Das und dies …

Wenn dir die Liebe
endlich wichtiger ist,
als dein eigenes Leben,
als all deine Sicherheiten,
dein Dach über dem Kopf, –
wenn du endlich alles loslässt,
und aus tiefstem Herzen vertraust,
dich verloren und verlassen wähnst,
und doch mit ganzem Mut deinen Fuss
ins Unvorstellbare setzt,
dann findest du sie,
denn dann kann sie dich finden …
genau dann, genau dort,
jenseits alles Begreiflichen.

———————–

Und hast du dich noch so gut
hinter bunten Kleidern und
sinnlichen Blicken versteckt,
in jeder Frau haben mich
deine wahre Schönheit und Weisheit geblendet.
Und hast du dich noch so überzeugend
ob deiner nahezu übermenschlichen Taten gerühmt,
in jedem Mann habe ich deine wahre Macht erspürt.
In jedem Menschenkinde zwinkertest du mir zu.
Dein bestes Versteck aber, mein Liebster,
das fandest du in mir selbst;
da stolpertest du dir über die eigenen Füße.
Nun versuchst du wieder, dir zu entwischen,
in meinen kleinen Worten,
in meinen begrenzten Vorstellungen.
Nur zu!
Ich zähle wieder bis zehn …
dann finde ich dich im Oleander.

———————–

Sie hatte so oft im Kopf mit ihrem Schatten ums Feuer getanzt, doch jetzt im Sonnenlicht der Welt bekam sie keinen Fuß vor den anderen. Ihr Herz hüpfte einfach nicht, es stand nahezu still. Sie fühle sich stümperhaft und fehl am Platz. Hier waren alle so leicht, ihr Herz aber wog so schwer. Diese Tänze kannte sie nicht, auch diese Leichtigkeit war ihr fremd geworden. Da nahm ihr Schatten sie an die Hand und sprach: „Komm Liebste, lass uns gehen, hier gehören wir nicht mehr hin.“ Und wo so viel Licht schien, da war auch viel Schatten, und so zog er sie aus der Tür.

Nirgendwo im Niemals

Diese Welt dreht sich jenseits
von richtig und falsch,
und inmitten von Zuneigung und Abneigung
da nur stehst du selbst ganz gerade …
in deiner wahren Größe.
Aber hebe einen Fuß zur Seite nur,
schreite heraus aus dieser Mitte,
in den lodernden Flammen des Urteils
gehst und verbrennst du dann,
bei jedem deiner Schritte.
Versuche die Wahrheit zu ergründen,
doch nur du selbst wirst dich
am Ende daran messen müssen,
ja, „wie du richtest, so wirst du gerichtet!“
Das wenige Vorstellbare ist nur
die Abwesenheit alles Unvorstellbaren.
Im Begreifbaren wohnt kein Wunder mehr,
im Verstandenen ist das Göttliche verfault.
So geh wieder ein ins Nichtwissen,
dann wird sich alles offenbaren.
Geh wieder ein ins Nichttun,
so kann sich alles vollenden.
Schaue nicht mehr voraus,
und blicke auch nicht zurück,
vergiss das Warum und das Wohin,
dann kommst du an, in dem was ist,
in der Vollkommenheit des Nirgendwo,
in der Ewigkeit des Niemals.
Zuhause in dir selbst.

Bleib bei dir

Sprich stets über das, was dich bewegt, und nicht über das, was der andere hören mag und versteht. Zeig dich immer so, wie du bist, und nie so, wie du anderen gefällst. So werden die um dich sein, die deine Sprache sprechen und die deine Gefühle fühlen; so werden dich die sehen, die sich selbst erkennen. Dann wirst du ganz bei dir sein, und nicht der, den andere aus dir machten, – dann wirst du deine ureigene Sprache sprechen, und nicht mehr nur wie ein Esel wiederholen, was schon zu oft und von zu vielen wiederholt wurde und dennoch nichts bewirkte. Dann bist du wahrhaftig. Und musst du auch alleine stehen, in deiner Wahrhaftigkeit, für eine Weile, so wird Gott dir nun zuhören und auch antworten, und er wird in deinem Herzen wohnen. Doch nur dann, wenn auch du wieder in deinem Herzen wohnst.

Aus ganzem Herzen

Oh Herrin, Oh Herr …
dein Geschlecht weiss ich nicht zu nennen,
und womöglich stehst du auch
über all diesen irdischen Dingen,
als Licht der Lichter,
als Kraft aller Kräfte;
doch ich wünschte mir
die gütige Milde einer Mutter
und die gütige Strenge eines Vater in dir.
Am meisten sehnt es mich aber
in deinen weichen Schoss,
mehr noch als in deine starken Arme.
Wie dem auch sei und wer du auch bist,
es ändert so gar nichts an mir und meinen Worten.
Gesündigt habe ich ein Leben lang,
in Ignoranz und Stolz mich gebadet,
mich hinter Sicherheiten und
Schuldzuweisungen verkrochen,
mich vor der Verantwortung und
dem Ur-Vertrauen davongestohlen.
Ängste, Neid und Eifersucht
und Bequemlichkeit über allem.
Und gern würde ich sagen, dass mir alle
meine Sünden nun vor Augen stehen,
und entschuldigen würde ich viele davon,
denn ich wollte doch nur …
und oft konnte ich nicht anders …
Doch auch das wäre zu kurz gefasst,
wäre gelogen, feige und dumm.
Du weisst es letztlich besser,
kannst in meinem Herzen sehn,
was ich selbst kaum zu erblicken vermag,
vor lauter Gedanken.
Und gern würde ich dir erklären:
ja!, jetzt habe ich verstanden,
ja!, nun bereue ich und spüre es!
Doch es gelingt mir nicht immer.
Als Närrin wünschte ich mir Weisheit,
als Weise wäre ich gern eine Närrin.
Denn welchen Unterschied macht es,
am Ende meiner Tage.
Wie viele Narren jubelten sich ins hohe Alter,
und wie viele Reumütige und Gerechte
wurden zu früh aus dem Leben gerissen.
Und vielem Wissen folgt das Gewissen,
mit der Weisheit offenbart sich auch das Leid.
Aber wozu will man all das sehen?
Die einen feiern und tanzen,
die anderen sind ohne Ausweg
und zählen die Kranken und Toten.
Doch warum und warum nicht?
Die Suche nach einer letzten Antwort,
nach einem Sinn im Sinn selbst,
gleicht dem Versuch, den Regen
in meiner löchrigen Schürze zu sammeln.
Ich werde nur nass, das ist alles.
Man mag an Himmel und Hölle glauben
oder an Karma und an Wiedergeburt
oder am Ende daran, dass eben doch
alles nur geschieht, wie es geschieht,
dass es nun mal so ist, wie es ist.
All das gleicht wieder nur dem Versuch,
den Regen in einer Schürze zu sammeln.
Letztlich landet jeder Tropfen im
unergründlichen Meer. Immer.
Alles entsteht, alles vergeht,
woher, wohin, ich weiss es nicht.
Ich habe so viele Missetaten begangen,
und doch, im Augenblick meines Handelns
habe ich stets mein Bestes gegeben.
Und wie viele Verfehlungen werde
ich noch begehen, ganz gleich wie
achtsam und bewusst ich lebe …
Wir verstehen das Leben nur rückwärts!
Ist es dann aber nicht zu spät?
Und was weiß ich schon von deinen Gesetzen,
was verstehe ich schon davon,
wie du diese Welt erblickst und ordnest.
Ist dein richtiges auch mein richtiges?
Und ist dein falsches auch mein falsches?
Und entsprang aus vielen meiner Verfehlungen
am Ende nicht doch oft ein Quell des Rechten?
Und mündete das Rechte nicht
immer wieder und wieder im Unrechten?
Ach Herrin, ach Herr … Was weiß ich schon.
Schwer ist mein Haupt ob all der Gedanken, –
ich wüsste nicht, vor was oder wem
ich mich verbeugen sollte,
doch neigt sich mein Kopf bei dem Gewicht
ganz von selbst zu Boden nun,
und es krümmt sich unter der Last
des Alters ganz von selbst mein Rücken.
Wo ich mich setze oder niederknie,
da kniet nur die Angst oder die Vernunft,
da knie ich niemals grund- und bedingungslos,
nicht aus Demut, nicht aus Liebe.
Also, was willst du damit?!
Das Leben beugt mich schon von allein.
Der Berg der Wahrhaftigkeit bezwingt mich,
ich selbst ringe mich vor dir zu Boden.
Das ist alles was ich tun kann.
Es heißt, man solle aus seinem Herzen beten,
nicht aus seinem Kopf heraus.
Und ich verstehe, ich verstehe wahrlich.
Doch wer ist schon im Stande dazu,
wer ist schon so selbstlos,
als dass er aus ganzem Herzen beten könnte.
Ich jedenfalls kann es nicht.
Alles was ich tun kann, ist,
wieder und wieder zu versuchen,
mir mein Scheitern einzugestehen,
mich zu entlarven und zu entkleiden und
in meiner Enttäuschung vor mir selbst zu stehen.
Dann erst kann ich vor dir knien.
Wahrlich, ich habe es versucht.
Doch nichts an mir ist so rein
dass es dir gerecht würde.
Die Bücher sprechen von Gnade,
die dem Menschen zuteil würde,
wo er sich nur öffnet und offenbart,
in seiner Fehlbarkeit, in seiner Sündhaftigkeit.
Was bringt es also, um Gnade zu bitten,
mit Worten und mit Spenden,
solange man noch bitten kann.
Ist nicht erst der, der nicht mehr bitten kann
in der Lange dazu und im Herzen rein?
Gnade wird einem dann Zuteil oder eben nicht.
Was also willst du mit meinen Worten,
vielleicht weist du mir einen neuen Weg,
auf dem ich im Schweigen das Rechte
wirken und bewirken kann.
Dich mit Worten um Vergebung zu bitten,
das empfinde ich als Heuchelei,
unmöglich kann ich dir ins Antlitz sehen,
dazu bin ich zu klein und mein Ego ist zu groß.
Aber du hast dich gezeigt, immer wieder,
und manchmal hast du mich getragen.
Vielleicht spürst du ja meine Dankbarkeit …
Also, Herrin, Herr, Werauchimmer
Ich weiß nicht wie viel Zeit mir bleibt,
ich weiss nur, dass ich bereits
zu viel Zeit verloren habe.
Und schau ich mich um, in dieser Welt,
scheint manchmal fast alles verloren.
Aber womöglich ist kein Morgen zu erwarten,
bevor die dunkle Nacht nicht durchschritten ist.
Vielleicht erkennt man erst im dunkelsten Dunkel
das wahrhaftige Licht wieder.
Und so will ich weiterschreiten,
mit einer Kerze in meiner Hand,
mit einem Funken in meinem Herzen …
an der Seite derer, die mir ein Licht sind.
Nur ein Mensch unter Menschen.
Je weniger ich kann und bin,
desto mehr scheinst du.
All das werfe ich dir nun entgegen,
vorbei an vielen Ohren,
die davon nichts hören wollen.
Du wirst schon verstehen …

Strandgut

Du musst es nicht in Reimen schreiben,
auch ersinn den Sätzen keine Melodie, –
deine Gefühle dürfen zu mir treiben,
wie Strandgut aus … der rauen See.
Und wenns auch holpert beim Erzählen
und dir die rechten Worte fehlen,
wenn gar Tränen deine Sätze brechen,
dann mein Liebster, dann höre ich,
die Wahrheit deines Herzens sprechen.
Leg mir die Lippen lyrisch auf den Hals,
müh dich nicht ab mit langen Zeilen,
und ich versprech dir ebenfalls,
mein Herz wird still in deinem weilen.
Was dich bewegt, das lass nur fließen,
in mein Schweigen darfst du dich ergießen.

Zwei Herzen

In ihrer Unnahbarkeit schien sie auf ihren hohen Absätzen nicht nur elegant über den Asphalt zu schweben, sondern auch über allen Dingen in dieser Welt, – jede kleinste Bewegung ihres Körpers glich einem sinnlichen Tango, nichts an ihr blieb ohne Wirkung, nichts an ihr war ohne Musik. Wer ihr in die großen, warmen Augen schaute, der ertrank fast in der Tiefe ihres Blickes, während ihm gleichzeitig in ihrem Feuer das Blut zu kochen begann. Was für ein Wesen, was für eine Faszination von ihr ausging!

Als er sie vor vier Wochen kennenlernte, und sie sich ihm und seinen vielen Worten langsam öffnete, da wagte er es kaum, nur den kleinen Finger auf ihren Schenkel zu legen, bei jeder anderen Frau läge er längst zwischen ihren Beinen. Wie ein kleiner Junge fühlte er sich plötzlich vor ihr, orientierungslos im Nebel ihrer umfangenden Weiblichkeit, im Duft an ihrem Hals. Selbst sein Atem verfing sich in ihren langen Haarsträhnen. Naiv, grob, töricht und tölpelhaft, so kam er sich vor. Aber natürlich gab er alles, sich das nicht anmerken zu lassen. Doch sie schien alles zu bemerken. Wahrlich alles. Nicht die kleinste Unsicherheit an ihm entging ihr. Und es schien geradezu, als ob genau diese Unsicherheiten sie überhaupt erst nahbar machten und mit ihren tiefen Augen lächeln ließen. Nicht nur mit ihrem großen, sinnlichen Mund.

Hinter ihren langen Wimpern wartete eine Welt auf ihn, die ihn mehr reizte, aber auch weit mehr ängstige, als der stürmische Gipfel des Mount Everest. Gewiss, viele hohe Berge hatte er schon erblickt und auch bezwungen, so meinte er jedenfalls, aber wenn kleine Kinder auf einen Gartenzaun klettern, meinen auch sie sich schon auf dem Dach der Welt. Alles was tatsächlich bisher hinter ihm lag, erschien nur mehr als ein Sandkasten und ein paar kleine Sandburgen. Und die eine oder andere davon hatte er einfach mit seinen Füßen achtlos plattgetreten. Kindergarten.

Hielt er sich bisher immer für einen furchtlosen Abenteurer, dem nichts zu gefährlich war, so hatte er bei dieser Frau keine Vorstellung mehr davon, wie er ihren Gipfel jemals erklimmen könnte, – und selbst wenn es ihm gelänge, spätestens beim Gedanken an den Abstieg wurde ihm ganz schwindelig und das Herz schlug ihm wild in der starken Brust. Würde er ihren Gipfel erklimmen, so würde ihn gleichsam auch ihr Gipfel bezwingen. Zweifellos. Es gäbe keinen Gewinner! Aber dann vielleicht auch keinen Verlierer. Er würde sich höchstens selbst verlieren, und wäre nicht mehr der, der zu ihr hinaufgestiegen ist. Aber was bliebe ihm dann noch anderes in der Welt zu entdecken, wenn er nur erst einmal ganz da oben stünde?! Und wie könnte er dann ohne sie weiterleben, ohne diesen Höhenrausch. Demut vor solch einer Größe war ihm fremd, er wollte diesen Berg beherrschen, ihn kleinmachen, damit er ihn fassen kann, – sie sollte nur sein Berg sein, und das für immer. Doch für jeden einzelnen Höhenmeter, den er machte, stürzte er in diesem Unterfangen fünf Meter in die Tiefe ab. Ganz gleich wie viele Haken und Ösen er in die Wand schlug und an wie vielen Leinen er sich sicherte, diesen Berg konnte er unmöglich an sich ketten. Und schlimmer noch, die Vorstellung, ein anderer Bergsteiger könnte, womöglich noch in seinen Haken und Ösen, den Aufstieg wagen, machte ihn rasend. Also zog es ihn hinauf, so wie es einen heißen Ballon an einem kalten Herbsttag in den Himmel zieht. Und ihm zitterten die Finger beim Gedanken an den Abstieg. Die meisten Bergsteiger am Everest sterben auf dem Weg wieder hinab, sie stürzen ab, sie verirren sich, sie erfrieren.

Doch dann geschah etwas Unerwartetes. Was eigentlich als romantischer Abend mit zwei Gläsern Rotwein im Kerzenschein geplant war, endete damit, dass sie seine Küche aufräumte. Bei aller Romantik bekam sie irgendwann einfach nur Hunger. Und er auch. Sie zog sich ihre hohen Stiefel aus und er rührte Mehl, Wasser und Eier an. Er versprach ihr die besten Pfannkuchen der Welt. Er fühlte sich großartig und plötzlich ganz leicht, hoffte, seine Kochkünste morgens halb zwei würde sie beeindrucken. Letztlich hoffen das alle Männer, auch wenn sie nur vier Rühreier braten und ihnen dabei wenigstens keine Eierschalen in die Pfanne fallen. Würde es ihm nun noch gelingen, die Pfannkuchen in die Luft zu werfen und zu wenden, vor ihren Augen, dann müsste sie doch dahinschmelzen. Doch es gelang ihm nicht, gleich der erste Pfannkuchen klatschte ins Spülbecken. Beide lachten. Eine halbe Stunde später saß er satt auf dem Parkett-Boden, – sie schüttelte mit dem Kopf, fragte ob es ein Erbeben gegeben hatte oder ob er immer so chaotisch kochen würde. Wenigstens wusste er viele interessante Dinge zu erzählen und sie zu unterhalten. Zum Beispiel, dass die Flamme einer Kerze keinen Schatten wirft.

So entschied sie sich über Nacht zu bleiben, und ihre ganze Eleganz sprang plötzlich wie ein kleines Mädchen unter die Bettdecke und schämte sich, sich zu entkleiden. Da lächelte er und verstand auf einmal …

Immer wieder war er hin und hergerissen in dieser Nacht, zwischen ihren gefährlichen Reizen, ihrer Tiefe und Sinnlichkeit, aber eben auch dem Gefühl, ihr ein Haus ums Herz bauen zu wollen, in dem sie sich behütet fühlen kann, so zerbrechlich, so rein erschien sie ebenfalls. In ihrem Körper schlugen zwei Herzen, und egal wie groß er ihr das Haus auch bauen wollte, eines ihrer Herzen schlug immer draußen vor der Tür.

Da begriff er, dass er nur ein Haus für ihre Seele bauen könnte, und dass sich diese ihm so leicht nicht offenbaren würde, und schon gar nicht in einer einzigen Nacht. Und viel mehr noch, dass es nur seine Seele ist, die einzig dazu im Stande wäre, ein solch großes Gebäude zu errichten … so groß, dass sie darin endlich frei und ganz wäre(n).

Weltenbrand und Weltenmeer

In mir brennt ein großes Feuer
das mit seinen Flammen
alles jagen und beherrschen
und dann verschlingen will.
Unzähmbar, gefährlich, gefräßig.
Doch in mir fließt auch
ein stilles, kühles Wasser dahin,
das ein jedes Brennen löschen
und alles Lebendige nähren,
trösten und liebkosen mag.
Ein Wasser, dem jede Träne
und jeder Moment heilig ist.
In diesen beiden Welten
atmen meine Gedanken;
mal tief, mal weit.
In diesen Welten versucht mein Herz
nicht vor Lust und Neugier
aus der Brust zu springen,
doch auch nicht stehen zu bleiben;
in diesen Welten ringt
meine Freiheit mit dem Verbotenen,
meine Vernunft mit dem Unvernünftigen,
das vermeintlich Rechte mit dem Falschen.
Und über diesen Welten wacht
unentwegt, still und sanft
das Licht meiner Seele …
und richtet nicht mehr.

Dies und das

Dankbarkeit macht
das Unmögliche möglich;
in Dankbarkeit heilt
und atmet die Seele.
Demut macht
das Unmögliche möglich;
in Demut erwachsen
der Mensch und seine Welt
zu ihrer wahren Größe.
Barmherzigkeit macht
das Unmögliche möglich;
Barmherzigkeit beschert
wirklichen Reichtum.
Mitgefühl macht
das Unmögliche möglich,
denn Mitgefühl ist Liebe,
und in der Liebe
ist alles verbunden.
Vertrauen macht
das Unmögliche möglich;
Vertrauen bringt Gegenwärtigkeit,
und Gegenwärtigkeit bedeutet
ganz zu sein und wieder über
die Wunder der Welt
zu staunen.

– – – – – – –

Mehr Gefühle

Mehr Wissen

Mehr Möglichkeiten

Mehr Erwartungen

Mehr Erfolg

Mehr Reichtum

Mehr Schönheit

Mehr Leben

Mehr Liebe

Mehr Hoffnung

Mehr Vertrauen

Mehr Loslassen

Mehr Werden

Mehr Sein

Mehr Weniger

Mehr dies

Mehr das

Nur ein Atemzug

Ein Lächeln

Frieden.

Die Luft zum atmen

Ich äußere mich äußerst ungern zum Thema Klimawandel und zur Abholzung der Regenwälder. Es gibt unzählige Gründe, die Natur zu schützen, aber es erschreckt mich bisweilen, dass wir panische Klimaschutzdebatten auf Grundlage völlig falscher Annahmen führen. EINE dieser unsinnigen Annahmen ist, dass die Wälder unsere Luft zum atmen generieren und Kohlendioxid binden. Was denn sonst!, könnte man meinen… und auch wenn wir das in der Schule lernen, es bleibt trotzdem FALSCH!

Der Wald verbraucht selbst so viel Sauerstoff, wie er durch Photosynthese generiert. Etwa die Hälfte des Sauerstoffs wird bei der Verrottung des organischen Materials wieder in Kohlendioxid umgesetzt, die andere Hälfte setzen die (beteiligten) Mikroorganismen um, die in diesem Wald leben. Jedes Biom ist in seiner Sauerstoff-Kohlendioxid Bilanz ausgeglichen. Es bringt also wenig, nun schnell mal Millionen von Bäumen in Monokulturen zu pflanzen! Im Gegenteil, es generiert unzählige neue Probleme. Künstliche Wälder sind z.B. viel anfälliger für Waldbrände, Sturmschäden und Schädlingsbefall – zahlreiche andere Effekte können wir gar nicht kalkulieren. Die Natur ist eben Natur, weil der Mensch mit seiner „Vernunft“ nicht eingreift – wir können die Natur und das natürliche Gleichgewicht nicht erzwingen, – wir können nur aufhören die Natur zu zerstören und sie möglichst in Ruhe lassen und uns darin einfügen. Greifen wie an einer Stelle ein, zeigt sie uns an anderer Stelle den Mittelfinger.

Der Kohlendioxidanteil in der Atmosphäre liegt bei etwa 0,04 Prozent – durch Photosynthese aller Pflanzen dieser Erde kann also unmöglich mehr als 0,04 Prozent Sauerstoff in der Atmosphäre erzeugt werden. (Photosynthese bedeutet: Wasser + 6 CO₂ → Glukose + 6 O₂) Wäre übrigens zu wenig Kohlendioxid in der Atmosphäre, würden mehr Pflanzen sterben und verrotten, was wieder Sauerstoff benötigt und Kohlendioxid freisetzt.

Nun sind aber 21 Prozent Sauerstoff in der Luft vorhanden, und nicht nur 0,04 Prozent! Das ist 525 Mal so viel, wie alles, was Pflanzen weltweit mit Photosynthese umsetzen. Wo kommt der Sauerstoff dann her?

Der Sauerstoff wurde über Milliarden von Jahren vor allem im Meer erzeugt. Da das organische Material unter Wasser auf Grund des Sauerstoffmangels nicht verrotten konnte, entstand ein Sauerstoffüberschuss. Dieser reicherte sich in der Atmosphäre an. Das Gleiche passierte unter der Erde mit unseren fossilen Brennstoffen, – sie wurden luftdicht eingeschlossen und konnten nicht verrotten. Auf ähnliche Weise verhindern die Permafrostböden die Verrottung von organischem Material, – tauen sie auf, wird wieder Sauerstoff verbraucht und Kohlendioxid erzeugt. In den Böden ist kein Kohlendioxid eingeschlossen, wie es oft heißt, sondern einfach nur organisches Material (Kohlenstoff, C) das noch nicht an der Luft (Di-Oxid, O₂) verrottet ist. Vereinfacht eben: C + O₂ → CO₂

Genau diesen Sauerstoffüberschuss verbrauchen wir dann auch, wenn wir fossile Brennstoffe verheizen, wie etwa Kohle, die unter Luftabschluss aus Holz entstand oder Öl, das vorwiegend aus Algen gebildet wurde. Entsprechend fällt bei der Verbrennung dann auch das Kohlendioxid an, das vor Millionen Jahren bei der Verrottung angefallen wäre. Nein, gut ist das nicht fürs Klima!, aber verstehen sollte man die Grundlagen besser schon, bevor man nun nach schnellen Lösungen gegen den Klimawandel schreit …. denn gerade schelle Lösungen und „Mehr und mehr von allem“ sind ein Teil des Problems.

Solange wir das nicht begreifen, sollten wir auch nicht wild über Strategien zur Klimarettung spekulieren. Erst wenn wir unsere Rolle in diesem System endlich erkennen, liegt die Lösung geradezu auf der Hand. Was die Unterwerfung und Zerstörung der Natur mit dem Verlust unserer eigenen menschlichen Natur zu tun hat, darüber habe ich dann etwas mehr im neuen Buch geschrieben, das ist dann schon eher mein Thema.

Quellen: Mehr zu den Zahlen findet man z.B. hier im Artikel der National Geographic.

Erst wenn du fällst

Wenn du alles verlierst,
sei es durch Krankheit
oder absolute Überforderung,
durch krasse Fehlentscheidungen
oder einen anderen Schicksalsschlag,
dann kannst du sie wahrlich sehen,
die seidenen Fäden der Liebe,
die dich nicht loslassen,
ganz egal was ist,
ganz gleich über welchem
Abgrund du hängst.
Wenn du auch durch jedes Netz fällst,
lassen sie dich nicht los.
Wenn du alles verlierst,
dann lernst du zu unterscheiden, –
wirklich zu unterscheiden!,
zwischen Zuneigung oder gar
Abhängigkeit auf der einen Seite,
und bedingungsloser Liebe
und Verbundenheit auf der anderen.
In guten Zeiten sehen sie sich
zum Verwechseln ähnlich, –
in guten Zeiten sind viele gern bei dir,
sofern sie sich gut fühlen,
du sie erfüllst und bestätigst.
Aber warte nur, bis du leer bist,
bis du nichts mehr zu geben hast,
außer deine nackte Seele,
dann erkennst du den Unterschied.
Dann erst erfährst du wahrlich,
was das Wunder der Liebe eigentlich ist;
was Halt und Geborgenheit bedeuten.
Es ist so viel mehr
als nur Sonnenschein an Sommertagen.
Erst wenn du fällst,
spürst du ihre Kraft, in dir selbst und
in denen, mit denen sie verbunden ist.
Erst wenn du fällst,
fängt sie dich wirklich auf.
Und es ist wahr,
was du bekommst,
ist immer das,
was du gegeben hast. –jj.