenheit ist eine Frage der Einstellung, nicht der Umstände. Die Umstände ändern sich mit unserer Einstellung.

Haben Sie das Gefühl, dass wir uns als Gesellschaft ändern können? Oder nur jeder Einzelne für sich? Und wie könnte das gehen?

Unbedingt! Nie haben mehr Menschen die Ideale der Gesellschaft intensiver hinterfragt als wir heute. Und nach und nach versteht auch der Letzte, dass aus einem Hamsterrad kein Karussell werden kann, nur weil wir immer schneller rennen. Das eigene Leben zu leben beginnt nun mal bei jedem Einzelnen. Seid verrückt, seid unvernünftig – habt den Mut, euer eigenes Leben zu leben! Das zweite Leben beginnt, wenn man begreift, dass man nur eines hat.
 
Andere Interviews finden sie hier im Pressespiegel.