ZEN für den durstigen Fisch

»ZEN für den durstigen Fisch«
Der einzige Altar für das Namenlose mit den vielen Namen, – für das Selbst, das Dao, das Urbewusstsein, das All-Eine, Brahman, Gott … ist ein leerer Altar. Wer könnte das Namenlose und All-Eine denn noch verehren wollen, als verirrte Gedanken allein, die sich gerade darin noch weiter verirren. Auch kümmern das Namenlose keine Gewänder mit bedeutungsvollen Symbolen, und keine klugen oder hohen Worte mehr, – es trägt nichts als sich selbst, und seine Sprache ist das Schweigen, in dem viel zu viel gedacht und gesprochen wird. Wem könnten denn diese Worte und Symbole noch etwas bedeuten, als nur den Gedanken selbst; die sich doch nur durch diese Worte und Symbole überhaupt erst vom Namenlosen getrennt wähnen. Ist es doch alles was sie sind. Abstrakte Vorstellungen. Und im Denken und Sprechen trennen sie nur alles immer weiter von allem. Wer denkt über was nach, wer spricht zu wem, und wer hört zu? Trennung und Verengung, die Natur des Denkens selbst. Das Namenlose hat nichts mehr zu suchen, nichts mehr zu finden, – nichts mehr zu fragen und nichts mehr zu antworten. Alles ist in ihm vereint. Das Namenlose ist alles im Nichts, – wozu also noch einen Altar, wozu sich vor sich selbst verbeugen? … Und wenn du dich mit deinem Namen noch im Namenlosen suchst, dann setze dich einfach in den leeren Schrank zu ihm, in dem die heiligsten Bücher nachts wieder weggeschlossen werden. Worte und Bücher verkomplizieren nur alles. Denken ist nicht wissen! Das denken nur Gedanken die nicht wissen. Die Wahrheit ist in jeder leeren Seite zu erfahren, der Gedanken keine Beachtung schenken. In jedem Raum zwischen den Buchstaben wartet sie, bis die Gedanken sie auch dort erblicken und beGREIFEN wollen; dann verbirgt sie sich sogleich. Nur mit den Augen zu schauen bedeutet für alles andere blind zu sein. Etwas zu verstehen bedeutet gleichsam alles andere zu vergessen. Irgendwo ankommen zu wollen, bedeutet alles andere zurückzulassen. – Jeanne, die mit dem schönen Namen
»Unsinn für den hungrigen Fisch«

Du wirst niemals ..

Ich fühle alles so intensiv

Also leide ich auch

Oft auf unvorstellbare Weise

Und ich ziehe in Kriege

Von denen du niemals hören wirst

Ich kämpfe für Gefühle

Und ich ringe mit Gefühlen

Die du niemals fühlen wirst

Ich habe Dinge erfahren und erlebt

Die dir niemals widerfahren werden

Also hör auf, hör endlich auf damit!

Hör auf zu sagen:„Sei einfach glücklich!“

Glück für mich heißt, am Leben zu sein

Noch immer am Leben, wirklich am Leben

Und ich bin so viel lebendiger

als eintausend glückliche Menschen
Und hör auf zu sagen, ich soll weniger denken

und einfach andere Gefühle fühlen

Fühl nur die Hälfte dessen, was ich fühle

Ohne dabei deinen Verstand zu verlieren

Dann erst wirst du verstehn!


Ruhe!

Meine gegenwärtige Situation, dass ich einfach alles fließen lasse, damit ich selbst endlich wieder ganz fließen kann, lässt sich an folgendem Beispiel wunderbar verdeutlichen. Ich notiere mir zwei Sachen auf dem Einkaufszettel: Tabak und Zahncreme. Und dann denke ich mir noch: ‚Ach was, wenn der Tabak leer ist, dann hör ich halt auch noch auf zu rauchen.‘ Und dann geh ich zum Briefkasten, und was ist drin: Eine Tube Zahncreme … so ein mittelgroßes Testpäckchen. So in etwa, jeder Tag! Es funktioniert mit Zahncreme, und sogar mit Menschen! – es findet uns, was zu uns gehört, wenn wir uns diesem Vertrauen nur immer weiter öffnen; und es findet uns auf Wegen, die wir mit der Vorstellung nicht erwartet hätten. Und das macht das Sein wieder zum Wunder, zum Unvorgestellten! Und das steht im Kontrast zu allem, wirklich allem, was ich gelernt habe und für „vernünftig“ halte. Denn alles in dieser Welt hat doch einen Preis, nicht wahr? Und alles von Wert kostet große Mühe und Anstrengung … und so mühen wir uns ein Leben lang, wenn es oft auch nur darum geht, bloß nichts wieder zu verlieren. Dabei würde uns alles Wesentliche in jedem Augenblick neu geschenkt, wenn wir doch nur …
… und schon der Buddha mahnte uns, dass wir nur leiden würden, weil wir etwas anderes begehren, als das, was einfach sein will, und was stets rein und vollkommen wäre.

Die Ironie nun aber ist, um dorthin zurückzugelangen, musst du nun auch erstmal alles gegeben haben, irgendwo, irgendwie. So wie Siddhartha sich da selbst erstmal gegen jede Vernunft und fast zu Tode mühen musste, weil er an die Erleuchtung und Buddhaschaft glaubte. Und dann macht sogar dieser Satz in der Bibel Sinn, wo Gott nur die suchst, die ihn mit aller Anstrengung suchen. Nicht die, die nur an ihn glauben, und sich dann in materielle Sicherheiten flüchten. Es ist nämlich der Weg zurück von einem Irrweg, den wir nur alleine zu Ende gehen können, weil wir ihn auch allein begonnen haben. Zurück ins Vertrauen, zu Gott und zurück zu uns selbst finden wir nur, indem wir diesen Irrweg gegen alle existenziellen Ängste und Zweifel auch zu Ende gehen; und es ist egal für welchen Weg wir uns entschieden haben…. und woran wir da nun glauben, ob an profunde Ziele oder an Gott oder gar an die große Erleuchtung. Auf dem Weg selbst wird aus Zweifel dann Vertrauen … und aus Vertrauen wieder Gewissheit. Und was wir dann finden, dafür findet sich kein Wort mehr. Es ist einfach wieder „DAS“, was wirklich ist und was wir wirklich sind, – und es ist nichts mehr von dem, was wir da denken. Egal wie viel und wie „groß“ wir denken.

Ich habe einen Zustand erreicht, in dem es mir völlig egal ist, was ich an materiellen Dingen und „von mir“ noch verlieren könnte. Und was man wirklich braucht und will, mit dem Herzen, nicht mit dem Kopf!, das findet einen. Es ist irre, wie frei das macht, und dass es umso besser funktioniert, je mehr das Vertrauen zur Gewissheit wächst. Und man kann das nicht erzwingen, es ist eine Konsequenz, es wird eine Tugend, die man auf dem Weg erlangt, – und das braucht auch die Zeit, die du brauchst, damit der Mut wächst. Denn das allein ist Mut! – mit aller Kraft vertrauen, wo du noch keine Gewissheit hast! Das ist kein moderner Trend zum Minimalismus und kein bequemer „Ab heute vertraue ich auf Gott“-Vorsatz und kein „Alles ist schon erleuchtet“-Gequatsche. Es ist einfach nur so wie es jetzt ist, – nur in der Erfahrung selbst! – und die nimmst du dann an. Allein das spült dich auf deinen Weg … ein Weg, der mir vor einem Jahr als Kontrollfreak noch allergrößte Panik gemacht hätte. Davon zu träumen ist das eine, aber dann wirklich zu fließen und in allem zu „sein“ … es ist der Untergang einer kompletten Scheinwelt im Kopf, die mein Leben und die ich selbst geworden war. Es kam fast einem Sterben nahe, um endlich das Wunder des Lebens und der Schöpfung wirklich wieder erfahren zu können. Es auch als mein Wunder erfahren zu können.

Als ich völlig allein auf dem Atlantik damals Thor Heyerdahl las, hatte ich ihn noch nicht ganz verstanden, was er da über das Vertrauen schrieb, als er ebenfalls mit seinem Floß über den Pazifik trieb. Aber ich begann zu ahnen, und selbst zu erleben. Er begriff zutiefst, dass selbst auf dem Meer alles zu dir findet, wenn du es kommen lässt, wenn du wirklich vertraust, und nicht zweifelst oder nur hoffst. Das ist dann Gewissheit, und was erstmal gewiss ist, ist dann wahr und da. Alles was uns von allem trennt, ist nur der Zweifel und die Zeit … und das ist auch alles, was uns von Gott trennt, und damit von uns selbst.

Was lebst du denn noch wie ein Bettler! Hast du denn vergessen, dass du ein Teil Gottes bist? Oder lies eben eine schlecht übersetze Ausgabe der Bibel, und dann sei eben auch nur ein Kind Gottes, das wäre doch ebenfalls schon genug um nicht mehr zu betteln und dich zu fürchten.

»Die Apostel mühen sich ab, das Boot unter Kontrolle zu halten, und nutzen ihre ganze Erfahrung, um es sicher durch den Sturm zu bringen. Aber es ist aussichtslos! Den Tod vor Augen wecken sie Jesus und flehen: „Herr, rette uns, wir sterben!“ (Matthäus 8:25). Da fragt Jesus: „Warum habt ihr solche Angst? Habt ihr so wenig Glauben?“ Dann spricht er ein Machtwort zu dem Wind und befiehlt dem See: „Ruhe!“«

Und damit gebe ich auch schon wieder zurück an Facebook und seine Masterclass- und Webinar-Wunderwelten zum Thema „Netzwerk-Marketing“ und „Mit Daytrading zum Millionär“. Schönen Abend euch. – Jeanne via Facebook

Musik beim Schreiben:

Mit jedem Schritt

Eigentlich hatte ich alles im Leben. Verlobungsringe, reichlich Fame und Funk, viele Garantien und Sicherheiten, Geld und Aktien, Traumjob, großes Haus, Weltrekorde, Bestseller … Und gewiss hätte ich noch viel mehr davon haben können. Vor mir lagen so unglaublich außergewöhnliche Chancen. Aber alle hab ich in den Sand gesetzt Veni, vidi, violini – ich kam, sah und vergeigte eben. Nur weil mein Herz einfach keine Ruhe fand und stets weiter drängte; weil alles zwar oft sehr groß war, aber doch nicht meins; weil es mich eher verdrehte und nach unten verbog, mich kleiner und unauthentischer machte, oft lange kaum spürbar allerdings. Und so packte ich meine alte Gitarre wieder ein und folgte meinem Herzen, oft gegen jede Vernunft und gegen die allergrößten Widerstände und Hoffnungen. Auch in so manchen bodenlosen Abgrund hinein, – in lange, stockdunkle und hoffnungslose Nächte.

Jetzt habe ich nichts mehr, außer mich selbst und mein tollkühnes Herz, – weit wie die Welt, offen wie ein Scheunentor… und darin: Gott selbst und ein paar Menschen, für die das schon alles sehr richtig so ist, für die ich richtig so bin, und wirklich nah und groß. Vor mir liegt mal wieder nichts als der Horizont, und er erwartet meinen nächsten Schritt. Der Zauber, der jedem Anfang inne wohnt, er wohnt nun jedem meiner Schritte inne, wo ich nur wahrhaftig und aufrecht schreite. Und das ist alles. Nichts bleibt, alles fließt und ist bis zum Loslassen einfach nur so, wie es hier und jetzt eben ist. Aber im Augenblick dann ist es ganz und vollkommen. Und ich wurzle nirgendwo mehr, außer in mir selbst und damit auch in Gott, und in den Menschen, die ebenfalls in sich und damit in Gott wurzeln. Damit verwurzeln wir uns miteinander, ohne uns zu fesseln. Uns gehört nur der Horizont, und alles Verborgene dahinter. Hier gehört uns nichts mehr, hier sind wir nur mehr Gäste, und alles ist uns nur in jedem Augenblick neu geschenkt. Was kommt, kommt ganz; was geht, das geht für immer. Wer sich daran klammert, der klammert sich an nichts; und irgendwann klammert das Nichts dann zurück. Und wenn ich eines gelernt habe im Leben, dann das: Menschen, die das Nichts schon in den Armen hält, die reißen jeden mit sich, den sie da irgendwie noch zu fassen bekommen. Und alles was uns warnen kann… ist unser Herz. Habt Mut und hört es wieder schlagen!

Der Schauspieler Jim Carrey wünschte uns allen einmal, dass wir uns alle unsere Wünsche, und Träume erfüllen könnten, alles besitzen, alle unsere Ziele erreichen und allen Erfolg dieser Welt hätten, damit wir endlich mit eigenen Augen erkennen würden, dass das allein die Antwort nicht ist. Recht hatte er! — Jeanne via Facebook

Musik beim Schreiben:

Wieder und immer wieder

Wie leichtfertig es doch war, anzunehmen,
dass auch jeder andere sein Innerstes
gern ganz nach außen stülpen würde.
Damit es tief berührt werden kann,
und auch selbst tief berühren darf.
Und wie fahrlässig ich da handelte,
ohne es damals besser zu wissen,
ohne gut auf mich zu achten,
so transparent und durchlässig zu sein,
ganz offen, ganz weit, ganz weich.
So drang das Äußere der anderen, –
ihr Engstirniges, Hartes und Forderndes,
mir dann im ersten Winter gleich,
wie eine scharfkantige Lanze aus Eis,
mitten ins warme, offene Herz ein.
Immer wieder und immer tiefer.
Und stets nahm ich umgehend an,
dass ich nur nicht warm genug wäre
um das Eisige schmelzen zu können.
Dass es längst viel zu kalt sein könnte,
kam mir nicht wirklich in den Sinn;
das schien mir einfach unvorstellbar.
Also hoffte ich auf den nächsten Frühling.
Und dann auf den übernächsten.
Doch in jedem Jahr fror ich ein wenig mehr.
Da half auch kein neuer Rekord-Sommer.
Ich meinte noch, ich müsste stattdessen
nun vielleicht selbst viel kälter werden,
um mich anzupassen und abzuhärten.
Und ich übte mich auch sehr darin…
Wie kalt ich längst war, bemerkte ich nicht.
Dann brach ein anderer Schmerz herein…
Der trostloseste Schmerz den ein Herz
nicht mehr zu ertragen im Stande ist:
Das Versterben aller Gefühle selbst.
Nichts mehr spüren, lebendig tot sein,
ein leeres Herz, das völlig umsonst schlägt.
Die dunkelste und kälteste Jahreszeit
im Leben eines Menschen gewiss.
Mir blieb nichts anderes mehr übrig,
als mir mein Licht wieder anzuzünden,
mich zu öffnen und verletzbar zu sein.
Und so oft erlosch es wieder,
wenn der unbändige Wind da draußen
einen tosenden Sturm entfesselte.
Also zündetet ich es wieder an.
Wieder, und wieder, und wieder.
Es gab Nächte, da wäre ich einfach gern
eingeschlafen in der betäubenden Kälte,
auf meinem Lager verbrauchter Zündhölzer.
Und manchmal fühlt sich Kälte wie Hitze an;
dann wollte ich gern wieder ganz nackt sein.
Doch dann bist du fast schon erfroren.
Nun brennt es aber wieder, mein Licht.
Und ganz langsam fange ich Feuer;
weiß nur nicht, wofür ich brennen soll.
Ich warte noch auf den Frühling, mal wieder,
auf die ersten Knospen der Inspiration,
die wirklich auch Blüten austreiben,
aus denen Früchte heranreifen könnten;
und ich warte darauf, dass sich die Wege
unter dem Wintermantel wieder auftun.
Noch kann ich keinen einzigen erblicken.
Ich vertraue jedoch auf Gott und darauf,
dass überhaupt noch ein Weg da ist.
Wohin er mich führen wird,
das werden wir dann sehn.
Aber mich nun verschließen
und mein Licht verbergen,
das kann ich einfach nicht.
Und inzwischen erkenne ich auch,
dass ich das gar nicht mehr muss.
Denn da erscheint nun ein anderes Licht,
das alles durchdringt und umfängt,
und in das mein Licht nur hineinscheint.
Und manchmal sitze ich in diesem Licht,
schweige, und dann sind da keine
Fragen und keine Antworten mehr nötig.
Ein Licht so strahlend und warm, dass da
keine Dunkelheit und keine Kälte mehr sind.
Man muss es nur aushalten können …
Sie viel Licht, so viel Liebe … in uns.
Es wird mir den Weg schon weisen.
Gut möglich, dass es selbst
ein ganz neuer Weg für mich ist…
und vielleicht sogar der Weg der Wege.
Ins absolute Nichts jedenfalls kann
sicher kein Weg mehr führen,
komme ich doch gerade von dort,
und kehre gewiss nie mehr um.
Was habe ich also zu verlieren …
den nächsten Herzensweg nehm ich!
– Jeanne / inspiriert von Kathrina

Song beim Schreiben: David Bowie / Under Pressure Live

Bleib in deiner Mitte

Wenn du dir mehr Anerkennung für deine Arbeit und größere Aufmerksamkeit wünschst, lass mich dir folgendes als Mahnung mit auf den Weg geben: Wenn du echt für etwas brennst, dann schauen dir mit etwas Glück auch mal viele Millionen beim Brennen zu… aber letztlich würden sie dir auch nur tatenlos zuschauen, wenn du darin ausbrennst und verbrennst. Und lass mich dir ganz ehrlich sagen: Ja!, dieses Gefühl ist erstmal überwältigend, ich habe es ein paar Jahre lang erleben dürfen. Doch ob diese Millionen da nun klatschen oder mit dem Kopf schütteln, oder dich gar kopieren oder zerreißen wollen, letztlich unterhältst du sie nur, damit sie sich nicht mit sich selbst auseinandersetzen setzen müssen; und damit sie wieder ihre vorschnellen Meinungen, Schubladen und Vorurteile bedienen können, in denen sie selbst feststecken. Und wenn du „Glück hast“, passt du halt auch rein. Aber ist das wirklich erstrebenswert? Versuche niemals dieser grauen Masse zu entsprechen oder ihnen zu gefallen, denn dann wirst du so kalt und leblos wie sie, – dein eigenes Feuer wird verlöschen.

Aber dann gibt es eben die wenigen anderen, die du womöglich längst schon inspirierst dazu, ihr eigenes Feuer zu erhalten, und die sich dir und deinem Wirken auch mit ihrem eigenem Licht und ihrer Wärme öffnen… teile dich mit denen und bleibe stets einer von ihnen! Sie sind die einzigen, die dich wirklich sehen, schätzen und nicht vergessen werden, – als der, der du bist; nicht als das, was du (für sie) tun kannst!, – und sie sind die einzigen, die sich dir wirklich zeigen und dir auch echtes Licht und herzliche Wärme zurückgeben. Alles andere ist nur Schein und Reibungshitze, die dir eigene Energie und Aufmerksamkeit abziehen.

Nur zehn von diesen wenigen sind ein größeres Geschenk, als zehn Millionen der vielen. Natürlich, nimm es mit, wenn dir größere Aufmerksamkeit einmal im Leben zuteil werden sollte, freu dich daran, genieß es!, aber begreife es als das, was es ist: Auch nur Unterhaltung für dich selbst! … Und ein dir eröffnetes Angebot, in ihrem Schubladen-Gefängnis nun als „privilegierter“ Entertainer oder Motivator auftreten zu dürfen. Aber dazu müsstest du ebenfalls dort einziehen, denn wirklich raus wollen die allerwenigsten. Es ist nichts persönliches, aber sie brauchen einen mit echtem Feuer, den sie verheizen können. Also verbiege dich nie, buhle nicht um andere. Willst du wirklich dort leben und doch nur den Clown machen!? Nimm es nicht ernster als es ist, und mach einfach das, was dir wirklich Freude macht und Sinn gibt.

Pass dich niemals an, nur weil du nicht zu passen scheinst! Sei lieber arm an allem, als dass du arm an Licht und Wärme bist … und sei besser ein Niemand, der sich selbst und anderen nahe sein kann … als ein bedeutsamer Jemand, den jeder nur kennt. Sei selbst dein größter Fan, aber ebenso auch dein größter Kritiker, – so hält sich alles die Waage! Mach mal alles richtig, und dann aber auch mal wieder alles falsch. Das Echte findet sich in dieser Mitte, – niemals im Ideal und Hype aber auch nie in Verriss und Entwertung. Also lass dich nicht anstecken und aus dieser Mitte herauslocken. Locke dich selbst nie aus deiner Mitte.

Und falls du doch die Welt erleuchten oder retten magst, so wie ich es dann oft wollte, es ist Unsinn … es reicht schon, wenn du auch nur im Leben eines einzigen anderen Menschen einen wirklichen Unterschied machst … und er in deinem. Das ist wahrer Reichtum, und das ist der größte Erfolg. Der Rest kommt dann von selbst. Ich habe lange gebraucht, um bei den vermeintlich enormen Erfolgen und noch viel enormeren Misserfolgen zu erkennen, wie reich ich eigentlich wirklich geworden bin.

Lasst mich noch eine kleine Anekdote teilen, die für mich persönlich dazu geführt hat, diesen ganzen Zirkus nicht mehr so ernst zu nehmen. Ich hatte eigentlich alles erreicht, von dem ich als Teenager geträumt hatte. Ich stand auf der Bühne, war oft im Fernsehen und im Radio, verkaufte SPIEGEL-Besteller, lebte über Jahre fast nur im Hotel. Und doch wurmte es mich, dass ich nie bei Lanz in der Sendung war, weil ich dachte, dass Erfolg sich erst daran messen ließe, … das sagten mir jedenfalls viele mit denen ich zusammenarbeitete. Was wenige wissen: Ich wurde zweimal zum Vorab-Interview in die Sendung eingeladen. Und sie hatten so viel zu tun, dass sie mich in Hamburg einfach vergessen haben, – ich war extra 500 Kilometer weit angereist. Es ist nur ein Sinnbild, aber ich finde, da steckt alles drin. Erst da begriff ich, was das Wort „Unterhaltungsindustrie“ wirklich bedeutet.

Ob nun im Fernsehen oder auf Facebook … mach dich nicht zur Ware, indem du dich darüber definierst, wie oft du konsumiert wirst! Wenn du eine Rampensau bist, dann geh auf die Rampe und hab Spaß, aber mach dir die Rampe niemals zum Maßstab für dich, deine Qualitäten und deinen Erfolg. Sonst wirst du irgendwann Dinge tun und sagen, die du eigentlich gar nicht tun und sagen wolltest. Und du wirst es nicht mal mehr bemerken!!! … es werden einfach nur die Dinge sein, die alle anderen gern sehen und hören wollen. Dann bist du einer von ihnen geworden; und du selbst zu sein und dich weiterzuentwickeln, fühlt sich dann schnell wie ein Scheitern an. Doch du musst weiter, denn nur der Weg den du wagst, führt dich wieder ganz zu dir.

»Wenn man sich nur erstmal wieder daran erinnert, dass man JETZT und HIER ist, und völlig frei darin, Nein! zu sagen, zu Sorgen, anderen Meinungen und Abhängigkeiten, und Ja! zu sagen, zu sich selbst, zu Mut und neuen Abenteuern, dann ist dieses Leben gar nicht mehr so kompliziert… und verdammt aufregend!« – Janice

TEIL II – Es folgen nun noch einige Gedanken von dieser Woche, die die eher spirituelle Seite dieses Themas beleuchten … „Bleib in deiner Mitte“ weiterlesen

Spring hinein!

Auf deiner Lebensreise wirst du an einen großen Fluss gelangen. Und keine Brücke führt hinüber. Da kannst du flussaufwärts und flussabwärts wandern, aber sei dir gewiss, es wird sich keine Überquerung finden. Dafür aber viele Wege, die dich in deine Vergangenheit zurückführen wollen. Ich sage dir, nimm keinen davon! Vertraue dir mit ganzem Herzen, vertraue dem Strom und spring hinein! Und erst wirst du nicht wissen, wie dir geschieht, – und du wirst diesen Sprung bereuen und gewiss meinen, nun zu ertrinken. Je mehr du kämpfst, um so tiefer zieht dich das Wasser zum Grund. Also hörst du auf zu kämpfen, lässt los!, und da trägt es dich empor! Und plötzlich stehst du am anderen Ufer. Bist nicht einmal mehr nass. Dort finden sich keine Wege, aber vertraute Stimmen kannst du vernehmen, und Vögel, die du sehr lange nicht mehr singen hörtest. Die Luft ist so klar, dein Herz ist so weit. Du schließt deine Augen, du lächelst, du weißt … und da nimmt jemand deine Hand und flüstert: „Schön dass du wieder da bist!“

– Janice Jakait / „Fragmente“

Gute Reise!

Oh, ihr alten Seelen!
Allein kamt ihr in diese Welt,
und nun geht ihr allein.

Ihr scheint neben die Welt geboren,
als würde sie sich an euch vorbeidrehen.
Und es scheint schon ein Wunder,
dass ihre Schwerkraft euch betrifft,
ihr ungewöhnlichen Seelen unter den vielen.
Doch eure Schwere ist eine andere.
Eine, die euch hineinzieht ins Ganze,
und nicht hinab auf den Boden dieser Erde.
Ihr wandelt allein, und doch nicht einsam.
Eure Sehnsucht ist längst eine Gewissheit.
Und doch fesseln euch die alten Märchen
immer noch, wenn ihr im Kreise aller weilt.
Diese alten Märchen über die Liebe,

über Romantik, Glück und Seligkeit, –
die alten Märchen über Gott und die Welt.

Doch jeden Morgen wieder,
erwacht ihr aus diesen Märchen,
während die anderen weiterträumen.
Nichts kann euch näher sein,
als eine andere alte Seele,
die sich ebenfalls selbst nahe ist.
Sich selbst so nahe schon,
dass ihr euch ineinander begegnen könnt.
Kaum einer versteht euch in eurer Tiefe,
wurzelt ihr doch längst nicht mehr
in dieser kleingeistigen Welt.

Gute Reise!, ihr weisen und leisen Seelen;
lasst euer Reisegepäck nur zurück.
Was ihr für diese Reise noch benötigt,
das wartet schon auf euch.
Der Zug, in dem ihr unterwegs seid,
wird nun an jeder Haltestelle leerer.
Die meisten Seelen an eurer Seite
verlassen bald das Abteil.
Genießt nur die Ruhe,
es ist nicht mehr weit!

Idealisierung und Entwertung

Der Kaffee kocht gleich, es ist also wieder Zeit für einen Text aus der Rubrik #Kaffeegedanken … meine tägliche Zäsur, ein Inhalten und Reflektieren brandaktueller Gedanken. Gerade noch saß ich auf dem Balkon, erinnerte mich an ein Gespräch von gestern, in dem es um idealisierende und entwertende Persönlichkeitsanteile in uns ging. Zwei Überzeugungen, zwei Stimmen, die ständig miteinander ringen. Die Geschwister aller Probleme, wie ich sie gern bezeichne. Die eine macht uns runter, kommt mit Schuldgefühlen und Angst daher; die andere zieht uns hoch und richtet uns wieder auf. Was für ein Theater eigentlich!
Und ich sehe mich da inzwischen als Mutter zweier Kinder auch. Halte den Laden halt zusammen. Koche, höre beiden Stimmen zu und schlichte wo es geht. Was Mütter eben so machen. Und abends kleb ich mir nen Schnurrbart ins Gesicht, fahre in eine Stripbar, lass mich volllaufen und hab für ewig genug von dieser Familie. Dann läuft Billy Joels Piano Man! Und am nächsten Morgen liegt ein neuer Tag in meinem Bett, sagte „Hallo Süße!“ und ich weiß nicht mal seinen Namen.
Umgehend mag man da auch an Sigmund Freud oder C.G. Jung denken wenn es um Persönlichkeitsanteile, um Entwertung und Idealisierung geht, – Themen, mit denen sich die Tiefenpsychologie bzw. die Psychoanalyse seit gefühlten Jahrtausenden schon herumschlägt …

Nun hörte ich gestern aber auch einem Pastor zu, wie er aus einer anderen Perspektive darüber sprach. Jedenfalls erkannte ich da überraschend große Schnittmengen.


Jeden einzelnen Tag, so hob er ab, würde er darum ringen, sich ganz in Gott hineinfallen zu lassen. „Die to Self, Surrender to Christ“, so war seine Ansprache untertitelt. Ich war überrascht einen Christen derart klar über den Akt der Selbsthingabe sprechen zu hören, über das „Self-Surrendering“, wie Ramana Maharshi es stattdessen nannte; oder „Komplettes Loslassen“ meine Nachbarin Hildegard.

Also blieb ich dran und hörte mir die ganze Rede an. Ich höre gern auch Christen zu, die derart ringen und suchen noch, und so offen sind auch. Er sprach ebenfalls über zwei Stimmen in uns, und er ordnete sie wenig überraschend der Stimme Gottes und dem Teufel zu. Und er sprach darüber, wie diese beiden Stimmen voneinander zu unterscheiden wären, und woher man wüsste, dass es wirklich Gottes Stimme sei, der man da folgen würde. Was er da ausführte, ja letztlich, was die Bibel selbst da ausführt, beschäftigte mich heute morgen wieder, denn es deckte sich an vielen Punkten noch besser jetzt mit ebendiesen Gedanken zu den idealisierenden oder entwertenden Persönlichkeitsanteilen in uns.

Der Pastor sagte etwas, das in mir hängen blieb: „Der Teufel ermuntert uns dazu, WEGZULAUFEN!, während Gott uns zurufe, zu ihm zu kommen und ihm zu folgen. Daran würden wir beide erkennen also!
Mir kam sofort das Thema „Nähe & Distanz“ in den Sinn, welches sich so wunderbar in diesem Bild beschreiben ließe. Die Nähe und Distanz zu mir selbst, zu anderen und zu allem. Das ewige Hin und Her. Und vielleicht erinnert ihr euch noch an mein Zitat von letzter Woche:



„Mein Wort für Gott ist Resonanz. Sich wirklich verbinden! Mit irgendwas, mit irgendwem [mit mir selbst auch!]. Denn Gott ist überall. Und ich bin in Gott, in allem, mit dem ich verbunden bin. Alles ist verbunden! Zu Gott zu finden, bedeutet sich hinzugeben. Ich brauche keinen Religion. Liebe und Mitgefühl, daran glaube ich“

Und letztlich ist mit diesem Verbinden, „Idealisierung und Entwertung“ weiterlesen

Über die Freiheit in einer Welt der Angst

Ich hatte niemals wirklich in letzter Konsequenz nachvollziehen können, weshalb so viele historische Persönlichkeiten nahezu aller Religionen, Länder und Epochen sich am Ende in die Einsamkeit zurückzogen, sich eine Kutte überwarfen und die Türen ihres alten Lebens „einfach“ hinter sich schlossen. Um dann ein demütiges Leben in großer Bescheidenheit aber auch in Armut zu führen: Aber offenbar inmitten es großen inneren Reichtums, und mit ganz anderen Menschen an ihrer Seite, denen sie da nun plötzlich begegneten.

Franz von Assisi kommt mir da in den Sinn, Hildegard von Bingen ein Stück weit, oder die islamische Heilige Rabia von Basra, und so geht das weiter bis Gandhi und Johannes vom Kreuz. So viele Namen steigen in mir auf, – so viele Menschen auch, die nicht mal der Scheiterhaufen vom Weg abbringen konnte. Und am Ende waren selbst Buddha oder Jesus bettelarm, und zählten doch zu den reichsten Menschen auf Erden offenbar. Was ist da passiert mit diesen Menschen und warum gelang ihnen dieser Schritt, der uns so schwer fällt oft? … der Schritt hinein ins Urvertrauen und hinaus in eine andere Freiheit! Meine Mokkakanne steht wie jeden Morgen wieder auf der Herdplatte, ich möchte meine Gedanken heute zu diesem Thema fließen lassen… bis der Kaffee fertig ist, und gewiss ein paar Zeilen länger. #Kaffeegedanken

Viele von uns haben Erfahrungen machen dürfen, die mit Logik und Ratio nicht mehr so einfach zu erklären sind, und die uns Momente tiefster Liebe, Geborgenheit und Friedens in einem ganz außergewöhnlichen Maße gewährten. Damit beginnt jeder Weg, und jede Erfahrung ist individuell, unterschiedlich tief und nicht wirklich vergleichbar. Und auch in der Geschichte der Mystik wurde vielen Menschen eine Erfahrung oder Erscheinung zuteil, und erst diese wies ihnen einen ganz neuen Weg. Immer wieder war es Gott selbst, der sich da offenbarte, so steht es jedenfalls oft geschrieben. Da wurde dann Gott nachgefolgt oder auch mal mit ihm gerungen, so wie es Jakob im alten Testament tat. Aber ein Wunder oder eine Erscheinung allein vermag es selten, einen Menschen sofort, in einem einzigen Augenblick und für immer zu verändern. Vielleicht FÜR einen Augenblick, doch dann übernimmt der Alltag eben doch wieder, und diese Reise beginnt, auf der so viele von uns unterwegs sind… und da versuchen, diese ganz neuen Erfahrungen ins alte Leben zu integrieren. Nach Mythenforscher Joseph Campbell also die letzte große (größte!) Herausforderung der klassischen Heldenreise, nämlich den Schatz zurückzubringen eben, was draus zu machen und vor allem: IHN AUCH ZU TEILEN mit anderen. Hier aber blendet Hollywood in der Regel auch schon wieder ab.

Und ja, es geht auch darum, wieder in diese Erfahrungen selbst ganz hineinzufallen und sie bloß nicht wieder zu vergessen. Und der Kreis der Menschen wird immer kleiner, die einen dabei noch verstehen wollen, – und der Kreis derer wird größer, die einen einfach nur für verrückt erklären. Zu einem Königsweg wird ein Weg ohnehin erst, wenn er auch viele Irrwege überwunden hat. Doch an seinen Irrwegen allein wird der Mensch oft gemessen dann. Wirklich sehen und verstehen werden uns wenige.

„Jemandem, der einen Apfel schält, vorzuwerfen, er befasse sich mit der Schale, ist reine Unkenntnis, auch wenn es so aussieht, als sei die Situation richtig beschrieben.“ – Rabia – Rabaa El-Adaweya

Ich kann gar nicht mehr sagen, wie oft ich in diesen Raum hineinfiel, in dem es keine Fragen mehr gibt. In dem das Hirn nicht mehr denken kann, weil alles einfach viel zu groß ist. Und in diesem Raum ist alles in sich die Antwort dann .. alles IST einfach. Es gleicht einem Hineinfallen ins Bewusstsein, in Gott, in die Wirklichkeit … doch all das sind nur Worte eben. Diese Momente prägen uns, mal mehr, mal weniger, aber es bleiben doch immer nur Zustände. Und die Natur von Zuständen ist es nunmal, das sie kommen, aber auch leider wieder vergehen.

Und doch gleichen diese Zustände einem Stern am Horizont, zu dem man hineilt. So viele Wege „Über die Freiheit in einer Welt der Angst“ weiterlesen