Frei erfunden, und so

Ich bin so verstand stark, EIGENTLICH, und meinte natürlich „verdammt stark“. Aber der Tippfehler passt irgendwie. Und ich habe auch alle Abgründe gesehen,… EIGENTLICH. Abgründe sogar, die sich keiner auch nur vorstellen könnte. Und ich habe am Ende noch gelacht darüber, und gewusst, dass ich niemals hinabstürzen werde, weil … weil, ich habe auch so viel Licht gesehen, auch in mir selbst, das mir den rechten Weg weisen wird! EIGENTLICH. Aber dann sitze ich nun eben hier am Ende dieses Weges, und ich habe plötzlich Angst. Unvorstellbar große Angst … vor ein paar Gefühlen.

Ich fühle mich so klein, und so hilflos. Und dabei bist du nur ein Mensch, der vor mir steht, und kein neuer Abgrund, der sich da auftut. Und du bist doch auch nicht der erste Mensch, der da vor mir steht! Nur dieses Gefühl in mir JETZT, das kann ich eben nicht Ansatzweise ergründen. Das ist nicht so wie sonst, wie früher, wie irgendwann, mit irgendwem, egal wie lange es dann auch war.

Und ich wünschte mir EIGENTLICH nur, dass du mich an deine Hand nimmst. Aber ich schäme mich. Und ich wünsche mir EIGENTLICH nur, dass du mich umarmst. Aber ich schäme mich. Und EIGENTLICH würde ich nur gern hören, dass du mir trotzdem sagst, dass endlich alles gut wird. Aber ich schäme mich, weil ich mit diesem Gefühl alles zu verlieren fürchte, das mich bisher stark gemacht hat. EIGENTLICH …
Aber stattdessen nehme ich deine Hand. Lächle dich an. Umarme dich und erzähle dir irgendwas. Nur eben nicht, dass ich mich schäme, dass ich Angst habe vor diesen Gefühlen, vor deiner Größe, … vor deiner Liebe, vor meiner Liebe.
Und diesen Teil zeige ich EIGENTLICH niemandem gerne. Dann hole ich doch lieber ganz weit aus, und schreibe Geschichten über die Vergangenheit oder die Zukunft. Aber nichts über den entscheidenden Augenblick, von dem ich weiß, das er nur auf mich wartet.

** Frei erfunden und so, ihr wisst schon. **

Irgendwo dazwischen

Ich habe zu viel gesehen und mich fast auch verloren darin; das Wesentliche geriet mir aus dem Sinn. Das alles zu begreifen, ist unmöglich, das musste ich lernen. Und jetzt würde ich gern anderes wieder lernen. Ich hatte keine Zeit mehr für die schönen, sinnvollen und aufregenden Dinge des Lebens, – meine Neugier wich eher einer Gier nach einem Hyper-Leben, was letztlich am Ende nur ein Überleben war. Dabei will ich seit Jahren eigentlich nur diese Komma-Regeln lernen oder mich entscheiden, wie ich die zweite Lebenshälfte denn nun konkret angehen will.

Und da stehe ich Verstandsding nun wie ein Cherubin mit Flammenschwert auf dieser Brücke in mich hinein, und aus mir heraus und versperre oft den Weg noch. In beide Richtungen. Einige sagen ich wäre nur eine Mauer oder eine Wand, aber die glauben ihren Augen im Herzen nicht!

Schaue ich hinter mich, aber auch vor mich, ist da viel Licht und Hitze. Und auch große Dunkelheit und Kälte. Da brennt ein gewaltiges Feuer auf beiden Seiten, das mir oft Angst macht. Und das mich schon ein paarmal einfach wie eine Feuerwalze überrollt hat, und dann stand ich da und mir rauchte mein Kopf, wie ich das alles bloss löschen soll, und was nur alles noch in Brand geraten könnte. Manchmal denke ich, das könnte ein großes Weltenfeuer sein, und nur ich auf meiner Brücke brenne nicht, ein Weltenfeuer, in dem ganze Sterne und Galaxien geboren werden. Solange ich nicht zu nah dran bin, ist es ok. Dann ist es warm und hell, und nicht zu heiß und nicht zu blendend. Aber manchmal möchte ich schon ein bisschen näher dran.

Aber dann ist da eben auch noch ein Weltenmeer, und das ist auch unberechenbar! Mal ist es so kalt und tief und dunkel, – jedes Feuer erlischt in seiner Gewaltigkeit. Aber auch dieser Ozean kennt gewaltige Flutwellen, die mich mal überrollen und mein Gedankenfeuer löschen. Und da komme ich dann wieder an irgendeinem Strand zu mir, und weiß überhaupt nicht, wohin ich da jetzt gespült wurde. Es war einfach nur Still, ich war einfach nur weg. Bin ich nicht zu nah dran, und es ist nicht zu unruhig, dann ist es okay, dann ist es kühl und ich kann sogar schwimmen und ein bisschen tauchen. Aber manchmal würde ich diesem Wasser schon gern auf den Grund gehen.

Letztlich aber ist nie mehr passiert, als ich am Ende doch bewältigen konnte, aber hey!, das ist schon alles „viel“, oder?
Und diese Sehnsucht oft! Habe ich dir von ihr erzählt? Sie hat so viele Facetten. Mal scheint sie im Weltenmeer geboren, mal im Weltenfeuer. Mal will sie gelöscht werden, mal will sie lichterloh brennen.
Und dann ist da diese Dunkelheit in mir selbst eben, die ich nicht durchschauen kann. Angst, Schmerz, so viel Ungewissheit. Manchmal denke ich, es könnte der Schmerz der ganzen Welt sein.

Ich mache das doch ganz gut, oder? Ich kleines Gedankending, das keine dreißigtausend Worte verstehen kann. Eigentlich will ich mich nur sicher fühlen, und nicht verlieren. Dann versuche ich alles richtig zu machen und die Kontrolle zu behalten. Aber eigentlich habe ich gar keine Kontrolle über diese Dinge hinter mir oder vor mir. Und machmal scheine ich alles zu sein, was Innen und Außen überhaupt nur trennt. Und vielleicht ist das auch alles was ICH bin. Ein Spielball zwischen Feuer und Wasser … eine einfach nur verdammt neugierige Laune der Natur.
Aber dann bist da eben auch DU. Und das kann ich mir bis jetzt immer noch nicht erklären. Weil, mal bist du wie Feuer, mal wie Wasser, mal vor mir, mal hinter mir, aber irgendwie immer auch IN MIR. Und dann noch diese Gefühle, auf die kann ich mir auch überhaupt keinen Reim machen. Das ist schon alles ziemlich verrückt.

… Gedanken halt

Weiter, immer weiter!

Wieder bin ich sechs Monate lang ganz meinem Herzen gefolgt. Bin nicht auf bequemen Wegen gegangen oder dem Naheliegenden nachgeeilt. Habe alles losgelassen, alle Sicherheiten, alle Schnüre. Und bin tief rein in mich, ganz tief hinein. Bin nicht weggelaufen vor den Ängsten und der Dunkelheit, die sich da noch zeigen wollten. Ich habe mich gesehen, in mich!, und nicht die drohenden Abgründe und Wände vor mir. Weil ich eines gelernt habe im Leben: Wenn ich mich selbst finde, habe ich gar nichts zu verlieren. Weil, wenn ich dem Herzen folge, werde ich an Orte getragen, die ich mir nie vorstellen konnte, und an denen ich überhaupt erst wirklich stehen kann, zu mir stehen kann, zu dir stehen kann. Wieder habe ich vertraut, nicht gehofft, vertraut, „dass die Luft mich trägt, wenn ich den Fuß in sie setze“, und wieder steigt die Sonne in einen ganz neuen Himmel, und da ist ein Licht nun, auch in mir, das ist so hell, dass in meinem Herzen Sonnenblumen wachsen. 🌻

Es kommt der Moment, wo du den meisten zu viel sein wirst. Wenn du am Boden liegst, wenn du im siebten Himmel schwebst, wenn du dich auf anderen Wegen verloren hast, du zu viel erreicht hast, du schwer erkrankst oder spätestens, wenn dein Leben sich dem Ende neigt. Dann erst erkennst du wirklich die Menschen,
– die sich einfach über jeden Tag freuen, an dem sie deine Stimme hören können;
– die nicht nur ihre innere Leere mit dir füllen, solange du erfüllt bist;
– die sich nicht nur mit dir „zusammen“ vom nicht gelebten Leben ablenken;
– die nicht nur mit dir die gleichen Probleme herumwälzen, damit sie sich nicht allein damit fühlen;
– denen du nie eine Last bist, weil sie ihre eigenen Lasten nicht in dir spüren müssen.
Und du hörst ihnen zu und dann begreifst du erst wirklich, was wahre Freundschaft und Liebe bedeuten, und warum sie so selten und ein so kostbares Geschenk sind.
Du bist okay, so wie du bist, so wie du dich fühlst; achte gut auf die Menschen, für die das auch wirklich okay so ist. Und es ist richtig, auch mal Grenzen zu ziehen, wenn es doch zu viel wird, aber achte auch genau auf das Wie und Wann.

Verschenke dich nicht!

Dein Kämpfen und Ringen,
dein Stöhnen und Klagen,
dein Scheitern und Verzagen…
interessieren nahezu keinen;
den meisten ist das zu anstrengend.
Aber warte ab, wenn du etwas findest
und teilst, was ihnen nützlich ist,
dann nennen sie dich einen Helden
und deinen Weg einen Heldenweg.
Und deine Erfahrung ist nur eine
weitere leichte Trophäe, die sie sich
in ihren Schrank stellen können.
Verschenke dich, deine Gefühle,
deine Gedanken und deine Zeit
nicht an jeden! Jede deiner
Erfahrungen ist der ganze
Weg… und ist alles, was
du wirklich bist

Öffne mich!

Ich glaub das noch nicht.
Ich begreif das noch nicht.
Ich verdien das noch nicht.
Ich kann das noch nicht.
Machs kleiner,
es ist zu groß!
Nein, warte!
Öffne mich weiter,
nur ein Stück noch,
im Zweifel, zerreiß mich,
das halt ich schon aus!
Dann gehts bestimmt.
Danke!

 

Kommentar darauf:

Ich glaube das.
Ich begreife das.
Ich verdiene das.
Ich kann das.
Machs gross.
Hau rein!
Ich BIN gross.
D a n k e

Ich bete

Ich bete.
Bitte, bitte lass es wahr sein!
Ich bete.
Vergib mir meine Dummheit im Leben.
Ich bete.
Ja, ja, ja… große Dummheit oft, ja.
Ich bete.
Ich sehe nun erst wieder, was ich bekam immer.
Ich bete.
Ja, ich bin ein Idiot oft, aber du siehst auch, dass ich wie ein Hund darum kämpfe, alles richtig zu machen und ein guter Mensch zu sein, ja?
Ich bete.
Ja okay, ich habe viel geredet. Zu viel.
Ich bete.
Gott, was bist du fies manchmal.
Ich bete.
Und stur wie ein Bock!
Ich bete.
Sorry!
Ich bete.
Und ich denke, dass Beten Unsinn ist. Das wissen wir Beide. Weil ich denke dass ich weiss, wer und was du bist …
Ich bete.
Entschuldige bitte auch die beide Gedanken eben.
Ich bete.
Ich habe nie richtig gebetet, weil es nie von Herzen kam und mir zu leichtfertig erschien, das war gut, oder? Haste gesehen, ja?
Ich bete.
Bitte, bitte lass es wahr sein. Bitte lass mich dieser eine Mensch sein, lass mich genug sein.
Ich bete.
Ich habe wirklich lange nach mir gesucht und wage vorsichtig daran zu glauben, dass ich es wirklich verdiene auch. Es ist halt so fucking groß, und ich bin halt so fucking klein!
Ich bete.
Ich vermassle es nicht. Diesmal wirklich. Und ich bin mutig genug!
Ich bete.
Diesmal wirklich, echt wirklich!
Ich bete.
Fuck, jaaaa!, ich bin egostisch hier. Habs gemerkt.
Ich bete.
Dann bete ich für uns eben.
Ich bete.
Ich weiss dass es wahr ist. Bitte lass uns auch daran glauben. Denn nur was wir wirklich glauben, kann wahr sein.
Ich bete.
Natürlich, ich sehe grad an jeder Ecke, wie deine kuriosen, wundersamen „Zufälle“ die Fäden spinnen. Das kann sich ja kein Mensch ausdenken. Ich sehe es ja. Darum dachte ich, sage ich halt mal Danke wenigstens auch. Offensichtlich siehst du doch das größere Bild, als ich. Daher will ich dir auch verzeihen, dass ich diesen schweren Weg bekam.
Ich bete.
Und ja, du hast Recht. Ich bete auch für alle anderen. Besonders für die, die mich hierher geführt und begleitet haben und denen ich manchmal leider auch weh tat. Vielleicht kannst du mal mit nach ihnen schauen. Besonders im Moment wäre das wirklich gut.
Ich bete.
Und grüß Oma und Opa bitte. Ich hoffe sie fühlen sich langsam Zuhause bei dir.
Ich bete.
Ach, und es tut mir leid was ich damals auf dem Ozean zu dir gesagt habe. Und dass ich dich so angeschrien habe. Ich hasse dich nicht und trete dir auch nicht den Arsch wenn wir uns wiedersehen. Ich war halt sauer.
Ich bete.
Bitte hilf uns alles richtig zu machen jetzt und nicht vor der Angst zu kapitulieren. Danke!
Ich bete. Neudings.

Wahre Größe

Was, wenn du einfach nur Angst davor hast,
jemandem wirklich auf Augenhöhe
und auf Herzhöhe zu begegnen?
Was, wenn deine Mauern dann komplett
einstürzen würden, und deine vermeintliche Größe
überhaupt keine Größe mehr ist?
Was, wenn sich die Demut vor dir selbst,
vor einem anderen oder der Schöpfung
hinter einer derart großen Angst
nur verbirgt, und du dich eigentlich klein,
hilflos und nackt fühlst; verletzbar eben?
Was tust du dann?
Bleibst du in diesem Feuer stehen
und lässt dich verbrennen?
Hast du die wahre Größe, das auszuhalten,
bis nichts mehr von dir übrig ist,
als deine Wahrhaftigkeit?
Bist du bereit dazu?

Überfüllt von Gefühlen

Wenn du überfüllt bist von Gefühlen,
und unentwegt nur noch damit beschäftigt,
alle deine Ventile zu bespielen, –
als ob du ein Druckkochtopf wärest,
den es jeden Moment zerfetzen könnte, –
dann ist dein Herz dennoch irgendwann gar.
Und dann? Lässt du es verkochen?
Du hast so viel hinter dir!
Hast dich in kühle Meere geworfen,
und durch glutheiße Wüsten geschleppt,
nur damit du diesen Druck und
diese Hitze regulieren kannst
oder nicht mehr in dir spüren musst.
Aber in dir kocht es weiter!
Und was, wenn da einer kommt
und deinen Deckel abnehmen will,
um hineinzuschauen,
um nach deinem Herzen zu sehn?
Was, wenn dich einer wirklich berührt
und dich auch nur einen
winzigen Spalt weit zu öffnen vermag?
In welches Meer willst du dann tauchen?
In welcher Wüste dich vergraben?

Und was bringt das noch?

Nur Zeit …

Von allem trennt uns doch nur die Zeit.
So wie in der Ewigkeit,
findet auch im Augenblick alles zusammen.
Was uns trennt sind nur Geschichten,
die sich erzählen, wenn die Nadel
in einer Rille aufsetzt,
und sich die Zeit zu drehen beginnt.
Mal vorwärts. Mal rückwärts.
Erwartungen. Erinnerungen.
Bis der Tonarm sich wieder hebt,
und im Moment der Stille
alle Zukunft und Vergangenheit,
jedes Du und Ich, und alle Geschichten
nur mehr ein gemeinsames Schweigen sind.

Liebe, immer wieder Liebe

Was nützt dir das größte Haus, wenn dich niemand wehmütig verabschiedet, wenn du zur Tür hinaus gehst, und dich keiner mit einem Lächeln empfängt, wenn du zurückkehrst? Was bringt dir das schnellste Auto, wenn es dich nur schnell an Orte bringt, aber nicht tiefer in dein Herz? Was bringen dir Blumen, die keiner für dich gepflückt hat? Was willst du mit Diamanten, wenn dich niemand anstrahlt? Was ist das für ein Leben, wenn du keinen Menschen liebst; dich selbst nicht, und keinen anderen!



Ein Augenblick nur,
und wir haben alles gesehen.
Ein Schweigen zwischen den Worten,
und wir haben alles verstanden.
Ein einziger Herzschlag,
und wir haben alles gefühlt.
Wir haben gelächelt,
und das war alles.

– janice jakait