Endlich Stille… und keine Umlaute

Ich finde leider keine Umlaute auf meiner Tastatur hier im Hotel in Portimao, denke aber, die transportieren die aktuellen Gefuehle auch nicht besser, oder? Es geht mir super! Bin reichlich muede, aber sehr gluecklich. Heute am fruehen Morgen in Faro gelandet und gleich nach Portimao gefahren. Ankunft im Hafen war einfach Klasse! – das ganze Team der Marina nahm mich herzlich in Empfang und alles stand bereit. Auch wenn nicht viel Zeit bis zum naechsten Meeting blieb, ich bin irgendwie doch ans Meer gejogt und habe erstmal einen Zeh in meinen Ozean getaucht. Naja, ziemlich emotionale Nummer. Jahrelange Vorbereitung, und ploetzlich sitzt man am Ziel und wartet nur noch auf ein Boot. Alles faellt ab in just diesem winzigen Moment. Verrueckt! Obwohl, kommt ja noch so einer am Montag – so ein Moment meine ich. Mal sehen was noch so alles abfallen kann.

Noch waehrend des naechsten Meetings der Anruf: das Boot ist in Portimao! Die BSH Verkehrstechnik GmbH hat in Rekordzeit die Strecke von ca 2500Km bewaeltigt und steht direkt vor meinem Hotel. Ich konnte natuerlich nicht erwarten mein Baby wieder zu sehen. Jetzt also haben wir einen Ozean, eine verrueckte Frau … und nun auch wieder ein Ruderboot. Kann es also losgehen! Morgen wird das Boot ausgepackt, gekrant, Spot-on Antifoul und dann ab ins Wasser. Viele Leute stehen mir hier zur Seite – das ist einfach so unglaublich entspannend. Jetzt etwas essen und dann Bett. Entschuldigt also die kurzen Zeilen heute. Morgen wartet viel Arbeit. Bilder gibt es auf Facebook – kann leider im Moment von diesem Rechner hier nichts hochladen.

Noch 42 Tage

Und wieder acht Striche an die Wand gemalt. Noch 42 Tage. Ich packe nach wie vor das Boot und meine Seesäcke und Pelicases zusammen. Sogar das „Erste Hilfe“ und Medikamentenkit ist nun vollständig, was allein neun Kilogramm auf die Goldwage bringt. Das macht dann genau 4,15 € pro Feinunze – auch nicht schlecht. Ob ich das ohne die erfahrenen Mediziner und die extrem achtsamen Helferinnen der Apotheke überhaupt zusammenbekommen hätte? Nein, natürlich nicht! Dankeschön!

Und da stehe ich nun vor 230 Kilogramm an Lebensmitteln, die ich ebenfalls einpacken muss. Die Hände vorm Gesicht zusammengeschlagen. „Wie soll ich das nur alles in Boot bekommen?“. Allein 60 Kilogramm an gefriertrockneten Menüs vom Outdoorfoodshop. 450 Stück. Und dazu müssen 140 Day-Packs eingetütet werden. Einer pro Tag – gefüllt mit Schokolade, Cerealen-Riegel, Trockenfleisch, Vitamine, Bonbons und Pastillen, Nüsse, Trockenfrüchte, TEE … und einem Brief zum lesen (jedenfalls glaube ich fest daran, dass jemand noch welche schreibt!) Besondere Aufmerksamkeit bekommen die Tüten für Weihnachten, Silvester und die Geburtstage der Familie, die ich nicht mitfeiern kann. So gibt es im Moment nicht viel zu erzählen … es wäre besser euch einzuladen, damit ihr alle mithelfen könntet. Aber wird schon.

Am … -ohje, wann war das noch- ah … am Mittwoch war das SWR Fernsehen hier und hat gefilmt. Der Beitrag lief am gleichen Abend, und ich muss gestehen, ich habe ihn noch nicht wirklich gesehen. Die folgenden Sendetermine, auch bei den anderen Sendern, gibt es dann wie gewohnt wieder auf Facebook, da ich meist unterwegs bin und nicht immer blogen kann, wo ich sie kurzfristig erfahre.

Gut, ich lasse dann mal wieder Bilder sprechen. Heute haben Sie, so denke ich, eine besondere „Anziehungskraft“.

PS: Die Website hat ein letztes großes Make-over erfahren heute. Sollten euch noch gröbere Fehler auffallen, sollte etwas essentiell Wichtges fehlen oder nicht funktionieren – bitte gebt mir bescheid, noch kann ich die Seiten editieren. Dankeschön.
Entry only available in german …

Ein Projekt kommt ins Rollen

Wie Ihr auf Facebook schon verfolgen konntet, ist diese Woche wieder eine ganze Menge am Boot passiert. Ich schrieb bereits, dass ich große Probleme mit den Standard-Kugellagern und Rollen am Rollsitz habe, und mich auf der Suche nach Alternativen befand. Die Anforderung an die Lager und Rollen sind natürlich extrem. Tausende Kilometer, monatelang, ständig von aggressivstem Salzwasser überspült – kein System hatte sich bisher wirklich bewährt. Den meisten Lagern konnte man beim Dahinrosten und Zerfallen zusehen. Selbst nichtrostende Titan- oder Keramiklager versagen in der Vergangenheit kläglich unter der harten Belastung. Was also tun? Es existierte nur eine Lösung, die auch unter dem Gesichtspunkt des Gesamtgewichtes wirklich in Frage kam – eine ungemein aufwendige: hochspezielle Industrielager, die einzig für diese Anforderung gefertigt werden. Aber woher nehmen bei solch‘ knappem Projektbudget? Einzelentwicklung und Anfertigung – das bedeutet Prototypen müssten entwickelt, Versuchsreihen gefahren werden. Nein, unmöglich. Und ich ahnte schon das Boot komplett mit Ersatzlagern und Rollen befüllen zu müssen. Nehme ich halt noch 10 Kilo ab vorher, und plane 30 Tage zusätzlich für den ständigen Austausch der Lager bei hohem Wellengang ein 😉 Aber ok – Nicht wirklich ganz so witzig, natürlich.

Vor wenigen Tagen dann die Überraschung: Eine Firma, die eben genau solche Lager entwickelt und das entsprechende Know-How und Material besitzt, war bereit die ungewöhnliche Herausforderung anzunehmen. Man vereinbarte einen schnellen Termin, und das Team wollten sogar extra aus Dortmund nach Speyer zu kommen, um direkt am Boot den Sachverhalt zu besprechen. Das ist eine Fahrtstrecke von fast 700 Tageskilometern – ich war natürlich sprachlos! Gestern war es dann soweit. Und tatsächlich: Punkt zwölf Uhr stand die Firma LFD Wälzlager GmbH bei mir am Boot. Wow!

Es wurde gefachsimpelt, beraten und, ganz ehrlich, auch viel gelacht. Offensichtlich verfügt das Unternehmen nicht nur über die notwendige Erfahrung, sondern hat auch richtig Spaß an dem Projekt. Perfekt! Das passt einfach!

Mein kompletter Rudersitz liegt jetzt im Labor. Die alten Lager werden genau untersucht. Und am Ende bedeutet das: Es wird eine individuelle, hochspezielle Lösung entwickelt. Keine Standard-Lager und Rollen – keine Kompromisse. Seid gespannt auf das Ergebnis! Und vielen Dank an das Team von LFD für dieses enorme Engagement! Ohne Experten wie euch wäre ich beim Material aufgeschmissen – das muss eben auch mal gesagt werden! Nichts an diesem Projekt lässt sich mal ebenso erledigen, völlig klar. Und alles an diesem Projekt ist eine Herausforderung und ein „Spezialfall“. Ich akzeptiere hier aber auch meine Grenzen in den Fachbereichen, und bin daher wirklich sehr glücklich darum, dass ich mir gerade dann ob der Unterstützung so vieler Experten und Unternehmen in diesem Projekt sicher sein kann, wo ich diese erreiche. Keine Experimente, keine Selbstüberschätzung! „Very german“ – wie man mir jetzt immer wieder nachsagt. Na dann 🙂

Alle Matten, Schlafsäcke, Decken und Kissen von Lestra sind nun auch im Boot. Und das Kojensegel wird gerade von der Seilerei Pohle gefertigt. Sieht also ganz danach aus, dass ich jetzt regelmässig im neuen Boot übernachten werde. Das Team von Bergzeit organsiert mir noch zwei brandneue Jetboil Kocher – also kann ich eigentlich gleich ganz einziehen, oder?

Ach, und im aktuellen Rudermagazin ist soeben ein schöner Artikel über das Projekt erschienen – schaut mal ob Ihr die Zeitschrift irgendwo auftreiben könnt. So, dass waren die News.