Nur Zeit …

Von allem trennt uns doch nur die Zeit.
So wie in der Ewigkeit,
findet auch im Augenblick alles zusammen.
Was uns trennt sind nur Geschichten,
die sich erzählen, wenn die Nadel
in einer Rille aufsetzt,
und sich die Zeit zu drehen beginnt.
Mal vorwärts. Mal rückwärts.
Erwartungen. Erinnerungen.
Bis der Tonarm sich wieder hebt,
und im Moment der Stille
alle Zukunft und Vergangenheit,
jedes Du und Ich, und alle Geschichten
nur mehr ein gemeinsames Schweigen sind.

Liebe, immer wieder Liebe

Was nützt dir das größte Haus, wenn dich niemand wehmütig verabschiedet, wenn du zur Tür hinaus gehst, und dich keiner mit einem Lächeln empfängt, wenn du zurückkehrst? Was bringt dir das schnellste Auto, wenn es dich nur schnell an Orte bringt, aber nicht tiefer in dein Herz? Was bringen dir Blumen, die keiner für dich gepflückt hat? Was willst du mit Diamanten, wenn dich niemand anstrahlt? Was ist das für ein Leben, wenn du keinen Menschen liebst; dich selbst nicht, und keinen anderen!



Ein Augenblick nur,
und wir haben alles gesehen.
Ein Schweigen zwischen den Worten,
und wir haben alles verstanden.
Ein einziger Herzschlag,
und wir haben alles gefühlt.
Wir haben gelächelt,
und das war alles.

– janice jakait
 

Ungezügelte Gefühle

Ich bin 41 Jahre alt, und ich schäme mich nicht dafür, zuzugeben, dass ich erst heute Morgen vollumfänglich begriffen habe, dass man sich für seine Gefühle weder entschuldigen, noch rechtfertigen oder erklären muss. Es mag durchaus sein, dass man sich aus den falschen Gründen so fühlt, dass man Situationen oder das Wirken anderer Menschen falsch einschätzt, dennoch ist jedes Gefühl erst einmal erlaubt. Denn es ist eben da!
Und jedes Gefühl ist richtig, darf gefühlt und ausgedrückt werden; sollte gefühlt und ausgedrückt werden! Denn erst dann geht es und erlaubt überhaupt erst klare und objektive Gedanken.
Welches Handeln und welche Konsequenzen sich aus diesen Gefühlen ergeben, ist dann eine völlig andere Sache, erst da kommen Verantwortung und Vernunft ins Spiel. Aber nicht schon vorher. Jedes Gefühl darf angeschaut und bewertet werden, aber erst dann, wenn es gefühlt wird, nicht vorher, um es zu relativieren oder zu unterdrücken. Leider habe ich das so in der Gesellschaft aber nicht gelernt, stattdessen aber, meine Gefühle stets zu zügeln und zu ersticken. In den meisten Situationen aber
ist dies überhaupt nicht gesund, notwendig oder gar von konkretem Vorteil; jedenfalls nicht für mich. Und ganz ehrlich: eigentlich auch niemals wirklich für andere.

Niemals

Sprenge alle deine Ketten,
mit einem fest entschlossenen Blick.
Dann geh und schließe hinter dir die Türen,
die sich dir niemals ganz öffnen wollten.
Lauf einfach, und blicke nicht mehr zurück.
Wage dich endlich auf den Gipfel
deines allerhöchsten Berges.
Fürchte stets die Tiefe,
aber niemals fürchte die Höhe;
Und steige niemals wieder hinab,
um dich dort unten, in dieser Furcht
in Sicherheit und frei zu wähnen…
Lass dich niemals wieder am Fuße
deines allerhöchsten Berges
von der Angst an Ketten legen.

Zwischen Worten und Gedanken

Ein Leben ohne Religionen, Kirchen und Tempel ist gut möglich. Aber ein Leben ohne Gott im eigenen Herzen ist hoffnungslos. Die von Gott sprechen, von hohen Kanzeln und Bühnen herab, lass sie reden. Die über Gott schreiben, in langen, gelahrten Werken, lass sie schreiben. Die meinen Gott beweisen oder widerlegen zu können, lass sie denken. Gottes Wahrhaftigkeit wartet in der Stille zwischen zwei lauten Worten. Gottes Weisheit erklingt im Frieden zwischen zwei vermeintlich wahren Gedanken. Gott wirkt dort, wo der Mensch nicht mit blindem Eifer und Tatendrang wütet. Suche die Erlösung und Hoffnung nicht im Vergänglichen der Dinge, noch im Naheliegenden der Gedanken. Gott im Herzen steht dir näher, als dir gottlose Menschen oder seelenlose Dinge jemals nahe sein könnten. Sei achtsam also, sei sanft und still. Sieh und höre genau hin. Lerne zu unterscheiden zwischen dem Schein des Unwirklichen und dem Licht der Wahrhaftigkeit. Entscheide dich mit deinem Herzen, nicht mit dem Kopf. Folge deiner inneren Stimme wieder und vertraue. Vertraue dir selbst und sei du selbst. Begegne allem auf Augen- und Herzhöhe, dann bist du auf Augen- und Herzhöhe mit Gott. Dann bist du mit Gott, in Gott und dann wirst du getragen, und alles um dich herum wird wieder beseelt und lebendig.

Es ist dein Weg

Wenn du dir etwas in den Kopf gesetzt hast, dann höre damit auf, es irgendwie nur zu erwägen oder halbherzig zu versuchen, – sondern tue es, wage es, mit allem was du bist und kannst, bring es zu Ende. Ansonsten höre auf darüber nachzudenken, lass es los und finde dich endgültig mit der Gegenwart ab. Sich Dinge nur zu erträumen und vorzustellen, sie aber nicht auch konkret anzupacken, ist die mit Abstand größte Verschwendung von Lebenszeit… in Form von unnützer Denkzeit und Tagträumerei. Du hast ein Ziel? – Ein anderer Job vielleicht, eine andere Stadt, ein anderes Land, ein anderer Partner, ein ganz anderes Leben etwa? Was hast du zu verlieren? Dich und dein bisheriges Leben? Wenn du abwartest und deine Lebenszeit weiter verstreichen lässt, verlierst du ebenfalls jeden Tag ein Stück von dir selbst, und am Ende verlierst du ohnehin alles. Und wenn es schief geht mit deinen Zielen? Dann wird dich das Richtige erst finden in diesem Prozess, – es gibt kein Scheitern für den, der seinem Herzen folgt. Vertrau mir. Ich habe alle meine Träume angepackt und verwirklicht im Leben. Einiges davon entpuppte sich im Nachhinein als unfassbarer Irrsinn und Leichtsinn. Und doch haben mich selbst meine größten Irrwege weiter zu mir selbst und zu „Gott“ geführt. Jenseits von richtig oder falsch gibt es einen Weg … es ist dein Weg, geh ihn mit ganzem Herzen!

Alleinsam im Alleins

Eigentlich ist es ganz einfach mit der Liebe:
Wo DU DEINE Augen öffnest, um sie zu suchen,
und DEINEN Verstand öffnest, um sie zu verstehen,
und DEINEN Mund öffnest, um sie zu erklären,
da wird sie DIR ganz und gar verschlossen bleiben.
DU wirst als Schatten unter Schatten wandeln,
alleinsam und getrennt, statt alleins und verbunden.
Denn die Liebe ist der Raum aller Räume, –
ist das Licht aller Lichter.
Liebe IST einfach, und Liebe ist immer.
DU erscheinst nur in ihr, ICH erscheine nur in ihr.
Und was erscheint, das muss auch wieder vergehen.
Kein Schein aber kann DICH und MICH mehr trügen,
wenn WIR UNS, vollkommen in Liebe verbunden
auch im anderen SELBST begegnen.

– janice jakait … für S.

Schuld und Unschuld

Wenn wir uns schuldig oder unschuldig fühlen, dann sind wir immer schuldig! Schuldig darin, keine Verantwortung für uns selbst oder andere zu übernehmen und gerechte Entscheidungen zu treffen, – stattdessen wie Kinder nach einem Schuldigen zu suchen. Ein erwachsener Mensch weiß, dass die Verwicklungen dieser Schöpfung viel zu komplex für eine entweder nur schwarze oder weiße Welt sind. Wir sind alle im gleichen Maße schuldig, wie unschuldig … was wir davon erkennen, bestimmt allein worauf wir unseren Fokus legen. Und natürlich wollen wir alle gern unschuldige Opfer im eigenen Unglück sein. Im Glück stellt sich diese Frage danach, wer schuld daran ist, letztlich nicht.

Weniger oder mehr

Das Leben kennt zwei Richtungen und wir können nicht gleichzeitig in beide Richtungen streben, denn dann droht es uns zu zerreißen. Wenn mir meine schweren Krisen eines beigebracht haben bisher, dann das: Entweder wir lassen uns auf wenige Dinge wirklich ganz ein, denen wir Aufmerksamkeit, Bedeutung und damit Sinn geben ODER wir zerstreuen uns im Unendlichen der Möglichkeiten und hoffen, dass wir darin irgendwann einen Sinn finden werden. Weniger oder mehr. Das ist alles. Wir haben die Wahl uns auf das Wesentliche tief einzulassen oder auf das unendlich Unwesentliche nur oberflächlich. Der Sinn den wir finden ist nur der Sinn den wir allem geben. Letztlich begegnet uns immer nur das, was wir selbst hineinlegen. Es spielt dabei keine Rolle, was uns wichtig ist und woran wir glauben, aber unsere Überzeugungen sind am Ende alles was wir sind. Und wer an nichts wirklich mehr glaubt und sich auf nicht mehr richtig einlässt, der hat sich schon verloren.