Dies und das

Dankbarkeit macht
das Unmögliche möglich;
in Dankbarkeit heilt
und atmet die Seele.
Demut macht
das Unmögliche möglich;
in Demut erwachsen
der Mensch und seine Welt
zu ihrer wahren Größe.
Barmherzigkeit macht
das Unmögliche möglich;
Barmherzigkeit beschert
wirklichen Reichtum.
Mitgefühl macht
das Unmögliche möglich,
denn Mitgefühl ist Liebe,
und in der Liebe
ist alles verbunden.
Vertrauen macht
das Unmögliche möglich;
Vertrauen bringt Gegenwärtigkeit,
und Gegenwärtigkeit bedeutet
ganz zu sein und wieder über
die Wunder der Welt
zu staunen.

– – – – – – –

Mehr Gefühle

Mehr Wissen

Mehr Möglichkeiten

Mehr Erwartungen

Mehr Erfolg

Mehr Reichtum

Mehr Schönheit

Mehr Leben

Mehr Liebe

Mehr Hoffnung

Mehr Vertrauen

Mehr Loslassen

Mehr Werden

Mehr Sein

Mehr Weniger

Mehr dies

Mehr das

Nur ein Atemzug

Ein Lächeln

Frieden.

Die Luft zum atmen

Ich äußere mich äußerst ungern zum Thema Klimawandel und zur Abholzung der Regenwälder. Es gibt unzählige Gründe, die Natur zu schützen, aber es erschreckt mich bisweilen, dass wir panische Klimaschutzdebatten auf Grundlage völlig falscher Annahmen führen. EINE dieser unsinnigen Annahmen ist, dass die Wälder unsere Luft zum atmen generieren und Kohlendioxid binden. Was denn sonst!, könnte man meinen… und auch wenn wir das in der Schule lernen, es bleibt trotzdem FALSCH!

Der Wald verbraucht selbst so viel Sauerstoff, wie er durch Photosynthese generiert. Etwa die Hälfte des Sauerstoffs wird bei der Verrottung des organischen Materials wieder in Kohlendioxid umgesetzt, die andere Hälfte setzen die (beteiligten) Mikroorganismen um, die in diesem Wald leben. Jedes Biom ist in seiner Sauerstoff-Kohlendioxid Bilanz ausgeglichen. Es bringt also wenig, nun schnell mal Millionen von Bäumen in Monokulturen zu pflanzen! Im Gegenteil, es generiert unzählige neue Probleme. Künstliche Wälder sind z.B. viel anfälliger für Waldbrände, Sturmschäden und Schädlingsbefall – zahlreiche andere Effekte können wir gar nicht kalkulieren. Die Natur ist eben Natur, weil der Mensch mit seiner „Vernunft“ nicht eingreift – wir können die Natur und das natürliche Gleichgewicht nicht erzwingen, – wir können nur aufhören die Natur zu zerstören und sie möglichst in Ruhe lassen und uns darin einfügen. Greifen wie an einer Stelle ein, zeigt sie uns an anderer Stelle den Mittelfinger.

Der Kohlendioxidanteil in der Atmosphäre liegt bei etwa 0,04 Prozent – durch Photosynthese aller Pflanzen dieser Erde kann also unmöglich mehr als 0,04 Prozent Sauerstoff in der Atmosphäre erzeugt werden. (Photosynthese bedeutet: Wasser + 6 CO₂ → Glukose + 6 O₂) Wäre übrigens zu wenig Kohlendioxid in der Atmosphäre, würden mehr Pflanzen sterben und verrotten, was wieder Sauerstoff benötigt und Kohlendioxid freisetzt.

Nun sind aber 21 Prozent Sauerstoff in der Luft vorhanden, und nicht nur 0,04 Prozent! Das ist 525 Mal so viel, wie alles, was Pflanzen weltweit mit Photosynthese umsetzen. Wo kommt der Sauerstoff dann her?

Der Sauerstoff wurde über Milliarden von Jahren vor allem im Meer erzeugt. Da das organische Material unter Wasser auf Grund des Sauerstoffmangels nicht verrotten konnte, entstand ein Sauerstoffüberschuss. Dieser reicherte sich in der Atmosphäre an. Das Gleiche passierte unter der Erde mit unseren fossilen Brennstoffen, – sie wurden luftdicht eingeschlossen und konnten nicht verrotten. Auf ähnliche Weise verhindern die Permafrostböden die Verrottung von organischem Material, – tauen sie auf, wird wieder Sauerstoff verbraucht und Kohlendioxid erzeugt. In den Böden ist kein Kohlendioxid eingeschlossen, wie es oft heißt, sondern einfach nur organisches Material (Kohlenstoff, C) das noch nicht an der Luft (Di-Oxid, O₂) verrottet ist. Vereinfacht eben: C + O₂ → CO₂

Genau diesen Sauerstoffüberschuss verbrauchen wir dann auch, wenn wir fossile Brennstoffe verheizen, wie etwa Kohle, die unter Luftabschluss aus Holz entstand oder Öl, das vorwiegend aus Algen gebildet wurde. Entsprechend fällt bei der Verbrennung dann auch das Kohlendioxid an, das vor Millionen Jahren bei der Verrottung angefallen wäre. Nein, gut ist das nicht fürs Klima!, aber verstehen sollte man die Grundlagen besser schon, bevor man nun nach schnellen Lösungen gegen den Klimawandel schreit …. denn gerade schelle Lösungen und „Mehr und mehr von allem“ sind ein Teil des Problems.

Solange wir das nicht begreifen, sollten wir auch nicht wild über Strategien zur Klimarettung spekulieren. Erst wenn wir unsere Rolle in diesem System endlich erkennen, liegt die Lösung geradezu auf der Hand. Was die Unterwerfung und Zerstörung der Natur mit dem Verlust unserer eigenen menschlichen Natur zu tun hat, darüber habe ich dann etwas mehr im neuen Buch geschrieben, das ist dann schon eher mein Thema.

Quellen: Mehr zu den Zahlen findet man z.B. hier im Artikel der National Geographic.

Erst wenn du fällst

Wenn du alles verlierst,
sei es durch Krankheit
oder absolute Überforderung,
durch krasse Fehlentscheidungen
oder einen anderen Schicksalsschlag,
dann kannst du sie wahrlich sehen,
die seidenen Fäden der Liebe,
die dich nicht loslassen,
ganz egal was ist,
ganz gleich über welchem
Abgrund du hängst.
Wenn du auch durch jedes Netz fällst,
lassen sie dich nicht los.
Wenn du alles verlierst,
dann lernst du zu unterscheiden, –
wirklich zu unterscheiden!,
zwischen Zuneigung oder gar
Abhängigkeit auf der einen Seite,
und bedingungsloser Liebe
und Verbundenheit auf der anderen.
In guten Zeiten sehen sie sich
zum Verwechseln ähnlich, –
in guten Zeiten sind viele gern bei dir,
sofern sie sich gut fühlen,
du sie erfüllst und bestätigst.
Aber warte nur, bis du leer bist,
bis du nichts mehr zu geben hast,
außer deine nackte Seele,
dann erkennst du den Unterschied.
Dann erst erfährst du wahrlich,
was das Wunder der Liebe eigentlich ist;
was Halt und Geborgenheit bedeuten.
Es ist so viel mehr
als nur Sonnenschein an Sommertagen.
Erst wenn du fällst,
spürst du ihre Kraft, in dir selbst und
in denen, mit denen sie verbunden ist.
Erst wenn du fällst,
fängt sie dich wirklich auf.
Und es ist wahr,
was du bekommst,
ist immer das,
was du gegeben hast. –jj.

Ein kleiner Schritt

Es gibt eine Einsamkeit in uns,
die vermag kein anderer Mensch zu stillen.
Wer niemals unter dem Sternenzelt saß,
und sich in der Größe dieser Schöpfung
nicht auch mal verloren und nichtig wähnte,
der hat sie noch nicht kennengelernt.
Wer noch kein lautes „Warum nur? …“
„Warum das alles – Warum bin ich hier?“
in den Himmel hinauf gestoßen hat,
der war noch nie wirklich allein,
um seine Einsamkeit spüren zu können.
Doch sie wirkt auch im Verborgenen,
sie verbindet Menschen und Dinge
mit ihren unsichtbaren Fäden;
man kann ihr nicht wirklich entrinnen.
Früher oder später müssen wir alle
von ihr kosten und sie erfahren.
Und es waren die großen Helden,
die sich ihr und sich selbst auf
ihren Heldenreisen gestellt haben,
und die darin zu Weisen wurden.
Diese Einsamkeit ist nämlich nicht,
was sie auf den ersten Blick scheint.
Sie ist nur die Angst vor sich selbst ..
vor seiner wahren Größe,
Verantwortung und Individualität.
Erst in dieser Einsamkeit können
wir uns selbst wirklich begegnen.
Manchmal müssen wir dazu
durch ein Meer der Tränen wandern,
in dem wir zu unserer wahren Größe
erst erwachsen können.
Hinter der Einsamkeit verbirgt sich
unser wahres Selbst. Nichts anderes!
Und begegnen wir uns selbst,
begegnen wir in dieser Einsamkeit
einem ganz anderen Gefühl nämlich,
dem Gefühl des All-Eins-Seins.
Es ist nur mehr ein kleiner Schritt
von der Einsamkeit bis zum Einssein.
„Atman sei Brahman“, sagen die Hindus –
das Selbst des Menschen sei auch Gott.
Und sogar die Bibel lässt uns wissen,
dass der Weg zu Gott nur durch
den Menschen selbst führt.
Nur wer ganz Mensch wird, der kann
hinter die irdischen Dinge schauen.
In der Akzeptanz völliger Trennung und
in Vergegenwärtigung der Vergänglichkeit
erfährt der Mensch wieder
die Verbundenheit aller Dinge.
Das ist das ganze Geheimnis.
Das eine scheint immer nur im anderen.
Nichts kommt allein in diese Welt.
Die Einsamkeit ist nur ein Nebel,
in dem wir uns selbst verbergen.
Wer wir wirklich sind, das erkennen
wir erst, wenn er ganz abzieht.
Und nur dann erkennen wir auch,
wer die anderen wirklich sind.
Und hier und da sogar,
erkennen wir uns ineinander.

Am Katapuls des Lebens

Bisher lebte ich in einer Welt,
in der ich oft gar nicht mehr wusste,
wo wirklich oben ist, und wo unten –
was richtig ist, und was falsch.
Irgendwie wollte ich immer alles.
Einfach alles!
Mein Herz katapulsierte mich
durch alle Räume und Sphären.
Unbegrenzte Möglichkeiten!,
und jede habe ich wenigstens angeleckt.
Frauen, Männer, Zölibat …
Komödie, Drama, Nonnenkloster …
Manches kam mit großer Seele!,
und andres kam so wie ein Sturm.
Tausende Male auf Wolke Sieben –
Tausende Male im Keller Nummer zwölf.
Und alles wollte ich wissen,
noch vom letzten Winkel der Welt,
aber leider wollte ich auch alles verstehen!
Mich selbst habe ich jedenfalls nie begriffen.
Erst flog ich wie ein Vogel im Paradies,
dann saß ich wieder wochenlang
meditierend in einer Höhle,
oder trieb allein auf dem weiten Ozean,
um mit Wänden oder Walen zu sprechen;
um Kopf und Herz zu versöhnen;
um endlich „vernünftig“ zu werden!
Kein Vermögen auf der Bank,
kein Haus mit kleinem Garten,
ja nichtmal einen Küchentisch!
Wie kann ein Mensch,
der angeblich immer den Frieden suchte,
in so einem Leben Frieden finden?
Ich hatte nur Frieden mit meinem Unfrieden.
Ja!, wie kann ein Wesen,
das soviel Nähe und Liebe teilen wollte,
sich in so einem Leben selbst nahe bleiben?
Ich war mir ebenso nahe, wie ich mir fremd war.
Und alles habe ich erreicht –
alle meine großen Träume!
Dann habe ich immer wieder alles verloren, –
jeder Traum, in seiner Erfüllung: zerplatzt!
Aber kann man wirklich ankommen,
wenn man nicht auch alles
erfahren und gefühlt hat?
Weiß man, wo man zu Hause ist,
wenn man nicht an jedem Ort
für einen Tag sein Zelt aufgeschlagen hat?
Begreift man tatsächlich, wer man ist,
wenn man nicht auch alles gewonnen
und wieder verloren hat?
Bleibt nicht erst dann das Wahrhaftige übrig? –
das Wesentliche und die Essenz ….
Man selbst!
Und vielleicht wollte ich auch
einfach nur das eben … LEBEN!
Aber das Leben in seiner Fülle
ist ein ewiges Auf und Ab,
ist Licht und Schatten.
Und wie kann man dann festhalten,
wenn man nicht auch loslassen kann!
Um wirklich im Licht zu bleiben,
muss man auch im Regen tanzen wollen…
für nur so blassgraue Tage,
wäre mir das Schreibpapier zu schade.
Und doch, oft habe ich mich gefragt,
warum mir das alles nicht reicht,
was den Meisten anscheinend reichte.
Immer mal wieder wünschte ich mir,
ich wäre einfach nur „normal“.
Denn heimlich habe ich sie bewundert,
wie sie es da nach einem Weckerklingeln
bis um halb acht an ihre Stechuhr schafften,
und dann glücklich in der Frühstückspause
in der BILD-Zeitung versanken.
Wie viele Jahre hatte ich das versucht!
In ihrer Welt war dann einfach schon
Dieter Bohlen komplett Scheiße,
und als Highlight des Jahres
reichte ein Open-Air-Event mit Mario Barth.
Je weniger man wagen will, umso
wohler fühlt man sich in seiner kleinen Welt.
Jeden Sonntag meckerten sie über den Montag;
und jeden Freitag meckerten
die Männer wieder über die Frauen,
und die Frauen über die Männer.
Und niemals wurde ihnen langweilig davon…
Beeindruckend!!!
Mein Leben kannte keine Wochentage mehr,
und an so manchem Feiertag stand ich
wie ein Idiot vorm verschlossenen Supermarkt;
mit einem Einkaufszettel voller Bleistift-Herzen
in der Tasche deiner geliehenen Jacke.
Es war schon Donnerstag, und nicht Mittwoch.
Den Rotwein haben wir uns dann eben nachts
an der Tanke gekauft, manchmal im Tetra-Pack.
Und wenn wir dann durch die leeren Gassen tanzten,
schmeckte die Plörre sogar besser
als jeder preisgekrönte Chardonnay.
Wir brauchten nichtmal Gläser, wir hatten uns.
Berauscht voneinander staunten wir unter dem
Sternenhimmel, und wir dachten, wir seien auf LSD.
Dann haben wir die Sternbilder
in unseren Sommersprossen gesucht, –
und ich fühlte mich wie Fräulein Einstein,
weil ich alle ihre Namen wusste…
und sogar noch Platz am Firmament fand,
für ein Sternbild mit deinem Namen.
Da leuchtet es nun, auch wenn du nicht mehr da bist,
für die nächsten fünf Milliarden Jahre noch.
Die meisten Menschen schliefen dann schon.
Viele von ihren nur mit Schlaftabletten.
Gott, wie viele Nächte wir zum Tag gemacht haben,
und wie viele Tage zur Nacht.
Wenn wir da lagen und uns unsere Gedichte vorlasen,
unsere tiefsten Sehnsüchte und Gefühle auf Papier, –
den Kopf im Schoß, eine Hand im Haar;
oder wenn wir uns mit Edding
den Sinn des Lebens als Einzeiler
über den Bauchnabel kritzelten:
„Carpe diem!“, „Der Sinn des Lebens ist leben!“,
„Glück ist nur echt, wenn es geteilt wird!“;
wenn wir große Pläne fassten,
wie wir einfach abhauen würden morgen,
nach Indien, Tibet, Marrakesch …
um diese stumpfsinnige Welt hinter uns zu lassen …
da gab es für uns aber keinen anderen Ort,
als genau diesen einen Augenblick.
Und warte nur, der Tag kommt und wir sind weg!
Du und dich – Toi et moi!
Aber in diesem Augenblick wenigstens,
da gab es keine Regeln und Grenzen mehr,
da waren wir frei wie der Wind,
da haben wir uns ganz ineinander erkannt.
Da warst du genau so wie ich, und ich war wie du.
Und wir beide waren einfach nur irgendwie …
anders als alle anderen –
einfach nicht von dieser Welt.
Und irgendwie besteht die Hälfte meines Lebens
doch nur aus solchen Momenten.
Wenn wir uns stundenlang berührten,
mit Worten, Blicken, Händen …
Les mots sont mes mains,
… mon plus cher compagnon!
Die Augen nass vor Lachen,
Das Lippen nass von Seelentränen,
Die Körper nass voneinander,
da wollte ich auch niemand anders sein,
und mit niemand anderem.
Aber all das vergisst man,
wenn man sich nicht immer wieder
daran erinnert, indem man es
wieder erlebt, und erlebt, und erlebt.
Die einzig echte Erinnerung
ist das Leben selbst im Hier und Jetzt!
Und nun sitze ich hier,
mit einem alten Chardonnay,
und ich muss lachen,
über dieses ganze verrückte Leben.
Ich bin nur ein Trunkenbold …
total besoffen vom Zauber der Welt..
Im Herz bin ich Poet,
Im Kopf ein Philosoph,
In der Seele aber – in der Liebe,
da bin ich nur ein Narr.
Und irgendwann bin ich weg,
und irgendwer kommt mit.
Ich bring die Freiheit
du bringst den Rahmen,
damit die Farben nicht zerfließen,
dann malen wir uns ne eigne Welt.
Du und ich – Toi et moi!

Es ist einfach ..

Das Leben ist leichter
mit einem Eispanzer um die Seele.
Bis er am Ende doch zu schwer wird
und wir ihn nicht mehr tragen können;
wir nicht mehr weit mit ihm kommen.
Sicher, es hilft sich andere zu suchen,
die uns unseren Panzer tragen helfen.
Aber die Menschen, die ohne Panzer sind,
die will man oft gar nicht sehen,
ihre Wärme erscheint so bedrohlich.
Die anderen aber, die mit großen, warmen
Worten und Versprechungen winken,
die nur laut genug rufen,
die suchen meist auch jemanden,
der ihren Panzer tragen hilft.
Ja, das Leben ist einfacher
mit einem Eispanzer um die Seele.
Jedenfalls eine Lebensweile lang.
Aber er wird immer dicker und kälter.
Gewiss, man kann das Leben verstehen,
und all die unvermeidlichen
Lebensdinge einfach akzeptieren:
die Vergänglichkeit,
den Verlust geliebter Menschen,
die Schmerzen und Enttäuschungen.
C’est a vie! – So ist das Leben eben.
Aber das ist nicht das Leben! –
das ist leider nur das Leben im Kopf.
Ja, das Leben ist einfacher
mit einem Eispanzer um die Seele.
Aber am bitteren Ende dringt
gar nichts mehr hindurch, –
weder das Licht und die Wärme
anderer Menschen, noch die Wärme
und das Licht der Sonne.
Und dann wird es immer
dunkler und immer kälter
im Herzen und in der Seele.
Da hilft auch keine Musik mehr,
kein bunter Blumenstrauß,
kein heißer Kräutertee.
Alles wird so kalt wie wir selbst.
Ja, das Leben ist einfacher
mit einem Eispanzer um die Seele.
Und ja, man fühlt sich so sicher darin!
Doch man ist nicht sicher …
man ist einfach nur halbtot schon;
hat weniger zu verlieren,
man wagt nichts mehr,
man spürt nichts mehr.
Wer nicht mehr verwundbar ist,
den kann auch nichts mehr berühren.
Eben auch die Liebe nicht, –
nichtmal der Wind, noch der Regen.
Ja, das Leben ist einfacher
mit einem Eispanzer um die Seele.
Aber bring ihn bitte zum Schmelzen;
bevor du ganz vergisst, wie das Leben
einmal ohne diesen Panzer war
…oder bevor du womöglich sogar
niemals wirklich erfährst,
wie das Leben eigentlich ist.
Bring ihn bitte zum Schmelzen,
… bevor du darin erfrierst.


– Janice Jakait / 20.9.19

Deine Worte

Stell dir vor,
du wärest sprachlos,
und er steht vor dir,
dieser Mensch, der dich
wirklich hören kann –
dieses Herz, das dich
wirklich sehen kann.
Doch noch willst du
die Stimme anheben,
willst wieder erklären,
wer du warst und
warum und wieso
und weshalb.
Aber dann verstehst du,
dass er das längst weiß,
indem er spürt,
wer du bist.
Und dann spielt es
keine Rolle mehr,
was viel zu lange
eine Rolle spielte.
Da sinkt dein Herz
hinein in deine Seele,
und plötzlich
bist du ganz bei dir …
und ganz bei diesem
stillen Menschen.
Seine Worte sind so
stumm, dass sie
in dir vibrieren.
Du musst auch nicht
mehr wissen, wer er ist,
es reicht, wenn er
es sicher weiss.
Das Wesentliche
wirst du dann fühlen. – jj.

Tes mots sont si muets qu’ils crient en moi. Je vibre sous toutes les formes d’amour possibles. Savouer la vie en couleurs! Savouer l’amour en couleurs! L’amour… c’est le silence et la présence. L’immensité de l’émerveillement.

Schneeflocken

Schau in den Spiegel,
dann schau dir die Menschen an,
die dir nahe sind;
und dann die, die du nicht magst.
Schneeflocken,
die vom Himmel fallen.
Wir alle!
Das hier ist unsere Reise.
Und bald schon,
schmelzen wir alle
in der gleichen Pfütze.
Und nichts bleibt übrig.
Wie wollen wir also reisen?,
das ist die einzig bedeutsame Frage.
Gemeinsam, einsam?
Wollen wir am Leben vorbei leben,
hinter Masken und Fassaden?
Wollen wir uns und anderen
etwas vormachen und
nach ihren Maßstäben leben?
Wollen wir einen Film fahren,
der einfach abgespult wird;
oder doch lieber viel Theater?
Oder wollen wir einfach unseren
Frieden machen,
und wirklich miteinander leben?!
… im Bewusstsein, wie kostbar
unsere Zeit hier ist.
Das Ende vereint uns alle,
darin sind wir verbunden.
Also, warum nehmen wir uns
nicht gleich alle in den Arm.
Keiner hat hier wirklich Macht –
und keiner einen Plan;
alles wurde uns geborgt.
was reiben wir uns dran?
Aus der Demut erschließt sich
eine neue Welt.

Verwickle dich nicht!

Nein, du bist nicht krank oder verrückt, es ist nur dein Herz, das noch schlägt. Was sich da in dir wehrt, was sucht und sich noch sehnt, das, mein Freund, das ist das Leben und die Liebe! Die, die in dieses System passen und die nichts mehr suchen, sondern alles auf schönbunten Plakaten, in Magazinen und Katalogen finden, und die sich mit Informationen vollstopfen, das sind die neuen Prototypen. Roboter!

Man drückt einen Knopf, und sie lachen; man drückt einen anderen Knopf und sie schimpfen für zwei Wochen; man drückt ihn nochmal, dann schimpfen sie über was anderes. Dann zieht man an einem Hebel und sie denken und sie träumen… aber nur auf der Basis dessen, was man in ihren Köpfen verankert hat! Damit können sie sogar mal alles in Frage stellen, außer ihre Fragen selbst. Als Schmetterlingsdompteure kommen sie in die Schulen, als Ingenieure oder Einzelhandelsfachfrauen gehen sie wieder raus. Und die am Längsten hinter den Schulbänken sitzen, die machen dann Wirtschaft oder Politik. Selbst was sie richtig und schön finden, hat man ihnen allen eingespielt, so überzeugend, dass sie es nun den anderen bestätigen. Nur mit sich selbst dürfen sie niemals Frieden machen, sonst blieben sie stehen und würden staunen, statt zu träumen, zu produzieren und zu kaufen.

Auch Roboter halten sich für frei, alles eine Frage der Programmierung. Sie sperren sich ein, sie schließen sich aus, lang lebe ihre Freiheit! Finde eine Wohnungstür ohne Schloss, und dort findest du einen, der die Wahrheit kennt. Genau!, und so kann man jedes Leben zur Freiheit erklären. Keine Widerrede! Finde einen, der ohne Geld überleben kann, dann frage ihn nach der Wahrheit. Genau!, und so kann man jedes Leben zum Reichtum erklären. Keine Widerrede!
Die Familien kaputt – Kinderheime, Altenheime, Pflegeheime … Läuft! Das System heilt sogar schon Krankheiten, die man ohne das System niemals hätte. Wahnsinn! Ihre Heiler stecken sie schon als Teenager als Verrückte in Kliniken, bis sie selbst glauben, dass sie irre seien. An der Logik allein sollen die Roboter genesen, Gefühle ohne Zweck sind krank! Weisst du wer sogar für sein eigenes Grab noch bezahlt und das nichtmal irre findet? Richtig … ! Sie müssen es nicht selbst schaufeln, sie bezahlen einfach jemanden dafür. Am Ende ist es das Gleiche. Da schufften sie ein Leben lang, für Staat, Familie und Soziales, am Ende ist nicht mal das Kreuz umsonst. Aber die Kinder werdens schon richten. Bis es ihre Kindeskinder richten müssen.

Vor den Toren verhungern die Völker, aber jeder, der auch ins gelobte Land will, könnte ihnen etwas wegnehmen, und genau darin meinen sie, sie hielten wirklich etwas in ihren Händen. Sie sind so blind, dass sie sich unter den Einäugigen nicht mal mehr selbst erkennen. Den wirklich Andersdenkenden und Anderslebenden wurde längst die Stimme geraubt, und natürlich auch ihr Land und ihre Bodenschätze, – jetzt darf jeder reisen, und jeder hat das Recht auf freie Meinung, die im Meer der Belanglosigkeit untergeht. Ist erstmal alles gleichgemacht, können die Grenzen auch weg. Wo wollen sie denn hin?!

Freiheit und Meinungsfreiheit… Dafür gingen sie mal auf die Straße drüben. Wirklich zugehört hat ihnen keiner. Und jetzt marschieren sie eben wieder, die Alten. Die Jungen werden lieber „Influencer“. Zugeschissen hat man den Osten nach der Wende, die keine Wende war, sondern eine Markterweiterung für die Drogen des Konsums. Die kamen mit LKWs voller Bananen und haben sie von der Ladefläche geworfen, ich stand mit großen Augen darunter als Kind. Schau wer zuerst in dein Land einrollt, dann weißt du, worum es geht. Die Börsen-AG steckte hinter dem Mauerfall, die Sonnenschein-Bank und alle ihre Freunde. I’ve be looking for freedom! You’ve been hunting for my soul. 17 Millionen neue „Kunden“. 50 Millionen verkaufte Zahnbürsten im Jahr. Und alles mussten sie neu kaufen! Da die Fernsehapperate und Kühlschränke aber jemand bauen, liefern und mit „Inhalt“ befüllen muss… Jobs, Jobs, Jobs! Und finden sie keinen Sinn darin, medikamentiert man sie fit und steckt sie in Jobs, wo sie am Telefon noch andere ohne Lebensinn über den Tisch ziehen können.

Ohne Geld bist du ein Niemand, ohne Geld, da hast du nichts! … nichtmal Zeit und keinen Wecker, der dich morgens um sechs aus dem Bett peitscht; denn nur Arbeitszeit macht frei! … außer die, die ohnehin schon immer das Geld ohne Arbeit hatten, dafür aber jede Menge Arbeiter. Früher bauten sie Pyramiden, heute bauen sie Fabriken. In Friedenszeiten für Autos, in Kriegszeiten für Panzer. Und alle vier Jahre darf ein kleiner Mann in ihre elitären Sphären aufsteigen – von der Geschirrspülmaschine zum Millionärsroboter. Ein Lebenslicht für alle anderen. Und so geht das schon seit tausenden Jahren, ein Vergleich mit dem dunklen Mittelalter erübrigt sich also. In 500 Jahren vergleichen sie sich mit uns heute. Aber das müssen Roboter nicht wissen. Und wie sie wieder rumlaufen, mit ihren Falten und billigen Klamotten, weitercremen, weitershoppen, weiterschufften!

Nun ja, und die Wahrheit ist: Eigentlich stand da eben: „Arbeit macht frei!“- der Satz schrieb sich im Schreibfluss von selbst aufs Papier. Und dann dachte ich nur „WOOOOAAH Fuck!“ Lösch das! So ein Satz stand doch auch am Tor von Buchenwald, oder? Und dann hab ichs geprüft … Shit! Kannste nicht schreiben sowas. Moment!, ich muss die Balkontür zusperren, ich wohne im Erdgeschoss. Kannste in der Stadt nicht offenlassen!

Tja, „So ist er eben, der Ossi“, titelt da DER SPIEGEL in seiner letzten Ausgabe auf meinem Tisch. Passt ja. Ja, so isser! Jetzt, dreißig Jahre später jedenfalls wacht er auf aus diesem Rausch, der Ossi, und er beginnt zu begreifen, dass man ihm nur alten Wein in neuen Schläuchen aufgetischt hat. Jetzt droht Dosengulasch bei der mickrigen Rente, aber wenigstens der Gulag ist weg. Und trotzdem ist er noch betrunken, Wein ist eben Wein. Und so pöbelt er eben zusammen mit denen, die am lautesten schreien und die einen kompletten Fehler in der kackbraunen Hirnmechanik haben.

Jeder braucht seinen Rausch, jeder seine Abhängigkeit. Und wenn er nur abhängig von Schlaf- oder Blutdrucktabletten ist. Und sogar die sind ein Mega Geschäft, – da hätte sich Honecker wenigstens noch geschämt dafür. Und wenn den Bürger die Langeweile überfällt, und der Blutdruck und der Puls abstürzt, dann hilft noch immer die Angst aus irgendeiner Flimmerkiste. So läuft der Laden schon. Die Roboter sind so gut programmiert, dass sie sich selbst das Fürchten beibringen. Und vom Reichtum der ganzen Welt ist ihr Seelenfrieden dann wieder abhängig, aber dass in dieser Welt jedes Jahr zehn Millionen Menschen deswegen verhungern, das müssen sie nicht wissen. Das Leiden der großen Weltkriege ging nie zu Ende, – die exakt gleiche Anzahl der Leichen stapeln sich jedes Jahr einfach nur anderswo – dort, wo man sie nicht sieht:

1939 – 1945 Sechzig Millionen
2013 – 2019 Sechzig Millionen
Die Millionen der letzten Kriege noch gar nicht dazugerechnet.

Aber ….. !

Aber – eines der wichtigsten Worte in ihrer Sprache. Zu entschuldigen, zu erklären, zu relativieren und zu rechtfertigen haben sie gelernt, genau das, was sie ihre Welt nennen. Und genau deswegen denken und denken sie immer mehr. Kommen nicht aus dem System, nicht aus ihrem Job, und nichtmal mehr aus ihren oft kaputten Beziehungen.
Lass dich niemals ganz einwickeln, werde kein Co-Abhängiger! – lass dich bloss nicht einwickeln und packe deine Gefühle nicht in Smileys. Schlimm genug, dass es um dein Leben geht. Aber wenns dumm läuft, gehts es ja vielleicht doch um deine Seele … ?! Und ich flüstere dir ohne Zweifel zu: Ja, genau darum geht es! Glaubst du wirklich, dass das alles hier die Antwort ist? Und falls ja, überdenke mal deine Frage. Denn ganz tief in dir, da fürchtest du längst, dass es stimmt. Lass dich bloss nicht ganz verwickeln, sonst haben sie dich, die Roboter, die die Roboter programmieren! PS: Und nein, nicht jeder Fortschritt ist schlecht, – aber wenn der Fortschritt den Menschen selbst überholt, und sein Herz gar nicht mehr Schritthalten kann, dann ist er nur ein Rückschritt. Mach die Augen auf und schau um dich, dann mach die Augen zu und schaue in dein Herz. Wenn die Menschen immer mehr mechanisch nach Regeln und Vernunft leben, dann werden sie Maschinen. Und das ist alles. Und manchmal muss man es ein bisschen schwarz malen, damit man es rechtzeitig erkennt.

– Janice Orwellkowski Jakait

Gelesen vom Fortschritt selbst, ihm ist das alles egal: ROBOTER.mp3

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