Noch 24 Stunden

Habe richtig gut schlafen heute Nacht, und denke, ich werde wohl den halben Tag im Bett bleiben. Wer weiß wie viele Kurzschlafphasen ich in den nächsten Tagen bekomme. Habe wirklich phantastische Träume zur Zeit, wache morgens meist auf, weil ich laut lache. Fühle mich also wirklich gut und ausgeruht. Das ist wichtig. Freue mich auch das letzte heiße Bad, denn das wird es für die nächsten 4 bis 5 Monate definitiv nicht mehr geben. Gestern Abend haben wir alle wieder phantastisch gegessen und ein letztes Mal gemeinsam im Dunkel den Wellen gelauscht. Alles steht auf Go! für morgen. Vorhersage: Wind 8kn aus NW bis NNW; See bei 1,5m und 12 Sekunden. Dienstag dann doch 23kn (43km/h), aber mit Wind aus NNW wird’s voraussichtlich ein Wellenritt in die richtige Richtung. Ich werde bis zur Hafermole von einigen Booten begleitet, dann, sobald ich auf dem offenen Wasser bin, bin ich allein. Soweit der Plan.

Könnte mir Schlimmeres vorstellen als hier in Portimao zu bleiben, Urlaub zu machen. Aber so langsam wird der Ruf der See doch etwas lauter und bestimmter – es wird also Zeit, ich sollte gehen! Mein Koffer bleibt morgen früh ganz leer im Hotel zurück – und alles was ich wirklich benötige, habe ich dann im Herz, im Kopf und im Boot. Ich werde mich sicher noch kurz melden morgen, aber solltet Ihr nichts von mir hören, dann geht es mir gut.

Noch etwas zu den Status-Updates in den sozialen Netzwerken: Ich werde natürlich in Zukunft erst einmal keine Kontakte mehr bei Facebook bestätigen können, was schon in den letzten Tagen schwierig wurde. Bitte abonniert einfach meine Nachrichten, dann könnt Ihr trotzdem alle Einträge lesen. Auch ist natürlich Twitter eine Option. Und ich bitte ich Euch nochmals: Geht bitte auf die Facebook Seite von OceanCare, dort gibt es alle Neuigkeiten zum Projekt + zahlreiche Hintergrundinformationen in deutscher Sprache.

Nun denn … passt auf Euch auf, entschleunigt die Welt ein wenig und denkt ab und an mal an mich. Wir sehen uns alle gesund im nächsten Jahr wieder. Ich bedanke mich bei Euch allen, die Ihr mir das Vertrauen geschenkt habt, die Ihr mich unterstützt habt in den letzten Jahren, an mich geglaubt habt. Und ich bedanke mich bei all denen, die Zweifel hatten, aber wenigstens den Mut besassen es laut auszusprechen. Nun denn … jetzt bin ich dran. Ich denke es ist alles gesagt – jetzt werde ich einfach ohne großes Szenen aufbrechen.

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8 Tage, 8 Stunden, 8 Minuten, 8 Sekunden

Ein Blick auf die Uhr mahnt mich zur Eile. Schon wieder fast 3:30 Uhr Morgens, und dabei wollte ich doch nur noch schnell blogen … naja. Dienstag Nacht, also in drei Tagen, breche ich auf und verabschiede mich aus Deutschland. Da ich immer noch keine Koffer gepackt habe -und ich benötige ja zwei (Portugal/Karibik)- muss ich langsam doch mal etwas Gas geben. Wobei das natürlich harmloser klingt als es ist. Ich gestehe: Ich rotiere wie ein Kreisel. Gestern die Pressekonferenz in Speyer. Tapfer zusammen mit Sigrid von OceanCare von 10:00 bis 18:00 gegen die Eiseskälte gezittert, heute Morgen dann alles verstaut, gewogen und das Boot eingepackt. Passt! Wobei: Hatte mit Rainer und Patrick wieder ganz starke Unterstützung – allein packe ich das wirklich im Moment alles nicht mehr. Morgen Koffer stopfen, iPods füllen, Backup’s ziehen, Dokumente drucken, … , …. , … . Am Montag dann die nächsten Interviews, das Boot verabschieden, Atmen. Und ja, Verabschiedungen … auch so ein Thema. Ich drehe jetzt meine Runden und blicke ein letztes Mal in die Augen meiner Familie und Freunde – auch nicht wirklich ganz so einfach. Ja! ich habe doch Gefühle, wer hätte das geahnt. Nun denn, selbst schuld! Soweit ist alles in Ordnung – und Unglücke vermeiden Langeweile. So haben wir einen Tag vor Verpackung des Bootes die falsche Schrumpffolie geliefert bekommen. Früher hätte ich das im Blog als Katastrophe getagt, heute finde ich, ist schon ein Schulterzucken Zeitverschwendung. Es finden sich immer Lösungen, vor allem wo ich mich auf mein Team hier voll verlassen kann! Und so ist das Boot eben -wenn auch anders als geplant- nun doch startklar „verpackt“. Sagen wir: es ist eine „individuelle“ Lösung gefunden haben (Siehe Foto). Und natürlich im Hinterkopf immer diese eine Frage, nun, wo das Boot komplett „eingewickelt“ ist: „Habe ich auch alles eingeladen???“ … und falls ja, vielleicht doch viel zu viel davon?!.

Die PK gestern war auch ein voller Erfolg, das Boot sieht sooo Klasse aus – Gott was bin ich stolz. Am Monatag Morgen dann noch ein paar Interviews, und dann muss ich mich endgültig auch von den Jungs in Speyer verabschieden, meinen Felsen in der Brandung, von Georg und Andreas, das Team Lehr Gestaltung , aber eben auch von Rainer. Fast ein halbes Jahr werde ich weg sein – mag gar nicht dran denken! Und so tickt die Uhr herunter. Das Boot geht in Kürze mit der BSH Verkehrstechnik GmbH auf die Reise und wir treffen uns voraussichtlich am Donnerstag in Portmao wieder – ich und mein Boot. Wetterprognose stimmt mich nach wie vor optimistisch – dann geht alles hoffentlich ganz schnell über die Bühne Kaimauer. Wir werden seh’n – wir werden seh’n. Jetzt aber, ja, jetzt aber werden wir erst einmal schlafen! Ruhet wohl!

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11 Tage 11 Stunden 11 Minuten 11 Sekunden

Fast! Nur noch wenige Meter, dann ist’s endlich soweit. Sogar das Startgedicht halte ich schon in Händen, und habe noch genug Zeit es zu erweitern. Los jetzt: TICKE SCHNELLER UHR! Das Boot ist bereit für die lange Reise nach Portugal, fehlt nur noch die Transportfolie. Zuvor jedoch stehen Sigrid Lüber von OceanCare und ich noch am Freitag, dem 11.11.2011 um 11:00, bei einem offiziellem Presseevent in Speyer Rede und Antwort. Freue mich sehr auf den Termin, und hoffe wieder auf ein richtig „lautes“ Medienecho für unsere Kampagne für die Stille in den Weltmeeren. Übrigens: Bitte folgt OceanCare auf der offiziellen Facebook Seite – dort gibt es regelmäßig Nachrichten in deutscher Sprache während meiner Überfahrt, verknüpft mit spannenden Fakts zur aktuellen Position – und natürlich mit vielen Infos zum Thema Unterwasserlärm und den konkreten Projekten, die wir zusammen mit der Kampagne Row for Silence beflügeln möchten.

Wetter schaut gut aus bisher. Ein Hoch baut sich über den Azoren auf. Prognose für den 21.11. wäre dann optimalerweise auch ein Wind aus Nord. Daumen drücken.

Kleinere Überraschungen gab es dann noch auf der Wage. Inklusive Trailer (Bootsanhänger): 1530 Kilogramm. Ich verschweige jetzt lieber das Trailergewicht, und verschweige auch, dass ich noch mal gewaltig an Gewicht reduziert habe. Heute aktuell beträgt nun das Startgewicht des Bootes bei voller Beladung 1080 Kilogramm (jedoch ohne Ruderin). Ist ok. Etwas nachgeholfen, und ich erreiche auch noch die 1075Kg als meine persönliche Zielsetzung als Obergrenze in der Vorabplanung. Also doch die Zahnbürstengriffe absägen?

Spannend wurde es noch mal, wo das Antifouling (Bewuchsschutzfarbe) abgeschliffen werden musste. Dazu wurde das Boot mit über einer Tonne an zwei Gurten am Gabelstapler emporgehoben. Sehr beruhigend wo ich dann unter der schwebenden Last mit Sandpapier das ganze Unterwasserschiff bearbeiten musste. Ergebnis ist jedenfalls sehr gut geworden: Spiegelglatte Oberfläche – optisch toll. Leider ist das Schleifen eine absolute Drecksarbeit und ich war am Abend Zielscheibe allen Spots in Speyer mit meinem rotem Gesicht. Damit konnte ich leben, schlimmer war die Entdeckung am nächsten Morgen, dass sich der Schleifstaub auch auf dem Boot gesammelt hatte. Völlig unnötige Arbeit – lässt sich nur ganz schwer entfernen. Naja, selbst schuld.

Also noch 11 Tage, 11 Stunden, 11 Minuten und 11 Sekunden bis zum 21.11 – 10:oo UTC.

Hinaus aufs Meer wirst du getrieben
Der Hafen liegt schon in den Weh’n
Und Wind und Wellen schieben
Und die Uhr bleibt steh’n … um zehn.

Hinaus aufs Meer wirst Du getrieben
Von Wind und Strom und Salz im Blut
Nur eine Leine ist geblieben –
Ein Knoten der im Halse ruht

Hinaus aufs Meer wirst Du getrieben
und gleitest mit dem Kopf voraus
Das Meer wird dich nun fortan lieben!
…. oder es sieht übel aus!

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