Voran!

Der Mensch welkt an dem,
was er bereits kann,
und wächst über sich hinaus,
an dem, was er wagt.
Die Welt, in die
er seinen Fuß setzt,
muss er durchqueren,
oder sie wird der Ort sein,
an dem man ihn noch
lebendig begräbt. – jj.

Dazu eine Geschichte:

Im Dunkel der Nacht begann ein Sufi zu klagen. Er sprach: „Diese Welt ist wie ein vernagelter Sarg, in dem wir eingeschlossen sind. In unserer Ignoranz und Unwissenheit verbringen wir ein Leben in Torheit und Trostlosigkeit. Wenn der Tod dann kommt, um den Sarg zu öffnen, wird jeder von uns, der nur Flügel hat, in die Ewigkeit fliegen, – die aber, die ohne Flügel sind, die verbleiben im Sarg. So hört, meine Freunde, bevor der Sargdeckel angehoben wird, unternehmt alles, um ein Vogel auf dem Weg zu Gottes zu werden; tut alles, damit euch Flügel und Federn wachsen.“
Fariduddin Attar (12Jh., persischer Mystiker, Sufi und Poet; Rumis Inspiration. Frei übersetzt aus dem Englischen)

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Der Ort, den wir suchen, heißt Ewigkeit,
und die Ewigkeit wohnt uns selbst inne.
Wie sich der Raum aus sich heraus dehnt,
und alle Zeit sich um sich selbst dreht,
so wächst und dreht auch der Mensch
wie ein Strudel im uferlosen Meer,
und betrachtet alle seine endlichen Wirbel.
Und wer sich im wirbelnden Selbst
bestätigt, spiegelt oder abgrenzt,
von allem anderen, von allen anderen,
der ist sich noch nicht begegnet,
denn der Weise begegnet der ganzen Welt
und allem Raum und aller Zeit,
wieder als sich selbst. – jj.

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Sie staunten über das, was sie sahen,
aber nicht darüber, dass sie sahen;
sie staunten über das, was sie hörten,
aber nicht darüber, dass sie hörten;
sie staunten über das, was sie fühlten,
aber nicht darüber, dass sie fühlten.
Sie staunten über so viele Dinge,
aber kaum mehr über sich selbst. -jj.