Spring hinein!

Auf deiner Lebensreise wirst du an einen großen Fluss gelangen. Und keine Brücke führt hinüber. Da kannst du flussaufwärts und flussabwärts wandern, aber sei dir gewiss, es wird sich keine Überquerung finden. Dafür aber viele Wege, die dich in deine Vergangenheit zurückführen wollen. Ich sage dir, nimm keinen davon! Vertraue dir mit ganzem Herzen, vertraue dem Strom und spring hinein! Und erst wirst du nicht wissen, wie dir geschieht, – und du wirst diesen Sprung bereuen und gewiss meinen, nun zu ertrinken. Je mehr du kämpfst, um so tiefer zieht dich das Wasser zum Grund. Also hörst du auf zu kämpfen, lässt los!, und da trägt es dich empor! Und plötzlich stehst du am anderen Ufer. Bist nicht einmal mehr nass. Dort finden sich keine Wege, aber vertraute Stimmen kannst du vernehmen, und Vögel, die du sehr lange nicht mehr singen hörtest. Die Luft ist so klar, dein Herz ist so weit. Du schließt deine Augen, du lächelst, du weißt … und da nimmt jemand deine Hand und flüstert: „Schön dass du wieder da bist!“

– Janice Jakait / „Fragmente“

Gute Reise!

Oh, ihr alten Seelen!
Allein kamt ihr in diese Welt,
und nun geht ihr allein.

Ihr scheint neben die Welt geboren,
als würde sie sich an euch vorbeidrehen.
Und es scheint schon ein Wunder,
dass ihre Schwerkraft euch betrifft,
ihr ungewöhnlichen Seelen unter den vielen.
Doch eure Schwere ist eine andere.
Eine, die euch hineinzieht ins Ganze,
und nicht hinab auf den Boden dieser Erde.
Ihr wandelt allein, und doch nicht einsam.
Eure Sehnsucht ist längst eine Gewissheit.
Und doch fesseln euch die alten Märchen
immer noch, wenn ihr im Kreise aller weilt.
Diese alten Märchen über die Liebe,

über Romantik, Glück und Seligkeit, –
die alten Märchen über Gott und die Welt.

Doch jeden Morgen wieder,
erwacht ihr aus diesen Märchen,
während die anderen weiterträumen.
Nichts kann euch näher sein,
als eine andere alte Seele,
die sich ebenfalls selbst nahe ist.
Sich selbst so nahe schon,
dass ihr euch ineinander begegnen könnt.
Kaum einer versteht euch in eurer Tiefe,
wurzelt ihr doch längst nicht mehr
in dieser kleingeistigen Welt.

Gute Reise!, ihr weisen und leisen Seelen;
lasst euer Reisegepäck nur zurück.
Was ihr für diese Reise noch benötigt,
das wartet schon auf euch.
Der Zug, in dem ihr unterwegs seid,
wird nun an jeder Haltestelle leerer.
Die meisten Seelen an eurer Seite
verlassen bald das Abteil.
Genießt nur die Ruhe,
es ist nicht mehr weit!

Idealisierung und Entwertung

Der Kaffee kocht gleich, es ist also wieder Zeit für einen Text aus der Rubrik #Kaffeegedanken … meine tägliche Zäsur, ein Inhalten und Reflektieren brandaktueller Gedanken. Gerade noch saß ich auf dem Balkon, erinnerte mich an ein Gespräch von gestern, in dem es um idealisierende und entwertende Persönlichkeitsanteile in uns ging. Zwei Überzeugungen, zwei Stimmen, die ständig miteinander ringen. Die Geschwister aller Probleme, wie ich sie gern bezeichne. Die eine macht uns runter, kommt mit Schuldgefühlen und Angst daher; die andere zieht uns hoch und richtet uns wieder auf. Was für ein Theater eigentlich!
Und ich sehe mich da inzwischen als Mutter zweier Kinder auch. Halte den Laden halt zusammen. Koche, höre beiden Stimmen zu und schlichte wo es geht. Was Mütter eben so machen. Und abends kleb ich mir nen Schnurrbart ins Gesicht, fahre in eine Stripbar, lass mich volllaufen und hab für ewig genug von dieser Familie. Dann läuft Billy Joels Piano Man! Und am nächsten Morgen liegt ein neuer Tag in meinem Bett, sagte „Hallo Süße!“ und ich weiß nicht mal seinen Namen.
Umgehend mag man da auch an Sigmund Freud oder C.G. Jung denken wenn es um Persönlichkeitsanteile, um Entwertung und Idealisierung geht, – Themen, mit denen sich die Tiefenpsychologie bzw. die Psychoanalyse seit gefühlten Jahrtausenden schon herumschlägt …

Nun hörte ich gestern aber auch einem Pastor zu, wie er aus einer anderen Perspektive darüber sprach. Jedenfalls erkannte ich da überraschend große Schnittmengen.


Jeden einzelnen Tag, so hob er ab, würde er darum ringen, sich ganz in Gott hineinfallen zu lassen. „Die to Self, Surrender to Christ“, so war seine Ansprache untertitelt. Ich war überrascht einen Christen derart klar über den Akt der Selbsthingabe sprechen zu hören, über das „Self-Surrendering“, wie Ramana Maharshi es stattdessen nannte; oder „Komplettes Loslassen“ meine Nachbarin Hildegard.

Also blieb ich dran und hörte mir die ganze Rede an. Ich höre gern auch Christen zu, die derart ringen und suchen noch, und so offen sind auch. Er sprach ebenfalls über zwei Stimmen in uns, und er ordnete sie wenig überraschend der Stimme Gottes und dem Teufel zu. Und er sprach darüber, wie diese beiden Stimmen voneinander zu unterscheiden wären, und woher man wüsste, dass es wirklich Gottes Stimme sei, der man da folgen würde. Was er da ausführte, ja letztlich, was die Bibel selbst da ausführt, beschäftigte mich heute morgen wieder, denn es deckte sich an vielen Punkten noch besser jetzt mit ebendiesen Gedanken zu den idealisierenden oder entwertenden Persönlichkeitsanteilen in uns.

Der Pastor sagte etwas, das in mir hängen blieb: „Der Teufel ermuntert uns dazu, WEGZULAUFEN!, während Gott uns zurufe, zu ihm zu kommen und ihm zu folgen. Daran würden wir beide erkennen also!
Mir kam sofort das Thema „Nähe & Distanz“ in den Sinn, welches sich so wunderbar in diesem Bild beschreiben ließe. Die Nähe und Distanz zu mir selbst, zu anderen und zu allem. Das ewige Hin und Her. Und vielleicht erinnert ihr euch noch an mein Zitat von letzter Woche:



„Mein Wort für Gott ist Resonanz. Sich wirklich verbinden! Mit irgendwas, mit irgendwem [mit mir selbst auch!]. Denn Gott ist überall. Und ich bin in Gott, in allem, mit dem ich verbunden bin. Alles ist verbunden! Zu Gott zu finden, bedeutet sich hinzugeben. Ich brauche keinen Religion. Liebe und Mitgefühl, daran glaube ich“

Und letztlich ist mit diesem Verbinden, „Idealisierung und Entwertung“ weiterlesen

Über die Freiheit in einer Welt der Angst

Ich hatte niemals wirklich in letzter Konsequenz nachvollziehen können, weshalb so viele historische Persönlichkeiten nahezu aller Religionen, Länder und Epochen sich am Ende in die Einsamkeit zurückzogen, sich eine Kutte überwarfen und die Türen ihres alten Lebens „einfach“ hinter sich schlossen. Um dann ein demütiges Leben in großer Bescheidenheit aber auch in Armut zu führen: Aber offenbar inmitten es großen inneren Reichtums, und mit ganz anderen Menschen an ihrer Seite, denen sie da nun plötzlich begegneten.

Franz von Assisi kommt mir da in den Sinn, Hildegard von Bingen ein Stück weit, oder die islamische Heilige Rabia von Basra, und so geht das weiter bis Gandhi und Johannes vom Kreuz. So viele Namen steigen in mir auf, – so viele Menschen auch, die nicht mal der Scheiterhaufen vom Weg abbringen konnte. Und am Ende waren selbst Buddha oder Jesus bettelarm, und zählten doch zu den reichsten Menschen auf Erden offenbar. Was ist da passiert mit diesen Menschen und warum gelang ihnen dieser Schritt, der uns so schwer fällt oft? … der Schritt hinein ins Urvertrauen und hinaus in eine andere Freiheit! Meine Mokkakanne steht wie jeden Morgen wieder auf der Herdplatte, ich möchte meine Gedanken heute zu diesem Thema fließen lassen… bis der Kaffee fertig ist, und gewiss ein paar Zeilen länger. #Kaffeegedanken

Viele von uns haben Erfahrungen machen dürfen, die mit Logik und Ratio nicht mehr so einfach zu erklären sind, und die uns Momente tiefster Liebe, Geborgenheit und Friedens in einem ganz außergewöhnlichen Maße gewährten. Damit beginnt jeder Weg, und jede Erfahrung ist individuell, unterschiedlich tief und nicht wirklich vergleichbar. Und auch in der Geschichte der Mystik wurde vielen Menschen eine Erfahrung oder Erscheinung zuteil, und erst diese wies ihnen einen ganz neuen Weg. Immer wieder war es Gott selbst, der sich da offenbarte, so steht es jedenfalls oft geschrieben. Da wurde dann Gott nachgefolgt oder auch mal mit ihm gerungen, so wie es Jakob im alten Testament tat. Aber ein Wunder oder eine Erscheinung allein vermag es selten, einen Menschen sofort, in einem einzigen Augenblick und für immer zu verändern. Vielleicht FÜR einen Augenblick, doch dann übernimmt der Alltag eben doch wieder, und diese Reise beginnt, auf der so viele von uns unterwegs sind… und da versuchen, diese ganz neuen Erfahrungen ins alte Leben zu integrieren. Nach Mythenforscher Joseph Campbell also die letzte große (größte!) Herausforderung der klassischen Heldenreise, nämlich den Schatz zurückzubringen eben, was draus zu machen und vor allem: IHN AUCH ZU TEILEN mit anderen. Hier aber blendet Hollywood in der Regel auch schon wieder ab.

Und ja, es geht auch darum, wieder in diese Erfahrungen selbst ganz hineinzufallen und sie bloß nicht wieder zu vergessen. Und der Kreis der Menschen wird immer kleiner, die einen dabei noch verstehen wollen, – und der Kreis derer wird größer, die einen einfach nur für verrückt erklären. Zu einem Königsweg wird ein Weg ohnehin erst, wenn er auch viele Irrwege überwunden hat. Doch an seinen Irrwegen allein wird der Mensch oft gemessen dann. Wirklich sehen und verstehen werden uns wenige.

„Jemandem, der einen Apfel schält, vorzuwerfen, er befasse sich mit der Schale, ist reine Unkenntnis, auch wenn es so aussieht, als sei die Situation richtig beschrieben.“ – Rabia – Rabaa El-Adaweya

Ich kann gar nicht mehr sagen, wie oft ich in diesen Raum hineinfiel, in dem es keine Fragen mehr gibt. In dem das Hirn nicht mehr denken kann, weil alles einfach viel zu groß ist. Und in diesem Raum ist alles in sich die Antwort dann .. alles IST einfach. Es gleicht einem Hineinfallen ins Bewusstsein, in Gott, in die Wirklichkeit … doch all das sind nur Worte eben. Diese Momente prägen uns, mal mehr, mal weniger, aber es bleiben doch immer nur Zustände. Und die Natur von Zuständen ist es nunmal, das sie kommen, aber auch leider wieder vergehen.

Und doch gleichen diese Zustände einem Stern am Horizont, zu dem man hineilt. So viele Wege „Über die Freiheit in einer Welt der Angst“ weiterlesen

Endlich genug!

Was du tust ist genug!
Du bist genug!
Erst wenn du das erkennst,
kannst du mehr erreichen.
Wenn du deine Herausforderungen
sicher bestehen kannst,
wirst du sie auch bestehen.
Wenn wenigstens Hoffnung besteht,
wirst du es weiter versuchen.
Und wenn du nicht mehr kannst,
dann gibst du eben auf.
Es ist immer so, wie es ist.
Du tust stets nur,
wozu du imstande bist.
Mach deinen Frieden!
Hast du ein schlechtes Gewissen,
mach deinen Frieden damit!
Oder ist dir gar alles egal geworden,
mach deinen Frieden damit!
Dir wurde doch nur alles egal,
weil nichts an dir genug war…
und so war dir nichts mehr genug.
Wenn du zu viel denkst,
und zu wenig fühlst,
mach deinen Frieden damit,
sonst denkst du nur noch mehr.
Wo es Mühe kostet, kostet es Mühe;
wo Zweifel sind, da sind noch Zweifel;
wo Sorgen sind, da sind noch Sorgen;
und wo du noch davon überzeugt bist,
über all diese Dinge überhaupt
eine wirkliche Kontrolle zu haben,
da bist du eben noch überzeugt davon …
mach deinen Frieden damit!
Und wenn du keinen Frieden
damit machen kannst,
mach eben damit deinen Frieden!
Je mehr Frieden du dir ersehnst,
und umso schneller du ihn finden willst,
umso weniger Frieden hast du.
Verstehst du?
Es war nie genug,
das bedeutete immer mehr Unfrieden!
Es geschieht was geschieht,
und wenn du dir doch noch vorstellst,
dass etwas anderes geschehen
müsse, damit es ein Erwachen
und ein wirklicher Friede sei …
vergiss es, mache deinen Frieden damit!
Es geschieht was geschieht.
Es ist was es ist.
JETZT und IMMER.
Wenn du das erkennst,
dann bist du frei.
Nur DAS ist Frieden!
Und du wirst niemals ein
anderer sein müssen,
als der, der du eben bist.
Du wirst niemals wieder
etwas anderes tun müssen,
als das, was du eben tust.
Und dann ist das auch genug!
Und doch wird nichts mehr
so wie vorher bleiben …

Ein Versuch die Einleitung meines nächsten Buches „Finde dich selbst und …“ in Prosa zu fassen …

#nurPoesie #nurGedanken via #Facebook

Alles Gute euch allen!

Alles Gute auch allen Nicht-Müttern zum Muttertag! … die keine Kinder wollen, aber sich eben doch immer mal wieder mit der Last dieser Entscheidung konfrontieren mussten. Alles Gute allen, die leider keine Kinder bekommen konnten, und die so dafür gekämpft haben! Ihr seit übrigens auch alle super! 💐 Und eine ganz dicke Umarmung für alle, für die dieser Tag eine besondere Hölle sein muss, weil sie vielleicht ein Kind verloren haben oder ihre Mutter. Alles Gute allen Müttern und Töchtern, egal woher die Schwangerschaftsstreifen auch kommen! Und Alles Gute allen Vätern und Söhnen, die leider keine kompletten Kinder aus sich heraus pressen können. Ihr seid trotzdem meist Klasse und zweiter Sieger, habt dafür aber definitiv den besseren Humor! Ohne euch liefe hier ebenfalls nix. Alles Gute allen Menschen, die sich bemühen, dass diese Welt für alle Kinder eine lebenswerte Welt ist und bleibt … und auch für alle Eltern und Nichteltern. Alles Gute allen Mitarbeitern bei Fleurop, und danke für die Überstunden! Alles Gute euch allen da draußen, zu einem weiteren bewussten Tag im Leben unter acht Milliarden anderen Menschen. Danke dass ihr euch müht und engagiert, in Kinderhospizen, Altenheimen, Krankenhäusern oder auch einfach mal beim Mülltrennen. Und Alles Gute Mutter Erde!, entschuldige dass wir oft so undankbare Sprösslinge sind.

Wenn nichts mehr geht

Vielleicht fragst du dich gerade, warum du dir das alle überhaupt noch antust. Haderst mit dir und deinem Leben, deinem Job, deiner Beziehung … Vielleicht stehst vor einer Wand unlösbarer Probleme, und bei Gott, du hast wirklich versucht dein Leben herumzureißen. Und wie oft hast du das schon versucht! Aber du bist müde. Deine Seele ist so seltsam müde. Warum also wieder aufstehen, wenn du doch nur wieder ins Bett fallen willst?

Ich sage dir warum! Genau deswegen!

Weil du so viel gekämpft hast und dich schon so oft wieder auf die Beine gestellt hast. Und das mag womöglich das erste mal in deinem Leben sein, dass du dir wirklich selbst begegnest. Aber es wird Zeit! Du bist ein wundervoller Mensch, dein Weg war nicht einfach, und all die Schatten und Sünden an dir, die dir nun begegnen, – die dich deiner Meinung nach unwürdig erscheinen lassen, geliebt zu werden oder ein anderes Leben überhaupt noch zu verdienen, das bist nicht du! Das sind lediglich Strategien und Bewätigungsmechanismen, um zu überleben. Sei nicht so hart mit dir. Wende den Blick wieder ab von diesen dunklen Schatten, – begegne diesem Wesen, das einfach nur immer alles richtig machen wollte. Du solltest wieder aufstehen, weil du es verdienst dass du für dich weiterkämpft. Deshalb! Erstmal nur für dich, nicht für andere. Vergiss all die Probleme für einen Moment, vergiss die Vergangenheit, die hinter dir liegt, – und die Zukunft, die womöglich unüberwindbar erscheint. Nimm deine Hand und leg sie dir auf die Brust. Schließe deine Augen. Atme! Verweile ein bisschen, dann lies weiter …

Bevor dich die Gesellschaft und andere eingespannt haben, wer warst du da? Dieser Mensch steckt immer noch in dir. Und er versucht seit Jahren, wenn nicht gar seit Jahrzehnten in dieser schnellen und lauten Welt nicht zurückzubleiben. Er passt sich an, er steckt zurück, ordnet sich vielleicht sogar unter. Und dann ist da womöglich diese Einsamkeit, die dich wieder und wieder in die falschen Arme getrieben hat. Auch davon bist du müde. Und diese Arme klammern dich womöglich immer noch in deinen Gedanken. Schau dich mal an, wie viel hast du schon gekämpft! Und am Liebsten würdest du noch die ganze Welt retten, trägst noch den ganzen Weltenschmerz auf deinen Schultern. So viel Mitgefühl! … für andere! Was die alles durchhaben, nicht wahr?

Und du?! 

Was ist mir dir!

Du idealisierst oft die Menschen, siehst mehr in ihnen, als sie sind. Und du siehst ihre Herausforderungen und willst helfen. Auf der anderen Seite relativierst du dich selbst und deine Hürden. Du bist anders, du bist offen, kannst dich den Schwingungen der Welt nicht entziehen. Das macht dich so unglaublich verletzbar. Das aber ist keine Schwäche. Im Gegenteil. Aber es ist „Wenn nichts mehr geht“ weiterlesen

In dir …

Ich kann dir nicht
nah genug sein.
Will in dich kriechen,
durch deinen Mund,
deinen Nabel,
deinen Schoß.
Will zu dir, will zu mir.
Denn ich bin nur in dir
und du bist nur in mir.
Vereint sind wir der Himmel.
Dein Atem ist nur eine
Erinnerung an alles
irdische, und daran,
selbst weiter zu atmen.
Und mein Herz bliebe
augenblicklich stehn,
schlüge nicht auch deines
in meinem Ohr.
Wie lange schon habe ich
mich nach dir gesehnt, –
dabei warst du
schon immer hier,
und ich war
schon immer bei dir.

Über das Ankommen …

Wer sich stets darum bemühen muss, die Kontrolle im Leben nicht zu verlieren, – wem es wichtig ist, immer Macht und Recht zu haben, der hat auf der anderen Seite auch sehr tief das Gefühl der Machtlosigkeit verinnerlicht, gegen das er meint anstreben zu müssen, und das ihm verbietet zu fließen und darin ganz frei zu sein, wie er ist. Die Hilflosigkeit ist der Kontrast, der Hintergrund, die Bühne also, auf der sich das Ego inszeniert, mit vermeintlicher Klugheit, Unantastbarkeit, mit Stolz und Überheblichkeit. Die Machtlosigkeit scheint eine Stufe, die das Ego meint überwinden zu müssen, wieder und wieder, im Licht und in der Aufmerksamkeit anderer. Erste Gefühle der Kränkung und Hilflosigkeit selbst waren dereinst die Geburtsstunden des Egos, und das Aufbegehren dagegen ist tatsächlich alles, was das Ego ist. Und doch pendelt der Mensch oft zeitlebens zwischen beiden Welten hin und her: mal fühlt er sich souverän, mal machtlos; mal als Täter, mal als Opfer, – ein ewiges Suchen nach Verantwortung und Schuld. Doch genau das ist nur Theater, ein einziges Puppenspiel im Kopf.

Wirkliche Reife bedeutet, diesen Kindergarten irgendwann hinter sich zu lassen. Wirklich erwachsen zu werden bedeutet, zu begreifen, dass er der Welt nicht mehr wie ein Kleinkind ausgeliefert ist, sondern längst nur noch sich selbst … und seinen Gedanken, die er schon viel zu lange denkt. Er ist gar nicht mehr abhängig von anderen oder von den Umständen. Mit dem Begreifen dessen kommt der Mensch zur Ruhe, findet Frieden und ein ganz neues Vertrauen in die Schöpfung und in sich selbst. Und dann geschieht etwas! Wo er nicht mehr hingehört, da geht er. Was nicht mehr zu ihm gehört, das lässt er ziehen. Ohne Aufregung, ganz ohne jeden Widerstand. Und dann begegnet er plötzlich ganz anderen Menschen … und sie begegnen ihm so ganz anders. Und er beginnt zu verstehen, dass er sich in allem auch immer selbst begegnet ist. In allem, an dem er mit Anstrengung noch festhalten will, hält er jedoch weiter nur an seiner Vergangenheit fest. Und das kostet ihn immer mehr Kraft, da immer mehr Vergangenheit hinter ihm wirkt, je älter er wird.

Kommt er bei sich selbst an, hier und jetzt, dann findet ihn und bleibt auch, was zu ihm gehört, ganz von selbst. Und dann ist es auch endlich das Richtige. Darin kann er sein und fließen, und dem kann er sich in tiefstem Vertrauen und mit ganzem Bewusstsein, mit seiner ganzen Seele hingeben … weil er sich nun selbst vertraut, und sich seiner selbst wirklich bewusst ist.

„Alles Wesentliche kommt in der Stille zu dir. Liebe, Kreativität, Frieden und Weisheit“Jeanne

#Kaffeegedanken … und ich trinke viel Kaffee heute

Nur eine weitere Schöpfungsgeschichte

Die Liebe, die weibliche Urkraft, Yin oder Lila genannt, ist leidenschaftlich und verspielt. Sie erfreut sich an dreiäugigen Fischen ebenso, wie an einer Welt in Form eines Würfels. Ihre Seele ist die Kreativität und die Hingabe. Sie ist berührt von allem. Bedingungslos. Und so ist sie auch verwundbar.

Die Ratio ist die männliche Urkraft, Yang oder Maya genannt. Sie ist nüchtern und pragmatisch. Sie erfreut sich an Fischen mit zwei Augen, die auch wirklich etwas sehen können, und an einer runden Welt, die sich vernünftig zu drehen vermag. Die Liebe ist die Kraft die alles zur Welt bringt. Alles, in jedem Augenblick, denn sie ist ohne Zeit. Doch die Ratio setzt die Dinge auf den Boden und in Bewegung. Und sie wölbt den Himmel darüber. Sie ist das Oben und das Unten, das Vorn und das Hinten, der Anfang und das Ende, und der Sinn und Zweck aller Dinge. Sie macht das Unvorstellbare vorstellbar und das Unbegreifliche begreifbar. Sie ermöglicht Veränderung und Entwicklung und gibt dem Bedeutungslosen Bedeutung.

An jedem Ort dieser Schöpfung wirken beide Kräfte gegeneinander. Und doch sehnen sie sich nur nach einem Miteinander. Auch in uns Menschen. Nur ein Gleichmaß an beiden, Harmonie und Augenhöhe erlauben die Vollendung einer Schöpfungsgeschichte. In jeder Tat, in jedem Akt … im Menschen ebenso, wie im Fisch und in der ganzen Welt.

Und im Grunde sind sie doch die selbe Kraft, sind aus dem gleichen Guss dessen, das allem innewohnt und doch nirgendwo zu finden ist. Es ist der Weg selbst auf dem alles geschehen kann. #Dao

Und damit ist mein Kaffee auch schon wieder fertig…

#Kaffeegeschichten