Auf halbem Weg

Was du suchst, das sucht auch dich, so heißt es.
Nur müsse man Gott auf halbem Wege entgegenkommen,
ermahnte uns Jesus. Doch wie genau tut man das?
Etwa indem man Gutes tut, gleich einer Mutter Teresa;
die am Ende eines Lebens voller guter Absichten
doch bitterböse und enttäuschte Briefe an Gott schrieb?
Wo wahrhaft Gutes getan wird, bedingungslos,
als Tugend des Herzens, da wirkt Gott bereits in uns.
Doch wo der Geist danach strebt, das Richtige zu tun,
da hat alles seinen Grund und seinen Zweck.
Da handelt er bedingt und entfernt sich genau darin
immer weiter von Gott, der Liebe und aller Tugend.
Wer nur Gutes tut, um gutes Karma anzuhäufen,
dem wird dafür gutes Karma abgezogen,

dieser Satz fasst es ganz wunderbar zusammen.
Wer nur handelt und wirkt, um dem Licht näher zu sein,
der wandelt in einem Schein, der die Dunkelheit verbirgt.
Wer nur ins Leuchten strebt, ohne auch in die Dunkelheit
zu schauen, der bleibt für das wahre Licht ewig blind.
Wo der große Geist, das Dao, verloren ist,
da machen sich Rechtschaffenheit und Heuchelei breit
,
das gab uns Laotse im Daodejing mit auf den Weg …
Da würden Liebe und Menschensinn nur mehr gepredigt.
Wie also kommt man Gott auf halbem Wege entgegen?
Nur indem man sich seine Schatten bewusst macht!
Indem das Wissen solange um Wissen ringt,
bis es erkennen will, dass es überhaupt nichts weiß.
Indem der Wille solange nach Kontrolle und Macht strebt,
bis er erkennen will, dass er absolut machtlos ist.
Dann erst erlangt der Mensch wirkliche Weisheit
und gelangt in den unbändigen Strom der Tugend.
Dann ist er wieder in Gott, so wie Gott in ihm ist.
Dann erst begreift der Mensch, dass gut gemeint
noch lange nicht gut ist; und dass Gottes Maß
jenseits des irdischen Richtig und Falsch angelegt wird.
Wenn das Kartenhaus des kleinen Geistes zusammenfällt,
dann erst ist der halbe Weg zum großen Geist gegangen.
Dafür braucht es den ganzen Mut und größte Ehrlichkeit,
seinen Schatten und Verfehlungen mitfühlend zu begegnen,
und ebenso viele große Enttäuschungen zu erfahren.
Denn nur sie sind das Ende jeder Täuschung …
und damit der Beginn der Wahrhaftigkeit.

Darüber spricht man doch nicht

Der bekannte britische Neuropsychologe und Neuropsychiater Peter Fenwick gilt mit seinen 84 Jahren längst als ein Pionier in der Untersuchung von Nah-Tod-Erfahrungen. Unzählige Studien mit zehntausenden Patienten fasst er so zusammen: „Es gibt keinen Zweifel an dem Phänomen, er selbst war einst der größte Zweifler. Und es sind weitaus mehr Menschen mit diesen oder vergleichbaren Erfahrungen konfrontiert worden, als man erwarten würde. Die Erklärungen im Gehirn allein zu suchen, sei einfach nur engstirnig.“
Doch eines fand ich besonders interessant in seinen Aussagen: Seine Studien belegen klar, dass es in der Natur dieser Erfahrungen starke kulturelle Unterschiede gibt. Was Menschen nach Infarkten, Schlaganfällen oder nach schweren Unfällen erfahren, ist stark von der Prägung durch die Kultur und die Religionen abhängig. Während die Amerikaner und Europäer nach der klassischen körperlichen Selbstentgrenzung zumeist durch einen Tunnel gehen, ist es bei Japanern fast immer ein Fluss, der sie fortträgt oder zu überqueren ist. Und was auch immer die Natur dieses Phänomens sein mag, es wird oft als realer und wirklicher erfahren, als das alte Leben selbst. Diese Tatsache allein scheint mir ausreichend, um das Thema ernst zu nehmen und nun auch hier einmal näher zu beleuchten.

Warum finde ich das faszinierend? Weil es sich exakt mit dem deckt, was ich zweimal erlebt und über viele Jahre versucht habe zu ergründen. Mich trieb die Frage, welchen Einfluss haben Geist und Persönlichkeit auf derartige Erfahrungen bzw. welche Konsequenzen haben unser Verhalten zu Lebzeiten und unsere Prägung auf das, was wir während dem Sterben dann erfahren … und zumindest möglicherweise auch danach.

Natürlich spricht man erstmal nicht so gerne über das Sterben und die Möglichkeit, dass das Bewusstsein selbst mindestens noch ein Weile nach dem Tod des Körpers aktiv bleiben könnte. Erstens, weil es mit der Ratio unmöglich zu erklären ist; und Zweitens, weil es nach wie vor in unserem Kulturkreis ein Tabu ist. Doch selbst wenn diese Phänomene im Hirn selbst passierten, – und da wird mir jeder der es erlebt hat zustimmen, – dann muss das Gehirn auch zweifellos dazu in der Lage sein, vermeintliche Realitäten zu erschaffen, die auf allen Ebenen und bei Weitem alles übersteigen, wozu unser Hirn im Alltag im Stande scheint. Allein das wäre schon mehr als nur bemerkenswert! Die Erfahrungen überschreiten derart unser Vorstellungsvermögen und alles, was wir aus Träumen kennen, dass die meisten Menschen sie zweifellos als mystische Erfahrung oder Gotteserfahrung beschreiben würden. Auf der anderen Seite kann auch festgestellt werden, dass unser Alltag selbst eine reine Projektion und Vorstellung sein könnte dann; was wiederum den Lehrmeinungen des Hinduismus oder Buddhismus sehr nahe kommt.

Mich persönlich führten die eigenen beiden Nah-Tod-Erfahrungen und eine amerikanische Studie mit todkranken Patienten, denen man die Angst vor dem Sterben nehmen wollte, damals zu Experimenten mit nicht-suchterzeugenden psychoaktiven Substanzen. So lassen sich unter anderem mit Dimethyltryptamin (DMT), Ibogain oder Psilocybin (Magic Mushrooms) vergleichbare Zustände herbeiführen. Erst später fand ich den Zugang auch über die Mediation, auch das ist möglich. Die absolut überwiegende Anzahl der Patienten, denen in der Studie reines Psilocybin verabreicht wurde, sprach von lebensveränderten Erfahrungen, – es konnte gezeigt werden, dass diese Zustände den meisten Patienten sogar weitgehend die Angst vor dem Sterben nehmen konnte. Das war erwartet worden und konnte bestätigt werden. Das eine derartige Studie überhaupt genehmigt wurde, ist natürlich ein seltener Glücksfall.
Zu Beginn neigt man allerdings nach derartig extremen Erfahrungen dazu, sie recht schnell wieder in die alten Schubladen des Denkens einzusortieren und abzuheften; bis zur nächsten Reise, die einem wieder den Kopf wäscht und das Ego kleinlaut werden lässt. Man verliert sich sehr schnell wieder in einem Paradigma, das man dann für die neue Wahrheit hält. Erst nach Jahren beginnt man wirklich, diesen Umstand und die Natur des Denkens selbst zu betrachten.

Aber was kann ich heute mit etwas Abstand und meinen Erfahrungen zu dem Thema feststellen?

Nun, es bestehen für mich keinerlei Zweifel mehr darin, dass unser Selbstbild und Weltbild eine mentale Projektion ist. Gern z.B. auch im Visuellen Kortex, also im Sehzentrum im Gehirn. Nur ist auch der Kopf, den wir sehen, selbst davon betroffen. Im Grunde ist alles was wir a priori mit unseren fünf Sinnen wahrzunehmen (Objekte), als auch die Wahrnehmung selbst (Aktion) und der Wahrnehmer (Subjekt) im Geist eine Interpretation, also ein Abbild und damit objektiviert und beeinflusst. Nichts anderes steht in den Veden oder Upanishaden seit tausenden Jahren übrigens. Frei nach Friedrich Nietzsche: „Es gibt keine Fakten, nur Interpretationen.“ Kein Licht gelangt in unseren stockdunklen Schädel. Was wir sehen, wäre dann lediglich ein Feuer der Neuronen. Wenn es den eigenen Körper aber erst einmal in zwei Hälften gerissen hat, und man dann reines omniperspektivisches Bewusstsein bzw. Gewahrsein (oder gern auch „Gott“) erfahren durfte, oder wenn man während der OP aus dem Körper und vom Operationstisch stieg, dann kann es keinen Zweifel mehr an der imaginären Natur unserer vermeintlichen Wirklichkeit geben. Auf der anderen Seite ist es ohne so eine Erfahrung unmöglich, sich das auch nur vorzustellen.

Doch ich komme zu folgendem Schluss: Ganz gleich ob wir dem Tode nahe sind oder mit psychotropen Substanzen experimentieren; ob wir in Trance fallen oder meditieren: der Zustand unseres Geistes entscheidet massgeblich darüber, in welche Erfahrung wir dann hineinfallen, ob in einen Fluss oder in einen Tunnel … und das ist erst der Anfang natürlich. Erleben wir erst einmal die Selbstentgrenzung selbst, geht die Essenz unserer Überzeugungen alsbald wieder in Resonanz mit Erscheinungen, die wir da nun erfahren und selbst manifestieren. Man könnte das gut und gerne auch karmische Verstrickung nennen. Bei der erstbesten Möglichkeit assoziiert sich dieses geistige Residuum, – dieser Rest der Persönlichkeit! – , wieder mit anderen Erscheinungen, und verliert und vergisst sich darin… und verirrt sich dabei auch mal komplett. Gerade deshalb zitieren tibetische Mönche über Tage neben dem Leichnam aus dem tibetischen Totenbuch, dem Bardo Thödröl, das eine Art Wegweiser auf dieser Reise sein soll.

Nun, welche Konsequenzen hat das für das Sterben?

Letztlich die: Das zum Beispiel ein gieriger oder egoistischer Mensch mit hoher Wahrscheinlichkeit „Darüber spricht man doch nicht“ weiterlesen

Trugbilder der Tugend

Als die menschlichen Tugenden verloren gingen, und als die Herzen immer seltener die Sprache der Bedingungslosigkeit sprachen, da begannen die Menschen mit bedingten Gedanken nach Tugenhaftigkeit, Wahrhaftigkeit und Güte zu streben. Rechtschaffend wollten sie sein, stets das Rechte und Richtige denken, fühlen und tun. Damit war auch erst das Falsche und Unrechte geboren. Mit Ratio, Logik und vermeintlicher Vernunft rangen sie fortan um die natürlichsten Dinge, so wie Liebe, Treue, Freiheit, Achtung und Mitgefühl, – die Tugend bekam einen nachvollziehbaren Grund, machte nun Sinn und wurde zum großen Ziel erklärt. Das Selbstverständlichste der Welt noch musste fortan erst verwirklicht und erreicht werden. Alles diente einem Zweck nun und bekam auch seinen Preis. Wahrhaftige, sanfte, aber tiefe Gefühle wichen lauten und spektakulären Gedanken; große Visionen, Pläne, Träume kamen in die Welt, aber Gegenwärtigkeit, Demut, Dankbarkeit, Vertrauen und Mut starben langsam aus. Und wo sie sich doch noch zeigten, da wurden sie gefeiert und auf die Bühne gezerrt. Alles Echte wurde idealisiert und darin weiter vergeistigt, doch die Menschen spürten sich selbst immer weniger. 
Ihre künstliche Welt drehte sich immer schneller als Scheinwelt unzähliger Gedanken im Kopf. Heuchelei, Hypokrisie, Vorstellungen, Ideale, Werte, Regeln und Gesetze bestimmten da über die Geschickte der Herzen. Die Tugenden selbst wichen Trugbildern, in denen die Jugend heranwuchs; und denen sie zur vermeintlichen Realität geriet. Als die Menschen aus den Tugenden gottgleiche Götzen gemacht hatten, und sie verehrten und anbeteten, da hatten sie endgültig alles Göttliche in sich verloren. Und da wachten sie auf, oft einsam und leer in der Seele, und versuchten nun auch noch mit großer Anstrengung und Absicht wieder absichtslos zu werden; zu fließen, im Augenblick anzukommen und einfach bedingungslos ZU SEIN. Mit Kontrolle und Absicht versuchten sie wieder loszulassen und sich hinzugeben … aber das ist eine andere Geschichte.

»Wo der große Geist verloren ist, da breiten sich Rechtschaffenheit und Heuchelei aus, und da werden Liebe und Treue gepredigt.« – Laozi / Daodejing

Denken in schwarzen Löchern

»Es ist nicht so, dass die Vergangenheit realer wäre als die Zukunft. Wir wissen nur einfach mehr über sie. Eigentlich wissen wir gar nichts wirklich über die Zeit, da bedient sich die Physik auch nur bei den Philosophen. Das einzige was wir bezeugen können, ist die Gegenwart« – frei nach Professor Sean Carroll, Physiker


Ich liebe es wenn Physiker ihre Hosen herunterlassen und auch mal laut aussprechen, dass ihre fundamentalen Grundannahmen selbst ein freidefiniertes – aber doch nur metaphysisches! – Fundament sind, auf dem sie aber all die hohen Gebäude errichten, die sie dann oft „Wahrheit“ nennen. In der Schule hört man sowas nicht, – da lernt man das Wort Zeit, die Uhr zu lesen, das Symbol, die Einheit .. dann wird gerechnet und danach gelebt. Schon der Mathematiker Kurt Gödel, der selbst Einstein beflügelte, bewies die Unbeweisbarkeit der Grundannahmen und Axiome der Mathematik selbst und damit ihre Unvollständigkeit. Ähnliche Ansätze finden sich in der Linguistik, Neuropsychologie und Bewusstseinsforschung. Denken mag sehr nützlich sein, doch Erdachtes selbst ist niemals wirklich: Am Ende wissen wir nichts als das, was wir uns über die Dinge ausdenken und darauf folgend zu stimmigen Versen „zusammenreimen“, die sich an der Wirklichkeit bewähren. Wie ein Text zu einer Melodie eben.

Die Gefahr besteht darin, den Unterschied zwischen der Melodie und unserem Liedertext aus Interpretationen und Ausdeutungen nicht mehr zu erkennen! Wenn es kein Gesang ist, wird die Welt nur mehr eine Welt der Worte und Gedanken .. die Gedanken werden zum Ding an sich, zur Musik, und damit konstruieren sie sich ihre Welt dann selbst. A priori = a posteriori. Dann unterwerfen wir uns dieser Zeit und ihren vermeintlichen Regeln am Ende komplett … und damit den Gedanken. Dann leben wir uns immer mehr in eine selbstgemalte Landkarte hinein, die wir über der Welt ausrollen. Und wo sie ausgerollt ist, ist die Landkarte alle Welt die noch ist. Nichts ist mehr „natürlich“, alles künstlich und erdacht. Das Wort Hölle meinte in seiner ursprünglichen Auslegung übrigens genau das! Und wofür im (Ur)Christentum dann ursprünglich der Teufel bzw. im Buddhismus Mara steht, kann man sich dann auch „denken“.

Jedes Denken und jede Wissenschaft basiert auf Grundannahmen, die in sich selbst nicht beweisbar sind. Jede Logik ist auf sich selbst bezogen und angewendet ein Paradox. Es gleicht dann der Singularität eines Schwarzen Loches … und das ist die Natur eines Paradigmas. Es ist aus sich selbst heraus, mit den eigenen Mitteln nicht zu durchschauen, nicht zu erkennen, und eben nicht zu verlassen. Fällt der Mensch der zu viel denkt erstmal über den Ereignishorizont ganz ins Denken hinein, kommt er mit keiner Methodik des Denkens selbst mehr aus dem Denken heraus. Im Gegenteil, er zieht alle mit hinein, die nicht selbst denken wollen. Doch welche Logik hat die Logik ohne sich selbst? Welchen Sinn macht Sinn ohne den Sinn selbst? Die Logik versucht alles zu erklären, damit sie sich nur selbst nicht in Frage stellen muss. Die Unlogik ist nur ihr Kind … und das geht jetzt wieder spielen – Jeanne

Die Zeit … sie vergeht um eine Sekunde pro Sekunde.
That’s the only rule … Have a good time!

Ruhe!

Meine gegenwärtige Situation, dass ich einfach alles fließen lasse, damit ich selbst endlich wieder ganz fließen kann, lässt sich an folgendem Beispiel wunderbar verdeutlichen. Ich notiere mir zwei Sachen auf dem Einkaufszettel: Tabak und Zahncreme. Und dann denke ich mir noch: ‚Ach was, wenn der Tabak leer ist, dann hör ich halt auch noch auf zu rauchen.‘ Und dann geh ich zum Briefkasten, und was ist drin: Eine Tube Zahncreme … so ein mittelgroßes Testpäckchen. So in etwa, jeder Tag! Es funktioniert mit Zahncreme, und sogar mit Menschen! – es findet uns, was zu uns gehört, wenn wir uns diesem Vertrauen nur immer weiter öffnen; und es findet uns auf Wegen, die wir mit der Vorstellung nicht erwartet hätten. Und das macht das Sein wieder zum Wunder, zum Unvorgestellten! Und das steht im Kontrast zu allem, wirklich allem, was ich gelernt habe und für „vernünftig“ halte. Denn alles in dieser Welt hat doch einen Preis, nicht wahr? Und alles von Wert kostet große Mühe und Anstrengung … und so mühen wir uns ein Leben lang, wenn es oft auch nur darum geht, bloß nichts wieder zu verlieren. Dabei würde uns alles Wesentliche in jedem Augenblick neu geschenkt, wenn wir doch nur …
… und schon der Buddha mahnte uns, dass wir nur leiden würden, weil wir etwas anderes begehren, als das, was einfach sein will, und was stets rein und vollkommen wäre.

Die Ironie nun aber ist, um dorthin zurückzugelangen, musst du nun auch erstmal alles gegeben haben, irgendwo, irgendwie. So wie Siddhartha sich da selbst erstmal gegen jede Vernunft und fast zu Tode mühen musste, weil er an die Erleuchtung und Buddhaschaft glaubte. Und dann macht sogar dieser Satz in der Bibel Sinn, wo Gott nur die suchst, die ihn mit aller Anstrengung suchen. Nicht die, die nur an ihn glauben, und sich dann in materielle Sicherheiten flüchten. Es ist nämlich der Weg zurück von einem Irrweg, den wir nur alleine zu Ende gehen können, weil wir ihn auch allein begonnen haben. Zurück ins Vertrauen, zu Gott und zurück zu uns selbst finden wir nur, indem wir diesen Irrweg gegen alle existenziellen Ängste und Zweifel auch zu Ende gehen; und es ist egal für welchen Weg wir uns entschieden haben…. und woran wir da nun glauben, ob an profunde Ziele oder an Gott oder gar an die große Erleuchtung. Auf dem Weg selbst wird aus Zweifel dann Vertrauen … und aus Vertrauen wieder Gewissheit. Und was wir dann finden, dafür findet sich kein Wort mehr. Es ist einfach wieder „DAS“, was wirklich ist und was wir wirklich sind, – und es ist nichts mehr von dem, was wir da denken. Egal wie viel und wie „groß“ wir denken.

Ich habe einen Zustand erreicht, in dem es mir völlig egal ist, was ich an materiellen Dingen und „von mir“ noch verlieren könnte. Und was man wirklich braucht und will, mit dem Herzen, nicht mit dem Kopf!, das findet einen. Es ist irre, wie frei das macht, und dass es umso besser funktioniert, je mehr das Vertrauen zur Gewissheit wächst. Und man kann das nicht erzwingen, es ist eine Konsequenz, es wird eine Tugend, die man auf dem Weg erlangt, – und das braucht auch die Zeit, die du brauchst, damit der Mut wächst. Denn das allein ist Mut! – mit aller Kraft vertrauen, wo du noch keine Gewissheit hast! Das ist kein moderner Trend zum Minimalismus und kein bequemer „Ab heute vertraue ich auf Gott“-Vorsatz und kein „Alles ist schon erleuchtet“-Gequatsche. Es ist einfach nur so wie es jetzt ist, – nur in der Erfahrung selbst! – und die nimmst du dann an. Allein das spült dich auf deinen Weg … ein Weg, der mir vor einem Jahr als Kontrollfreak noch allergrößte Panik gemacht hätte. Davon zu träumen ist das eine, aber dann wirklich zu fließen und in allem zu „sein“ … es ist der Untergang einer kompletten Scheinwelt im Kopf, die mein Leben und die ich selbst geworden war. Es kam fast einem Sterben nahe, um endlich das Wunder des Lebens und der Schöpfung wirklich wieder erfahren zu können. Es auch als mein Wunder erfahren zu können.

Als ich völlig allein auf dem Atlantik damals Thor Heyerdahl las, hatte ich ihn noch nicht ganz verstanden, was er da über das Vertrauen schrieb, als er ebenfalls mit seinem Floß über den Pazifik trieb. Aber ich begann zu ahnen, und selbst zu erleben. Er begriff zutiefst, dass selbst auf dem Meer alles zu dir findet, wenn du es kommen lässt, wenn du wirklich vertraust, und nicht zweifelst oder nur hoffst. Das ist dann Gewissheit, und was erstmal gewiss ist, ist dann wahr und da. Alles was uns von allem trennt, ist nur der Zweifel und die Zeit … und das ist auch alles, was uns von Gott trennt, und damit von uns selbst.

Was lebst du denn noch wie ein Bettler! Hast du denn vergessen, dass du ein Teil Gottes bist? Oder lies eben eine schlecht übersetze Ausgabe der Bibel, und dann sei eben auch nur ein Kind Gottes, das wäre doch ebenfalls schon genug um nicht mehr zu betteln und dich zu fürchten.

»Die Apostel mühen sich ab, das Boot unter Kontrolle zu halten, und nutzen ihre ganze Erfahrung, um es sicher durch den Sturm zu bringen. Aber es ist aussichtslos! Den Tod vor Augen wecken sie Jesus und flehen: „Herr, rette uns, wir sterben!“ (Matthäus 8:25). Da fragt Jesus: „Warum habt ihr solche Angst? Habt ihr so wenig Glauben?“ Dann spricht er ein Machtwort zu dem Wind und befiehlt dem See: „Ruhe!“«

Und damit gebe ich auch schon wieder zurück an Facebook und seine Masterclass- und Webinar-Wunderwelten zum Thema „Netzwerk-Marketing“ und „Mit Daytrading zum Millionär“. Schönen Abend euch. – Jeanne via Facebook

Musik beim Schreiben:

Mit jedem Schritt

Eigentlich hatte ich alles im Leben. Verlobungsringe, reichlich Fame und Funk, viele Garantien und Sicherheiten, Geld und Aktien, Traumjob, großes Haus, Weltrekorde, Bestseller … Und gewiss hätte ich noch viel mehr davon haben können. Vor mir lagen so unglaublich außergewöhnliche Chancen. Aber alle hab ich in den Sand gesetzt Veni, vidi, violini – ich kam, sah und vergeigte eben. Nur weil mein Herz einfach keine Ruhe fand und stets weiter drängte; weil alles zwar oft sehr groß war, aber doch nicht meins; weil es mich eher verdrehte und nach unten verbog, mich kleiner und unauthentischer machte, oft lange kaum spürbar allerdings. Und so packte ich meine alte Gitarre wieder ein und folgte meinem Herzen, oft gegen jede Vernunft und gegen die allergrößten Widerstände und Hoffnungen. Auch in so manchen bodenlosen Abgrund hinein, – in lange, stockdunkle und hoffnungslose Nächte.

Jetzt habe ich nichts mehr, außer mich selbst und mein tollkühnes Herz, – weit wie die Welt, offen wie ein Scheunentor… und darin: Gott selbst und ein paar Menschen, für die das schon alles sehr richtig so ist, für die ich richtig so bin, und wirklich nah und groß. Vor mir liegt mal wieder nichts als der Horizont, und er erwartet meinen nächsten Schritt. Der Zauber, der jedem Anfang inne wohnt, er wohnt nun jedem meiner Schritte inne, wo ich nur wahrhaftig und aufrecht schreite. Und das ist alles. Nichts bleibt, alles fließt und ist bis zum Loslassen einfach nur so, wie es hier und jetzt eben ist. Aber im Augenblick dann ist es ganz und vollkommen. Und ich wurzle nirgendwo mehr, außer in mir selbst und damit auch in Gott, und in den Menschen, die ebenfalls in sich und damit in Gott wurzeln. Damit verwurzeln wir uns miteinander, ohne uns zu fesseln. Uns gehört nur der Horizont, und alles Verborgene dahinter. Hier gehört uns nichts mehr, hier sind wir nur mehr Gäste, und alles ist uns nur in jedem Augenblick neu geschenkt. Was kommt, kommt ganz; was geht, das geht für immer. Wer sich daran klammert, der klammert sich an nichts; und irgendwann klammert das Nichts dann zurück. Und wenn ich eines gelernt habe im Leben, dann das: Menschen, die das Nichts schon in den Armen hält, die reißen jeden mit sich, den sie da irgendwie noch zu fassen bekommen. Und alles was uns warnen kann… ist unser Herz. Habt Mut und hört es wieder schlagen!

Der Schauspieler Jim Carrey wünschte uns allen einmal, dass wir uns alle unsere Wünsche, und Träume erfüllen könnten, alles besitzen, alle unsere Ziele erreichen und allen Erfolg dieser Welt hätten, damit wir endlich mit eigenen Augen erkennen würden, dass das allein die Antwort nicht ist. Recht hatte er! — Jeanne via Facebook

Musik beim Schreiben:

Bleib in deiner Mitte

Wenn du dir mehr Anerkennung für deine Arbeit und größere Aufmerksamkeit wünschst, lass mich dir folgendes als Mahnung mit auf den Weg geben: Wenn du echt für etwas brennst, dann schauen dir mit etwas Glück auch mal viele Millionen beim Brennen zu… aber letztlich würden sie dir auch nur tatenlos zuschauen, wenn du darin ausbrennst und verbrennst. Und lass mich dir ganz ehrlich sagen: Ja!, dieses Gefühl ist erstmal überwältigend, ich habe es ein paar Jahre lang erleben dürfen. Doch ob diese Millionen da nun klatschen oder mit dem Kopf schütteln, oder dich gar kopieren oder zerreißen wollen, letztlich unterhältst du sie nur, damit sie sich nicht mit sich selbst auseinandersetzen setzen müssen; und damit sie wieder ihre vorschnellen Meinungen, Schubladen und Vorurteile bedienen können, in denen sie selbst feststecken. Und wenn du „Glück hast“, passt du halt auch rein. Aber ist das wirklich erstrebenswert? Versuche niemals dieser grauen Masse zu entsprechen oder ihnen zu gefallen, denn dann wirst du so kalt und leblos wie sie, – dein eigenes Feuer wird verlöschen.

Aber dann gibt es eben die wenigen anderen, die du womöglich längst schon inspirierst dazu, ihr eigenes Feuer zu erhalten, und die sich dir und deinem Wirken auch mit ihrem eigenem Licht und ihrer Wärme öffnen… teile dich mit denen und bleibe stets einer von ihnen! Sie sind die einzigen, die dich wirklich sehen, schätzen und nicht vergessen werden, – als der, der du bist; nicht als das, was du (für sie) tun kannst!, – und sie sind die einzigen, die sich dir wirklich zeigen und dir auch echtes Licht und herzliche Wärme zurückgeben. Alles andere ist nur Schein und Reibungshitze, die dir eigene Energie und Aufmerksamkeit abziehen.

Nur zehn von diesen wenigen sind ein größeres Geschenk, als zehn Millionen der vielen. Natürlich, nimm es mit, wenn dir größere Aufmerksamkeit einmal im Leben zuteil werden sollte, freu dich daran, genieß es!, aber begreife es als das, was es ist: Auch nur Unterhaltung für dich selbst! … Und ein dir eröffnetes Angebot, in ihrem Schubladen-Gefängnis nun als „privilegierter“ Entertainer oder Motivator auftreten zu dürfen. Aber dazu müsstest du ebenfalls dort einziehen, denn wirklich raus wollen die allerwenigsten. Es ist nichts persönliches, aber sie brauchen einen mit echtem Feuer, den sie verheizen können. Also verbiege dich nie, buhle nicht um andere. Willst du wirklich dort leben und doch nur den Clown machen!? Nimm es nicht ernster als es ist, und mach einfach das, was dir wirklich Freude macht und Sinn gibt.

Pass dich niemals an, nur weil du nicht zu passen scheinst! Sei lieber arm an allem, als dass du arm an Licht und Wärme bist … und sei besser ein Niemand, der sich selbst und anderen nahe sein kann … als ein bedeutsamer Jemand, den jeder nur kennt. Sei selbst dein größter Fan, aber ebenso auch dein größter Kritiker, – so hält sich alles die Waage! Mach mal alles richtig, und dann aber auch mal wieder alles falsch. Das Echte findet sich in dieser Mitte, – niemals im Ideal und Hype aber auch nie in Verriss und Entwertung. Also lass dich nicht anstecken und aus dieser Mitte herauslocken. Locke dich selbst nie aus deiner Mitte.

Und falls du doch die Welt erleuchten oder retten magst, so wie ich es dann oft wollte, es ist Unsinn … es reicht schon, wenn du auch nur im Leben eines einzigen anderen Menschen einen wirklichen Unterschied machst … und er in deinem. Das ist wahrer Reichtum, und das ist der größte Erfolg. Der Rest kommt dann von selbst. Ich habe lange gebraucht, um bei den vermeintlich enormen Erfolgen und noch viel enormeren Misserfolgen zu erkennen, wie reich ich eigentlich wirklich geworden bin.

Lasst mich noch eine kleine Anekdote teilen, die für mich persönlich dazu geführt hat, diesen ganzen Zirkus nicht mehr so ernst zu nehmen. Ich hatte eigentlich alles erreicht, von dem ich als Teenager geträumt hatte. Ich stand auf der Bühne, war oft im Fernsehen und im Radio, verkaufte SPIEGEL-Besteller, lebte über Jahre fast nur im Hotel. Und doch wurmte es mich, dass ich nie bei Lanz in der Sendung war, weil ich dachte, dass Erfolg sich erst daran messen ließe, … das sagten mir jedenfalls viele mit denen ich zusammenarbeitete. Was wenige wissen: Ich wurde zweimal zum Vorab-Interview in die Sendung eingeladen. Und sie hatten so viel zu tun, dass sie mich in Hamburg einfach vergessen haben, – ich war extra 500 Kilometer weit angereist. Es ist nur ein Sinnbild, aber ich finde, da steckt alles drin. Erst da begriff ich, was das Wort „Unterhaltungsindustrie“ wirklich bedeutet.

Ob nun im Fernsehen oder auf Facebook … mach dich nicht zur Ware, indem du dich darüber definierst, wie oft du konsumiert wirst! Wenn du eine Rampensau bist, dann geh auf die Rampe und hab Spaß, aber mach dir die Rampe niemals zum Maßstab für dich, deine Qualitäten und deinen Erfolg. Sonst wirst du irgendwann Dinge tun und sagen, die du eigentlich gar nicht tun und sagen wolltest. Und du wirst es nicht mal mehr bemerken!!! … es werden einfach nur die Dinge sein, die alle anderen gern sehen und hören wollen. Dann bist du einer von ihnen geworden; und du selbst zu sein und dich weiterzuentwickeln, fühlt sich dann schnell wie ein Scheitern an. Doch du musst weiter, denn nur der Weg den du wagst, führt dich wieder ganz zu dir.

»Wenn man sich nur erstmal wieder daran erinnert, dass man JETZT und HIER ist, und völlig frei darin, Nein! zu sagen, zu Sorgen, anderen Meinungen und Abhängigkeiten, und Ja! zu sagen, zu sich selbst, zu Mut und neuen Abenteuern, dann ist dieses Leben gar nicht mehr so kompliziert… und verdammt aufregend!« – Janice

TEIL II – Es folgen nun noch einige Gedanken von dieser Woche, die die eher spirituelle Seite dieses Themas beleuchten … „Bleib in deiner Mitte“ weiterlesen

Über die Freiheit in einer Welt der Angst

Ich hatte niemals wirklich in letzter Konsequenz nachvollziehen können, weshalb so viele historische Persönlichkeiten nahezu aller Religionen, Länder und Epochen sich am Ende in die Einsamkeit zurückzogen, sich eine Kutte überwarfen und die Türen ihres alten Lebens „einfach“ hinter sich schlossen. Um dann ein demütiges Leben in großer Bescheidenheit aber auch in Armut zu führen: Aber offenbar inmitten es großen inneren Reichtums, und mit ganz anderen Menschen an ihrer Seite, denen sie da nun plötzlich begegneten.

Franz von Assisi kommt mir da in den Sinn, Hildegard von Bingen ein Stück weit, oder die islamische Heilige Rabia von Basra, und so geht das weiter bis Gandhi und Johannes vom Kreuz. So viele Namen steigen in mir auf, – so viele Menschen auch, die nicht mal der Scheiterhaufen vom Weg abbringen konnte. Und am Ende waren selbst Buddha oder Jesus bettelarm, und zählten doch zu den reichsten Menschen auf Erden offenbar. Was ist da passiert mit diesen Menschen und warum gelang ihnen dieser Schritt, der uns so schwer fällt oft? … der Schritt hinein ins Urvertrauen und hinaus in eine andere Freiheit! Meine Mokkakanne steht wie jeden Morgen wieder auf der Herdplatte, ich möchte meine Gedanken heute zu diesem Thema fließen lassen… bis der Kaffee fertig ist, und gewiss ein paar Zeilen länger. #Kaffeegedanken

Viele von uns haben Erfahrungen machen dürfen, die mit Logik und Ratio nicht mehr so einfach zu erklären sind, und die uns Momente tiefster Liebe, Geborgenheit und Friedens in einem ganz außergewöhnlichen Maße gewährten. Damit beginnt jeder Weg, und jede Erfahrung ist individuell, unterschiedlich tief und nicht wirklich vergleichbar. Und auch in der Geschichte der Mystik wurde vielen Menschen eine Erfahrung oder Erscheinung zuteil, und erst diese wies ihnen einen ganz neuen Weg. Immer wieder war es Gott selbst, der sich da offenbarte, so steht es jedenfalls oft geschrieben. Da wurde dann Gott nachgefolgt oder auch mal mit ihm gerungen, so wie es Jakob im alten Testament tat. Aber ein Wunder oder eine Erscheinung allein vermag es selten, einen Menschen sofort, in einem einzigen Augenblick und für immer zu verändern. Vielleicht FÜR einen Augenblick, doch dann übernimmt der Alltag eben doch wieder, und diese Reise beginnt, auf der so viele von uns unterwegs sind… und da versuchen, diese ganz neuen Erfahrungen ins alte Leben zu integrieren. Nach Mythenforscher Joseph Campbell also die letzte große (größte!) Herausforderung der klassischen Heldenreise, nämlich den Schatz zurückzubringen eben, was draus zu machen und vor allem: IHN AUCH ZU TEILEN mit anderen. Hier aber blendet Hollywood in der Regel auch schon wieder ab.

Und ja, es geht auch darum, wieder in diese Erfahrungen selbst ganz hineinzufallen und sie bloß nicht wieder zu vergessen. Und der Kreis der Menschen wird immer kleiner, die einen dabei noch verstehen wollen, – und der Kreis derer wird größer, die einen einfach nur für verrückt erklären. Zu einem Königsweg wird ein Weg ohnehin erst, wenn er auch viele Irrwege überwunden hat. Doch an seinen Irrwegen allein wird der Mensch oft gemessen dann. Wirklich sehen und verstehen werden uns wenige.

„Jemandem, der einen Apfel schält, vorzuwerfen, er befasse sich mit der Schale, ist reine Unkenntnis, auch wenn es so aussieht, als sei die Situation richtig beschrieben.“ – Rabia – Rabaa El-Adaweya

Ich kann gar nicht mehr sagen, wie oft ich in diesen Raum hineinfiel, in dem es keine Fragen mehr gibt. In dem das Hirn nicht mehr denken kann, weil alles einfach viel zu groß ist. Und in diesem Raum ist alles in sich die Antwort dann .. alles IST einfach. Es gleicht einem Hineinfallen ins Bewusstsein, in Gott, in die Wirklichkeit … doch all das sind nur Worte eben. Diese Momente prägen uns, mal mehr, mal weniger, aber es bleiben doch immer nur Zustände. Und die Natur von Zuständen ist es nunmal, das sie kommen, aber auch leider wieder vergehen.

Und doch gleichen diese Zustände einem Stern am Horizont, zu dem man hineilt. So viele Wege „Über die Freiheit in einer Welt der Angst“ weiterlesen

Wenn nichts mehr geht

Vielleicht fragst du dich gerade, warum du dir das alle überhaupt noch antust. Haderst mit dir und deinem Leben, deinem Job, deiner Beziehung … Vielleicht stehst vor einer Wand unlösbarer Probleme, und bei Gott, du hast wirklich versucht dein Leben herumzureißen. Und wie oft hast du das schon versucht! Aber du bist müde. Deine Seele ist so seltsam müde. Warum also wieder aufstehen, wenn du doch nur wieder ins Bett fallen willst?

Ich sage dir warum! Genau deswegen!

Weil du so viel gekämpft hast und dich schon so oft wieder auf die Beine gestellt hast. Und das mag womöglich das erste mal in deinem Leben sein, dass du dir wirklich selbst begegnest. Aber es wird Zeit! Du bist ein wundervoller Mensch, dein Weg war nicht einfach, und all die Schatten und Sünden an dir, die dir nun begegnen, – die dich deiner Meinung nach unwürdig erscheinen lassen, geliebt zu werden oder ein anderes Leben überhaupt noch zu verdienen, das bist nicht du! Das sind lediglich Strategien und Bewätigungsmechanismen, um zu überleben. Sei nicht so hart mit dir. Wende den Blick wieder ab von diesen dunklen Schatten, – begegne diesem Wesen, das einfach nur immer alles richtig machen wollte. Du solltest wieder aufstehen, weil du es verdienst dass du für dich weiterkämpft. Deshalb! Erstmal nur für dich, nicht für andere. Vergiss all die Probleme für einen Moment, vergiss die Vergangenheit, die hinter dir liegt, – und die Zukunft, die womöglich unüberwindbar erscheint. Nimm deine Hand und leg sie dir auf die Brust. Schließe deine Augen. Atme! Verweile ein bisschen, dann lies weiter …

Bevor dich die Gesellschaft und andere eingespannt haben, wer warst du da? Dieser Mensch steckt immer noch in dir. Und er versucht seit Jahren, wenn nicht gar seit Jahrzehnten in dieser schnellen und lauten Welt nicht zurückzubleiben. Er passt sich an, er steckt zurück, ordnet sich vielleicht sogar unter. Und dann ist da womöglich diese Einsamkeit, die dich wieder und wieder in die falschen Arme getrieben hat. Auch davon bist du müde. Und diese Arme klammern dich womöglich immer noch in deinen Gedanken. Schau dich mal an, wie viel hast du schon gekämpft! Und am Liebsten würdest du noch die ganze Welt retten, trägst noch den ganzen Weltenschmerz auf deinen Schultern. So viel Mitgefühl! … für andere! Was die alles durchhaben, nicht wahr?

Und du?! 

Was ist mir dir!

Du idealisierst oft die Menschen, siehst mehr in ihnen, als sie sind. Und du siehst ihre Herausforderungen und willst helfen. Auf der anderen Seite relativierst du dich selbst und deine Hürden. Du bist anders, du bist offen, kannst dich den Schwingungen der Welt nicht entziehen. Das macht dich so unglaublich verletzbar. Das aber ist keine Schwäche. Im Gegenteil. Aber es ist „Wenn nichts mehr geht“ weiterlesen

Wenn du wirklich …

Wenn du wirklich erwachen willst, dann „töte den Buddha am Ende des Weges“, so wie er es dir nahegelegt hat; sei dankbar und demütig, aber hole deine Gurus und Lehrer wieder von ihren Sockeln, auf die du sie emporgehoben hast. Ihre Arbeit ist getan. Was ihnen Autorität verleiht, das bist du! Was dich führt, das bist du! Sie sind nur Lehrer, weil du noch meinst, nur ein Schüler zu sein. Weißt du denn immer noch nicht, wer du bist!? Begegne dir selbst in jedem anderen, geerdet und auf Augenhöhe, jedem Lehrer und jedem Kind.
Wenn du wirklich erwachen willst, dann wirf alle spirituellen Konzepte wie „Illusion“, „Gott“ oder „Nicht-Dualität“ und dergleichen aus deinem Kopf. Es sind Spielbälle deines Verstandes geworden. Das ist auch okay, gelegentlich, wenn dir das Spielen Freude bereitet, aber hast nicht irgendwann auch mal genug gespielt?!
Wenn du wirklich erwachen willst, dann erlaube dir den Gedanken, dass die Erleuchtung die größte Enttäuschung für das Ego ist. Und je länger du diesen Weg gegangen bist, umso schwerer wird dir das fallen, ich weiß! Doch es gibt keinen Weg! Seit du denken kannst wird dir eingeredet, dass du irgendwo hin musst, um irgendwo anzukommen, und dass du dich mühen musst, – doch nur deshalb hast du dich überhaupt erst verloren, weil du nur jetzt bist! Alles hat einen Preis, glaubst du. Hast du nicht endlich genug bezahlt!
Wenn du wirklich erwachen willst, dann vergiss all die verlockenden Zustände, die du einst erfahren hast und die du wieder erreichen willst, mit Methoden und Routinen. Alles was erscheint, das vergeht auch, aber was erscheint und vergeht ist nicht die Antwort. Alles was ist, ist Erfahrung und Bewusstsein. Erfahre was ist, hier und jetzt, so wie es ist. Gib dich hin. Das was hier und jetzt ist und was du bist ist in seiner Qualität von keiner anderen Natur, als jede andere Erfahrung. Das ist die große Täuschung! Samsara ist Nirvana. Wachst du hier nicht auf, dann auch nirgendwo anders. Wie kann alles eins sein, wenn diese Erfahrung hier nicht dazugehört?
Und wenn du wirklich erwachen willst, dann höre auf dir einzureden, dass du noch schläfst. Schau dir deinen Kindergarten an und entscheide, dass es endlich genug ist! Und wenn es doch noch nicht genug ist oder dir einfach Freude macht, dann mach eben weiter. Auch das ist in Ordnung. Und das ist alles, denn mein Kaffee ist auch schon fertig …

Es geht dir gut?
Das geht vorbei!
Dir geht es schlecht?
Das geht vorbei!
Was bleibt …
bist du

#wasweissichschon #jeanne