Am Tropf der Freiheit

Wenn jemand wirklich wissen will, wie frei und geborgen er hier lebt, sollte er jemanden fragen, der am Tropf des Systems vergiftet wurde. Der nicht mehr funktioniert, der diesen künstlichen Lebenssaft nicht mehr verträgt, der nichts mehr leisten kann und abgeschnitten wurde. Der Obdachlose, der bei -5°C Außentemperatur neben dem Bankautomaten schläft ist der richtige Ansprechpartner. Er verdient auch nichts mehr am Verkauf von Träumen und Illusionen, er muss keinem mehr etwas vormachen oder andrehen.
Und wen es interessiert, welche freiheitlich-menschlichen Werte dieses System sonst noch verkörpert, für die, die nicht mehr funktionieren, der sollte sich im Klaren darüber sein, dass ihn schon in wenigen Jahren im Pflegeheim effiziente Roboter bemuttern und bespaßen werden, während die Enkel in virtuellen Welten die Unsterblichkeit wähnen.
Und wenn jemand immer noch unsicher darüber ist, ob er hier frei und ganz Mensch mit Herz ist, dann sollte er mal versuchen, für fünf Minuten das mechanische Gedanken-Hamsterrad im Kopf anzuhalten, in das er seit Kindesbeinen an hineingetrieben wurde. Wenn die endlosen Gedankenketten in den Köpfen erstmal ihre Runden drehen, dann muss keiner mehr an Ketten gelegt werden, dann will jeder an den großen Tropf und lässt sich freiwillig die Nadeln in die Venen stechen. Alles gut, solange er diesen Saft ohne Nebenwirkungen verträgt … und niemals die Entzugserscheinungen kennenlernen muss.

… so Gedanken. Nicht immer nur Schöne.

Großen Gefahren habe ich mich ausgesetzt.
Gefährliche Gedanken habe ich gedacht.
Habe viel gewagt und viel verloren.
Doch nichts zu riskieren ist der größte aller Fehler.
Und wofür das alles?
Ein sanfter Windstoß streicht mir durch
die Haare, wie kein anderer Windstoß jemals zuvor.
Und er singt das alte Lied der Freiheit wieder.
Meine Taschen sind leer, mein Kopf ist leer.
Aber mein Herz quillt über vor Glück.
Nur dafür. Das ist alles.
– Trier / Nov.18

Nicht alles was scheint …

Mir scheint, dass das Verliebtsein, im Gegensatz zur Liebe!, einfach auf der Illusion und Spiegelung fußt, dass man viele Gemeinsamkeiten hätte, ja, fast gleich sei. Ohne den anderen wirklich zu kennen, entsteht für jeden Partner dabei ein trügerisches WIR-Gefühl aus sich selbst und seiner Vorstellung über den anderen. Ohne sich dessen überhaupt bewusst zu sein, bleibt jeder doch nur bei sich, – und jeder erlebt sein eigenes WIR, für das er sich vermeintlich selbstlos aufopfert. Ein stark erodiertes Selbstbild ist von dieser Verliebtheit und Aufopferung sogar „abhängig“ und kann sich so jedes Arschloch zum Traumpartner „vorstellen“ und sich unbewusst weiter den eigenen Selbsthass von ihm spiegeln lassen. Dieses Verliebtsein ist aber bestenfalls ein vorübergehender Zustand, ein Glücksgefühl der vermeintlichen Erfüllung, ein Wiedererspüren seiner selbst, ein biologisch initiierter Rausch von Hormonen und Neurotransmittern, – ein Zustand aber, der sich erschöpft und der letztlich an der Realität zerbricht, dass der andere leider doch nicht mehr unseren Vorstellungen entspricht, weil er doch so ganz anders war oder sich angeblich verändert hat. Der Spiegel beschlägt und verzerrt dann, und wir verschwenden viel Anstrengung und Zeit darauf, ihn zu verbiegen und zu polieren, damit das Bild, was er uns zeigt, endlich wieder unseren Erwartungen entspricht. Können wir so doch nur lieben, was unseren liebenswerten Vorstellungen entspricht… in uns, im anderen.

Die wirkliche Liebe unterdessen ist das Bewusstsein und die Bereitschaft, sich Gemeinsamkeiten zu erschaffen und gemeinsam neue Erfahrungen zu sammeln, – zusammen leiden, zusammen lachen! Geteilter Schmerz und geteilte Freunde verbinden erst, und ohne sich dabei zu öffnen und die eigene Fehlbarkeit und Verletzlichkeit zu offenbaren, ist auch keine Intimität, Berührung und Nähe möglich. Liebe spiegelt nicht mehr, sie nimmt Anteil und teilt. Liebe ist mehr als ein vermeintlich perfekter, glückseliger Zustand, – Liebe ist eine bewusste Entscheidung für einen Weg, auf dem sich zwei Persönlichkeiten, mit allen ihren Schatten einen gemeinsamen, wirklichen Raum des WIR schaffen wollen, um sich erfüllt, frei und geborgen zu fühlen. In einer oft gefühlskalten und bequemen Welt! Ein Raum, den sie unentwegt erweitern, vergrößern und mit Licht und Wärme erfüllen möchten, wo noch Kälte und Dunkelheit herrschen. Liebe bedingt zutiefste Ehrlichkeit voreinander und braucht Mut!, – Liebe ist kein Selbstläufer und kein Scheinbild einer vermeintlich heilen Welt mit vermeintlich heiligen Menschen. In fast jedem von uns steckt auch noch ein „Teufel“. Wer ihn nicht im Lichte betrachtet, füttert ihn mit Dunkelheit.

Die Liebe kann niemals bedingungslos und selbstlos sein, solange sich da nicht zwei aufrichtige und gereifte Menschen begegnen, die sich ihre Schatten, ihren Egoismus, ihre „Sünden“ auf dem Lebens- und Liebesweg bewusst machen. Die Enttäuschung ist dabei ihr größter Lehrmeister! Die wirklich bedingungslose und selbstlose Liebe ist ein Paradox! Wirklich ganz lieben kann erst der, der erkennt, dass er gar nicht bedingungslos und selbstlos lieben kann, und/weil er noch niemals bedingungslos und selbstlos geliebt wurde. Jedenfalls dürfte dies auf die allermeisten Menschen zutreffen.

(Auf mich natürlich nicht!!! Bin ich doch eine Heilige ;-))
 

Hinweis: Auch dieser Artikel ist freigeben für jegliche Verwertung. Ihr können damit machen was ihr wollt, ihn auch kommerziell nutzen, sofern die Quelle (Janice Jakait / jakait.com) angegeben wird.

Der verborgene Gott

Nur ein paar Gedanken „jenseits von richtig und falsch“ unter dem Sternenhimmel soeben …

Unsere Identität, also unser „Ich“ geht im Schlaf verloren oder wird im Traum verzerrt, denn es handelt sich nur um eine mentale Projektion, um ein Selbstabbild, ein unwirkliches Konstrukt allein aus Bildern und Worten, – aus Gedanken also, an denen wir auch viel zu oft scheitern. Nach dem Erwachen am Morgen verfällt diese Projektion in einen Zustand der Ignoranz über die letzten „dunklen“ Stunden, um sich vom wahren Selbst, das diese Gedanken nur denkt und sich dessen bewusst ist, wieder zu trennen und als vermeintlich autonomes, doch rein geistiges „Objekt“ aufrechterhalten zu können. Ein neuer Tag, eine neue Runde im Ego-Karussell des Lebens als normaler, kleiner Mensch, der nichts Größeres, nichts Göttliches „in sich“ wähnt.

Gott, nur ein weiteres Wort, das mit allerlei absurden Projektionen und Bildern und viellerei anderen Worten, so wie Brahman, Allah, Nirvana, Wunder oder Akausalität assoziiert wird.

Doch all das ist unbegreiflich für das klügste Hirn, das so vielen Worten Bedeutung verleiht und in so vielen Bildern denkt, – alles das ist bedeutungslos, sofern das wahre Selbst nicht erfahren wurde. Und selbst wo es erfahren wurde, wird das projizierte, sehr beschränkte Ich bald wieder versuchen, diese unbeschreibliche Erfahrung zu kannibalisieren, sich damit weiter aufblähen und die reine Erfahrung seinen Urteilen¹ und Vorstellungen unterwerfen. Es reift erst an seinen Krisen und Ent-Täuschungen zur Einsicht hin, dass es Zeit ist, damit aufzuhören.

„Wer Gott aus tiefstem Herzen und mit allem Mut sucht, wird am Ende Gott finden. Nicht der, der an Gott glaubt.“, so mahnt selbst die Bibel. Dem Weg der Selbsterkenntnis muss letztlich die komplette Selbstaufgabe der Projektion und die komplette Hingabe ins Sein folgen², sonst unterliegt man weiterhin dem Verwirrspiel des Egos, das mit allen, wirklich allen Mitteln um sein Überleben kämpft, denn dieser Kampf ist alles was es ist. Die „Hölle“ muss erst durchquert werden, so wie von Dante in der Göttlichen Komödie.

Nein, dieses „Ich“ ist nicht wirklich, es erscheint nur wirklich, mit all seinen spektakulären Vorstellungen und Problemen, – es fesselt das Bewusstsein wie ein Feuerwerk am Himmel. Mehr nicht. Blitz und Knall und Schall und Rauch. Nichts als heiße Luft. Und all das darf sein, nur es sollte einem nie zu viel werden, auch am Ende des Lebens nicht.

Du sollst dir kein Bild von Gott und keine Darstellung von irgendetwas am Himmel, auf Erden unten oder im Wasser machen, heißt es im zweiten Buch Mose, also sollst du dir auch kein Bild von DIR selbst machen. Nein, du kannst dir auch kein Bild von dem machen, in dem alle Welten und alle Wesen, aber auch alle Gefühle, Gedanken und Vorstellungen entstehen und vergehen. Es kann nicht mal einen Namen tragen … ES IST EINFACH WIE ES IST. Erkennst du dich, dann erkennst du mich und erfährst in allem Gott.

Und egal wie dumm diese Gedanken klingen, sie sind gewiss nicht dümmer als alle anderen. Es sind einfach ebenfalls nur Gedanken, – Abbilder, die das Unbeschreibliche nie zu greifen vermögen, so wie mein Finger, der nun auf den Mond zeigt, nie der Mond sein kann. Einfach nur Gedanken. Und solange wir allen Menschen freies Denken zugestehen. Und wir ihnen wirklich zuhören, ohne ihre Meinung teilen zu müssen. Werden sie auch uns zuhören. Und aus all dem Gedachten wird kein Handeln entstehen, das dem Leben eines anderen Menschen in die Quere kommt.

Deus absconditus (lateinisch, ‚der verborgene Gott‘)

 
Fußnoten:

(1) „Liebe ist die Abwesenheit aller Urteile.“ – Dalai Lama | „Gott ist die Liebe. Und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott – und Gott in ihm.“ – Bibel | Somit wäre Gott die Abwesenheit aller Urteile (Gedanken)

(2) „Die dunkle Nacht der Seele“ – siehe Johannes vom Kreuz und Meister Eckhart
 
Lesenswert dahingehend auch ein Artikel SPIEGEL Online über die neuste These von Cumrun Vafa, einem der führenden Stringtheoretiker dieser Welt. [hier ein alternativer Artikel] Wir stehen offensichtlich vorm Abschluss einer weiteren Runde in der Spirale des Wissens. Wir wissen nichts, als das, woran wir glauben wollen und das sich bewährt. Und doch hat keine Wahrheit etwas mit der Wirklichkeit der Dinge a priori zu tun, auch diese Gedanken hier nicht. Denken ist einfach nur Denken, ein Netz der Symbole, ein mehr oder weniger kreatives Hirngespinnst um das Unbegreifliche herum. Wir haben einfach mehr Zeit heute, um zu denken, wir rechnen uns einfach nur alles komplizierter, als vielleicht ein Sufi vor 800 Jahren. „Unser Weltbild heute sei zweifelsfrei das best-richtige“ …. und es ist eben nur ein Bild. Wir sind bilder-gläubiger geworden, als jeder Christ im Mittelalter, (bildungs)fanatischer als die Inquisition. Doch bewährt es sich wirklich, alles Unbegreifliche komplett auzuklammern, allem voran das, das jeden Verstand übersteigt: das Wunder, dass wir jetzt hier sind und alles einfach ist, wie es ist? Bisweilen sollten wir einfach alles gut sein lassen, wie es ist, und darin einfach nur sein und es wieder vollumfänglich erfahren.

Die Mitte

Die absolut freie Selbstbestimmung sperrt uns am Ende schnell ebenso in der Unentscheidbarkeit für die unendlichen Möglichkeiten ein, wie der absolute Entzug jeder Freiheit in einem Gefängnis. Nur ein weiser Mensch ist wohl ganz frei, ganz gleich der Umstände, unabhängig davon, ob er aus etwas ausgebrochen ist oder in etwas eingesperrt wird. Sind wir aber schon weise genug für die Freiheiten, die uns die Welt heute verspricht und gewährt. Wäre etwas mehr Unfreiheit und Unterordnung im Kontrast dazu nicht doch dem Glück und inneren Frieden sehr zuträglich? Eine gewisse Balance also zwischen beiden Welten. Damit die Freiheit, sich entscheiden zu können, im Vergleich zur Unfreiheit, nichts entscheiden zu können, überhaupt als Glück scheinen kein. Aber auch, dass die Freiheit, mal nichts entscheiden zu müssen, im Kontrast zur Unfreiheit, ständig entscheiden zu müssen, Frieden gewährt.

Ich habe mich dazu auch noch mal sehr kritisch mit Eva Herman und ihrem „Eva-Prinzip“ auseinandergesetzt, zur Recherche für einen Text. Gewiss, das war eine extreme Position zur Rolle der Frau und Mutter, die sie einnahm, und die an zu vielen anderen extremen Positionen zerschellte. Das Interview mit Johannes B. Kerner im ZDF stilisierte sich zum „Skandal“, war also ein toller Quotenschlager. Am Ende verließ sie das Studio. Was eine großartige Chance auf einen intensiven Austausch hätte sein können, unterschiedliche Meinungen mal zu beleuchten und nach einer Mitte, nach einem Kompromiss zu suchen, entpuppte sich als gegenseitiges Mauern aller Fronten. Ich erkenne übrigens darin auch viele Parallelen zu aktuellen Problemen hier in unserem Land, und am Ende werden dann aus extremen Meinungen leider auch Taten! Schaue ich mir heute aber dieses Interview an, das ich gern mit „Eine gegen vier“ betiteln möchte, fällt mir vor allem eines auf: Als Frau Herman das Studio verlässt, übernimmt Quatschkopf Mario Barth ihren Platz. Und eigentlich geht es dann in der Sendung um gar nichts mehr, als nur noch um platte Unterhaltung. Ob das mehr gebracht hat?

Jeder hat einen Plan …

Jeder hat einen Plan, aber keine weiß die Lösung. Alle haben Argumente, die gegen die Argumente aller anderen sprechen. Aber die Menschen sprechen nicht mehr miteinander über ihre Ohnmacht und Angst, sie sprechen nur noch übereinander, durcheinander und gegeneinander. Sie streiten nur noch über Meinungen und angebliche Fakten, aber tauschen kaum mehr ihre Gefühle aus, die die Meisten doch gleichsam fühlen.
Und so werden sich wieder die Gehör verschaffen, die wenigstens im Chor miteinander das Gleiche schreien, – es müssen nicht einmal Fakten, Argumente, Pläne, geschweige denn Lösungen sein. Es muss einfach nur laut genug nach einer geteilten Meinung tönen und emotional aufwühlen und bewegen. Denn darum geht es hier wirklich die ganze Zeit, um unterdrückte Gefühle und ums fehlende Miteinander. Daran krankt die ganze Welt ….

Die WELT ist zu komplex für so einfache Wahrheiten? Nein, die Wahrheiten sind zu komplex geworden, für uns einfache MENSCHEN.

… einfach nur Menschen, die sich in oberflächlichen Beziehungen, unverbindlichen Gemeinschaften und inzwischen oft kaputten Familien verloren und vereinsamt haben, und die als Arbeits- und Konsummaschinen in der großen, weiten Welt kläglich darin versagen, ihre Einsamkeit und ihre menschlichen Grundbedürfnisse komplett zu unterdrücken.

Vom Wahnsinn, in einem Satz

Ich fasse es mal so zusammen, in einem einzigen langen Satz:

Für Wohnraum, Land, Wege, Gesundheit, Unterhaltung, ja sogar für Wasser und Nahrung zahlen zu müssen, und zuzusehen, wie das Band der Familie zerstört und zerrissen wird, wie die Alten nur noch gebraucht werden, solange sie sich ihre Kontonummer noch merken können und die Kinder von klein an für ein Leben im Hamsterrad der ewigen Selbst- und Weltoptimierung in den Kopf und in die Ferne konditioniert, ihre Individualität und ihr wirklich freier Wille verbogen werden, damit mehr Haushalte mit arbeitenden und zahlenden Konsumenten entstehen, die stets denken, getrieben und beschäftigt sind, die in Möglichkeiten ersaufen, welche Erfüllung und Heilung versprechen, – die aber nicht mehr im Sein schwimmen und fließen können, nichts mehr spüren können und wollen, von dem, was sie haben und was sie sind … und dann von Freiheit, Frieden, Demokratie und von einem Sozialstaat sprechen, – also ein Staat, der mehr Freiheit und Sicherheit gewährt, als er raubt – das grenzt schon fast an eine kollektive Geisteskrankheit und ist mehr als nur naiv, – müsste doch jeder noch so naive Mensch spätestens an dem Punkt aufwachen, wo er erkennt, dass womöglich andere Menschen tatsächlich noch weniger haben und die Neider bewaffnet vor den Toren drohen, aber dass am Ende sogar das eigene Grab noch teuer bezahlt werden muss.

Auszug aus einem Essay, an dem ich grad arbeite: „“Und denen, die sich mit den edelstens Seifen waschen, klebt das meiste Blut an den Händen““

Zurück nachhause

Trier … ich danke dir.

Du hast mir gezeigt, wo die richtige Richtung liegt, in die mein Herz reisen will: wieder ganz zurück zu mir, zurück ein Stück weit nach Hause und zurück zu meiner Familie. Im Innen, im Außen. Ich sortiere noch mein Leben, stelle mich wieder auf die Beine nach dieser so schweren Zeit, dann packe ich zusammen in ein paar Wochen.
Sachsen, ich komme wieder nach Hause. Zumindest ein großes Stück komme ich dir wieder entgegegen. Ich gehe ins neue Berlin, ins kleine Berlin, ich kehre in die Heimat meiner Eltern, in meine Kindheit zurück. Ich kehre zurück nach Leipzig. Vertraut. Gewachsen. Aufgeräumt. Gereift. Zu viel Unruhe in den letzten Jahren, zu unklar meine Gefühle und zu wage meine Ziele. Jetzt webt das Leben mich wieder mit dem Zaubergarn ein, alles fügt sich schicksalhaft, tief, echt.

Kein Neuanfang, eher eine Rückkehr in etwas, das immer ein Teil von mir geblieben ist. Die Entscheidung reifte schon etwas länger, nun ist sie vom Baum der Erkenntnis gefallen, als überreifes Gefühl.

Alle Umwege, alle Fehler, alle Katastrophen der letzten Jahre …. ich bin dankbar dafür, sie zeigen mir erst wieder, wer ich wirklich bin und was im Leben zählt und wirklich Halt gibt und trägt. Ich bin über Meere gerudert, von Land zu Land, von Stadt zu Stadt gezogen, von Mensch zu Mensch, von Körper zu Körper, von Gedanke zu Gedanke und von Gefühl zu Gefühl … und ich bereue nichts. Ich betrauere vieles, habe vieles anders gehofft, mir anders gewünscht, aber ich freue mich auf das, was vor mir liegt und alles fügt sich nun fast magisch, wundersam, in Liebe und Vertrauen … immer dem Licht nach, weiter, weiter … nur noch ein kleines Stück.

Komm steh auf, lass los und geh, –
vertrau und lauf, natürlich tuts erst weh!
Schon bald umgarnt dich aber jener alte Zauber wieder,
der seine Zauberkraft zu lang verloren.
Dann komponiert das Leben neue, große Lieder,
dann tanzt und springt das Herz, das fast erfroren.
Dann fügt es sich, auf wundersame Weise,
ganz von selbst und still und leise,
was viel zu lange alle Lebenskraft verschlungen,
was erkämpft, errungen und erzwungen.

Die Liebe

-= Die Liebe =-

Die Liebe ist Wahnsinn ohne Aussicht auf Heilung.
Willst du unversehrt bleiben, so nimm die Hände
aus ihrem Feuer und erstarre zu ewigem Eis.
Die Liebe weiß kein richtig oder falsch, –
die Liebe kennt keine Angst vor sich selbst, –
die Liebe hat keinen Auftritt im romantischen Theater
der konstruierten und gezügelten Gedanken.
Die Liebe brennt dich ohne Vorspiel nieder,
wie eine Scheune voller Stroh.
Doch sie lässt auch das Gras auf der Wiese sprießen,
und lässt die Sonne glühen, in der die Halme vertrocknen.
Sie verschlingt nur, was sie selbst zur Welt gebracht.
Die Liebe will nichts zurück, als das, was sie dir gegeben.
Halte es vor ihr versteckt, klammere dich daran,
beschütze es vor ihr, mauere dich damit ein …
willst du unversehrt bleiben, so nimm die Hände
aus ihrem Feuer und erstarre zu ewigem Eis.

– Janice Jakait, Trier # www.jakait.com

Jenseits von richtig oder falsch …

Passe dich ihnen an,
erfülle ihre Erwartungen,
damit sie sich in dir spiegeln
und sich in dir bestätigen
und loben können.
Lieben werden sie nicht,
weder dich, noch sich selbst.

Passe dich ihnen nicht an,
widersetze dich ihren Erwartungen,
damit sie sich in dich projizieren
und dich an ihrer Stelle verurteilen
und bestrafen können.
Lieben werden sie nicht,
weder dich, noch sich selbst.

So kümmere dich nicht
um die Erwartungen anderer.
Sei weder wie sie,
noch versuche anders zu sein, –
vergleiche dich nicht
Stehe zu deinen Bedürfnissen,
dann erkennst du die der anderen.
Spüre dich selbst,
dann fühlst du für alle und mit allen.
Sei einfach,
unbekümmert,
frei,
DU SELBST! …
Ein seltenes Samenkorn der Liebe in dieser Welt.
Wurzle, gedeihe und erblühe!

@janice
#Couchgedanken

Hinein …

Ich bin mit aller Kraft und gegen jede Vernunft
dem Licht meiner Gefühle und Intuition gefolgt,
und bin den dunkelsten Gedanken
bis zum grundlosen Grunde nachgetaucht.
Oft atemlos, zweifelnd und einsam,
ohne Rückweg, ohne Ausweg wähnend,
als noch tiefer und tiefer ins Dunkel hinein,
mit dem allerletzten glimmenden Funken im Herzen.
Die Welt wollte ich heilen und aufrichten,
und alle Menschen darin, –
doch schon an mir selbst verhob ich mich zumeist.
Nicht wegschauen, mutiger der Dunkelheit entgegen,
gegen jeden Widerstand, hinein in die Angst –
Und vertrauen, vertrauen, vertrauen!
Doch auf was oder in wen eigentlich?
So ein Leben kennt kein Wochenende,
keinen Urlaub, weiß kaum eine ruhige Nacht.
Keine Erfolgsprämie steht in Aussicht, –
keine Sicherheiten, keine Garantien,
kein Halt im Vergänglichen aller Dinge.
Begegnungen, Fügungen und Augenblicke
sind aller Lohn, in denen man sich selbst,
seine Absichten und Vorstellungen vergessen darf,
und sich an einem Ort ohne Zeit und Raum wiederfindet,
an dem nichts mehr zu gewinnen oder zu verlieren ist.
Hier sein, jetzt sein, – in allem, für immer.
Mehr nicht.
Das ist kein Weg im Strom der Massen,
der sich ins Niemals der Zukunft ergießt, …
was aber scheinbar Niemanden kümmert,
solange er nur weiterfließt.

janice @ jakait.com
#Gedanken_im_Bus

06/18

Zitat Ramana Maharshi, 14th April, 1937, Talk 398:

„Die Kontrolle über den „eigenen“ Verstand ist kein Geburtsrecht. Ohne Anstrengung ist nichts zu erreichen. Die wenigen, die damit Erfolg haben, verdanken es allein ihrer Ausdauer. / Deine [eigene] Selbsterkenntnis ist der größte Dienst an dieser Welt.“

No one succeeds without effort. Mind control is not one’s birthright. The successful few owe their success to their perseverance. A passenger in a train keeps his load on the head by his own folly. Let him put it down: he will find the load reaches the destination all the same. Similarly, let us not pose as the doers, but resign ourselves to the guiding Power. / Your own Self-Realization is the greatest service you can render the world.