Warten auf 20 Meter Wellen?

Noch immer stecke ich hier fest. Buoyweather überraschte mich gerade mit einer neuen Vorhersage über 20 Meter hohe Wellen für morgen. Und das bei 9 Sekunden Periode. Ich hätte kurz gezweifelt, wenn nicht erst vor wenigen Wochen hier der Surfrekord auf 30 Meter Wellen aufgestellt worden wäre. Aber trotzdem: 20 Meter? Morgen? Die Wetterkarten geben das nicht wirklich wieder. Also doch nur ein Bug?

Im Moment gewittert und regnet es. Sturm für die Nacht mit Spitzen von Windstärke 9 bis 10 (bis 90km/h) ist nicht ganz unwahrscheinlich – aber für Morgen schaut es auf den Wetterkarten doch ganz gut aus. Auch der Deutsche Wetterdienst bestätigte mir das. Zumindest keine 20 Meter Wellen. Wind sollte auf NE bis E drehen. Wobei E schon riskant wäre. Ich setze all meine Hoffnung auf morgen – ich will hier weg! Wenn es in 18 Stunden nicht besser wird, habe ich wirklich ein Problem, da ich dann vorerst nicht mehr mit Ebbe im Tageslicht auslaufen kann. Und nachts raus bei E/NE ist natürlich alles anderes als ungefährlich. In 12 Stunden wissen wir mehr.

Nun denn: http://www.youtube.com/watch?v=0X7d9hMVJWQ

Noch 42 Tage

Und wieder acht Striche an die Wand gemalt. Noch 42 Tage. Ich packe nach wie vor das Boot und meine Seesäcke und Pelicases zusammen. Sogar das „Erste Hilfe“ und Medikamentenkit ist nun vollständig, was allein neun Kilogramm auf die Goldwage bringt. Das macht dann genau 4,15 € pro Feinunze – auch nicht schlecht. Ob ich das ohne die erfahrenen Mediziner und die extrem achtsamen Helferinnen der Apotheke überhaupt zusammenbekommen hätte? Nein, natürlich nicht! Dankeschön!

Und da stehe ich nun vor 230 Kilogramm an Lebensmitteln, die ich ebenfalls einpacken muss. Die Hände vorm Gesicht zusammengeschlagen. „Wie soll ich das nur alles in Boot bekommen?“. Allein 60 Kilogramm an gefriertrockneten Menüs vom Outdoorfoodshop. 450 Stück. Und dazu müssen 140 Day-Packs eingetütet werden. Einer pro Tag – gefüllt mit Schokolade, Cerealen-Riegel, Trockenfleisch, Vitamine, Bonbons und Pastillen, Nüsse, Trockenfrüchte, TEE … und einem Brief zum lesen (jedenfalls glaube ich fest daran, dass jemand noch welche schreibt!) Besondere Aufmerksamkeit bekommen die Tüten für Weihnachten, Silvester und die Geburtstage der Familie, die ich nicht mitfeiern kann. So gibt es im Moment nicht viel zu erzählen … es wäre besser euch einzuladen, damit ihr alle mithelfen könntet. Aber wird schon.

Am … -ohje, wann war das noch- ah … am Mittwoch war das SWR Fernsehen hier und hat gefilmt. Der Beitrag lief am gleichen Abend, und ich muss gestehen, ich habe ihn noch nicht wirklich gesehen. Die folgenden Sendetermine, auch bei den anderen Sendern, gibt es dann wie gewohnt wieder auf Facebook, da ich meist unterwegs bin und nicht immer blogen kann, wo ich sie kurzfristig erfahre.

Gut, ich lasse dann mal wieder Bilder sprechen. Heute haben Sie, so denke ich, eine besondere „Anziehungskraft“.

PS: Die Website hat ein letztes großes Make-over erfahren heute. Sollten euch noch gröbere Fehler auffallen, sollte etwas essentiell Wichtges fehlen oder nicht funktionieren – bitte gebt mir bescheid, noch kann ich die Seiten editieren. Dankeschön.
Entry only available in german …

Noch 50 Tage

Noch fünfzig Tage bis zum Start. Und erst gestern noch, so kommt es mir vor, waren es hundert. Aber dann wäre ja morgen … Ok, lassen wir das. Habe meine schnellsten Meilenstiefel angezogen und die Brille mit den Tunnelblick auf die Nase gesetzt. Erste gute Nachricht: Das Boot ist fertig! Einzig der Entsalzer bekommt einen finalen Service und Check bei Katadyn, aber ansonsten sind alle Schrauben festgezogen und mit Sicherungslack beträufelt. Zeit zum Packen also. Und das ist wirklich eine ganz andere Herausforderung. Mehr als 200 Kilogramm an Lebensmitteln, unzählige Medikamente, Tauwerk, Werkzeuge, Schrauben und sogar ganze vier Shirts und zwei paar Schuhe für bis zu 140 Tage. Fast schon dekadent! Es ist nicht wirklich einfach das angestrebte Endgewicht zu erreichen, und auch wo drei Shirts reichen, und das vierte nach einer Stunde im Wasser genauso verdreckt sein wird wie die anderen drei – es ist ein Kampf um jedes Gramm, und ab und verliere ich eben auch … und muss an anderer Stelle gewinnen.

Anderes:

  • Das offizielle Flaggenzertifikat wurde erteilt. Bin wohl nun das einzige Ruderboot in Deutschland unter offizieller deutscher Flagge. Ganz lieben Dank an das unglaublich nette Team vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie [1] in Hamburg.
  • Auch wenn das neue Iridium 9575 noch nicht lieferbar ist (Daumen drücken!), läuft die Kommunikation nun jedenfalls komplett über das spätere Backup-Telefon. Ich kann ohne Computer „Tweeten“ und „Facebooken“ – Blogeinträge schreibe ich auf dem Toughbook und schicke sie per Mail. Damit solltet Ihr also während der Überfahrt gut informiert werden. Ich gebe mir wirklich Mühe! Abonniert bitte Twitter (oder noch besser Facebook), da ich häufiger Statusupdates schreiben möchte, als ich Blogen kann. Ein einziger Twitter und Facebookeintrag kostet mich mindestens 1,35$ – also hoffe ich wirklich, dass Ihr mir auch alle treu bleibt 🙂
  • Dank UUPlus habe ich jetzt auch kostenlosen Zugang zu einem Mail-Kompressionsserver über Satellit. Bei extremen Latenzproblemen über Iridium und bei der aberwitzigen Bandbreite von nur 2400 Byte pro Sekunde, ist UUPlus meine Rettung. Somit sollte es auch möglich sein mal kleine Bilder hier und da in den Blog zu stellen. Erwartet bitte keine Megapixel-Wunder – aber ich versuche alles.

Only fifty days left! Yesterday, as far i remember, i had one hundred. So tomorrow actually should be … well. I jumped in my fastest mile-boats, wear the glasses with the nice tunnel vision on my nose. The boat is ready – now i have to clean and disinfect the lockers and have to get all the stuff into. Only the watermaker is missing, has a final check at Katadyn. More then 200 Kilogram of food, hundreds of medicaments, ropes, tools and screws … and even 4 shirts and 2 pairs of shoes, for 140 days. Luxary! It’s hard to reach the intended starting weight, i loose my fights with he gear here and there. I know three shirts might be enough, and the fourth one will smell like the other ones just one hour after getting it out of the waterproof sea bags. I lost here, and have to win the other fights. Maybe less pictures and the smaller sleeping bag?!

Other stuff:

  • Got my official flag certificate. The first rowing boat under german flag? Seems so!
  • Still wait for the new Iridium 9575 phone, which is not available yet. Fingers crossed please! But satellite communication is already running over my determinded backup phone. Be sure you follow me on Twitter and Facebook!
  • Thanks to UUPlus i have access to an E-Mail compression service now. A huge benefit for sending emails and, surprise!, pictures! Do not expect high resolution content every day, but a small picture here and there seems possible.

Schaulauf

Hier noch ein paar nachträgliche Bilder vom Drehtag, die mich heute erreichten. Gefilmt wurde, natürlich!, am heißesten Tag des Jahres … war ja klar. Die leichte Schlagseite an Steuerbord sei der fehlenden Rettungsinsel an diesem Tag geschuldet – ich schwöre aber, es waren wirklich genug rettende Boote dabei 🙂

The blog is available in german, but due to the increasing interests, we are going to translate all content at the moment. Please come back again soon.

Die neue Welle

Eine tolle Woche? Mein Trainingszeitplan geriet gehörig ins Wanken, als unvorhersehbare, menschgemachte Probleme am Horizont auftauchten. Harte Entscheidungen standen an: Warten, aussitzen und darauf hoffen dass das versprochene Wunder noch passiert – oder durchatmen, Anlaufen nehmen und vom falschen Zug abspringen. Nur nicht gegen die Fahrtrichtung – obacht! Nicht dass es einem noch den Boden unter den Füssen wegzieht und man unter die Räder gerät. Aber eines habe ich ja gelernt: Aussitzen und nichts tun, gar keine Entscheidung treffen, ist am Ende meist die schlechteste Option. Naja, ich habe nun aufgeräumt und mir Sicherheit erkauft. Richtig, richtig teuer erkauft. Mist! Aber das Einzige was zählt ist, dass das Boot optimal ausgerüstet ist und im Dezember sicher in Portugal im Wasser liegt. Das wird es – also ist alles andere sowieso nur Wegzehrung.

Nun, diese letzten Zeilen waren der Anfang des ursprünglichen Blogeintrages, der da seit letztem Wochenende hier herumdümpelte und auf Fertigstellung hoffte. Wurde aber nix, da der Wind drehte und plötzlich mir die positiven Neuigkeiten nur so ins Gesicht blies. Achterbahn mal wieder – ihr kennt das ja schon. Weiß gar nicht wo ich anfangen soll. Am Besten ich teile den Blogeintrag und mache zwei daraus. Also …

Das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) wird eine umfangreiche Reportage über mein Projekt drehen. Sie begleiten mich nun durch die Vorbereitung, an die Startlinie und holen mich in Antigua ab. Das Boot bekommt ein kameratechnisches Make-over und ihr dürft auf das Resultat gespannt sein. Ich habe eine Menge Anfragen aus den Medien und arbeite an konkreten Projekten – dieses hier ist nun das erste einer Welle die ich endlich mit euch teilen darf. Ich finde es sehr spannend – bin aber auch reichlich nervös. Muss da erstmal reinwachsen. Ich gebe zu: ich bin sehr stolz, aber auch schrecklich aufgeregt *lacht* Aber wird schon. Muss!

Dann habe ich zusammen mit Michael Blümel vom Outdoorfoodshop meine Liste für die gefriertrockneten Hauptmahlzeiten und Desserts abgestimmt. 120 Tage = 300 Menüs, 150 Desserts sowie eine ganze Menge an spezieller Nahrung. Dazu werde ich euch aber einen separaten und ausführlichen Blogeintrag schreiben – Ihr werdet staunen was ich alles an Nahrung mitnehme! 8000kcal am Tag, ihr erinnert euch. Jetzt bin ich erst mal gespannt, wo ich überhaupt genug Platz finde um die ganzen Tagesrationen zu packen. Energie- und Proteinriegel fehlen noch … mein

Auch mein Equipment von Waeco ist angekommen. Vor allem ein neues spezielles Ladegerät für hochwertige AGM Batterien tat dringend Not. Meine alten Batterien von 2007 waren so sulfatiert, dass sie am Ende einen dicken Bauch bekommen hatten. Da ich dies erst nachts bemerkte, und direkt mit der Schlafmatte darüber lag, musste ich im Halbdunkel einer Taschenlampe die 32 Kilogramm schweren Batterien ausbauen und umverkabeln. So lernt man auch sein Boot kennen. Aber dank neuer Lifeline Leihbatterien von Setronic und dem Landgerät von Waeco kann ich endlich wieder unbesorgt schlafen und jetzt erstmal weiter an der Elektronik schrauben. Im Dezember starte ich dann natürlich mit neuen Batterien durch – wenn mein Budget dass noch zulässt *g. Ach, und außerdem gab’s noch einen neuen Sinus-Wechselrichter, der 12 Volt in 230 Volt wandelt und eine, ja lacht nur!, kleine, sparsame mobile Kühlbox (Bilder im Anhang)

Und wo wir schon bei Batterien sind: Mörer, mein tatkräftiger Ausrüster im Schiffselektronikbereich, hat mir auch gleich mit einem neuen Batteriemonitor aus der Patsche geholfen. Ein Messgerät, welches es mir ermöglich den exakten Ladestand der Batterien abzuschätzen. Gar nicht so einfach wie man meint. Das Gerät misst über sogenannte Mess-Shunts in beiden Batterie-Stromkreisen den entnommenen und von den 210 Watt SOLARA Panels zugeführten Strom, und weiß so zu jeder Zeit was noch an Restenergie in den Zellen schlummert. Für mich natürlich enorm wichtig zu wissen.

Sehr gute Neuigkeiten auch für meine Haut! Ihr wisst ja dass die UV Strahlungs-Belastung auf See weitaus höher ist als an Land. Und in den Breiten in denen ich rudere (ja fast am Äquator) ist Hautschutz dann natürlich ein ganz, ganz großes Thema. Lang habe ich überlegt, habe mich mit vielen Extrem-Wassersportlern beraten. Ich bin ständig nass vom Meerwasser, schwitze, rudere 12 Stunden in der prallen Sonne. Die Lösung: Ultrasun – Sonnenschutzprodukte die auch für so eine Herausforderung geeignet sind. Die gute Nachricht: Ultrasun wird mich nun bei dem Projekt unterstützen und mir die Produkte zur Verfügung stellen. Und ja, das ist eine ganze Menge für 4 bis 5 Monate auf hoher See. Lieben Dank dafür!

Ganz tolle Neuigkeiten auch für meine Ohren: Mit Audible konnten ich das weltweit größte Internetportal für den Download von Hörbüchern als Ausrüster gewinnen. Audible.de stellt mir alle für die Überquerung benötigten Hörbücher zur Verfügung. Ich rudere 12 Stunden am Tag, das 120 mal – ja dann, jetzt benötige ich noch einen Sponsor für größere iPods. Nein, war kein Scherz *lacht* Ich werde ca. 60 oder 70 Hörbücher mitnehmen. Nicht nur zum Spaß – aber auch. Der Reizentzug und die körperliche Erschöpfung sind ein gefährliches Paar. Musik und Hörbücher sind die einzigen Waffen um nicht verrückt zu werden. Und das meine ich vollen Ernstes.

Sooo. Damit ich zukünftige Probleme am Horizont nun schneller entdecken kann, habe ich mir auch hier Unterstützung ins Boot geholt. Ich bekomme ein hochwertiges und zuverlässiges Marine-Fernglas von Steiner. Natürlich unverzichtbar für mich. Alles technische Equipment zur Kollisionsverhütung an Bord ist schön und gut – aber wenn der Kaptain des Öltankers sein AIS oder Radar ausgeschaltet hat, dann hilft es nicht weiter. Daher muss ich auch alle zwei Stunden raus und den Horizont absuchen. Von wegen durchschlafen!

Aber gut … genug für heute. Mehr heiße News täglich auf Facebook und Twitter.

Ultra Rapid Cycling

Achtzig Prozent meiner Energie verzehrt die Vorbereitung, nur 20 Prozent am Ende die Überquerung selbst. Aber wer glaubt mir das schon?! Das extreme Auf und Ab in der Vorbereitung kann ach so unbeschreiblich zermürbend sein. Und dabei glauben doch die Meisten, solch‘ ein ungewöhnliches, aufsehenerregendes Projekt entwickelt sich zwangsläufig zum Selbstläufer – die Vorbereitung: alles nur Spaß und ein elektrisierendes Vorspiel. Aber kaum jemand, der so ein Projekt vorantreibt, traut sich ehrlich über Niederlagen und Enttäuschungen zu schreiben. Wen wundert es also. Sollte ich das ändern? Ich finde Ja!

Der Tag gestern war eine Katastrophe. Seit Längerem warte ich noch auf die Rückmeldungen von einigen wenigen großen Unternehmen, die Interesse an einer Zusammenarbeit aufgezeigt hatten. Erwartungsvoll klang es meist, und in einigen Fällen -und das ist wirklich bitter- bekam ich bereits eine feste Zusage (gefolgt von längerem Schweigen). Kein Grund aber zu drängeln, so dachte ich. Ein Wort ist ja ein Wort, nicht wahr? Und wo man sich dann darauf verlässt, alternative Angebote ablehnt (man will ja fair miteinander umgehen und niemanden „zappeln lassen“) da kratzt es dann schon an der Seele, wo sich plötzlich die überraschende Absage präsentiert. Und ich rede hier nicht davon dass ich mir etwas erhoffte, nein, in 50% der Fälle hatte ich wirklich die Hand darauf bekommen. „Alles kein Problem, wir machen das!“ Am Ende aber übernimmt man sich, oder hält gar nicht die Entscheidungsgewalt inne um so eine Zusage treffen zu dürfen. Kann ich das ahnen? Dann duckt man sich weg und hofft Frau Jakait hat längst eine andere Firma im Boot.

Das Projekt geht davon nicht unter, solche Niederlagen gehören dazu, kosten aber Zeit und Energie. Und sie tun trotzdem weh. Vor allem wenn sie in einer derartig hohen Absagedichte an einem Tag aufschlagen. Was aber nun zuerst einmal darin begründet liegt, dass ich natürlich gestern im großen Umfang auf eine Rückmeldung drängte. Nein, das ist nicht die Regel – zu 90% kann ich mich auf Zusagen blind verlassen – aber es gibt sie eben, diese Tage und Unternehmen. Und ganz abprallen lassen, nein, das kann niemand. Zu oft habe ich das bei anderen Projekten miterleben dürfen. „Nimm’s nicht persönlich!“ … jaja, ich weiß.

Nun, der Tag war eigentlich für mich gelaufen. Ich war enttäuscht, da man sich oft auch im Menschen geirrt hatte. Ein gutes Gefühl, Empathie, die ganze Vertrauenskiste eben. Ein einfaches Nein wäre so unkompliziert gewesen. Aber Zusagen werden getroffen … und wenn es auch manchmal nur ein: „Wir melden uns in Kürze und sehen dann weiter“ war. Einfache Absprachen, Rückrufe … solche Dinge eben. Wo dann noch Equipment fest zugesagt! wurde, nun ja.

Am Ende waren es sechs große Absagen gestern. Davon waren drei besonders enttäuschend, da ich, wie erwähnt, bereits eine feste Zusage erhielt. Der Rest? Gut, da habe ich viel gehofft und alles klang sehr positiv. Ganz klar: Mein Fehler. Aber die Lektion lernt man zwangsläufig und kann damit irgendwann sehr gut umgehen.

Also gilt wieder einmal folgendes: Meldet sich jemand nicht wie versprochen nach einem Meeting, und passiert das ein zweites mal, dann stehen die Chancen gut darum, dass man einem Heißluftballon aufgesessen und etwas zu hoch mitgeflogen ist. Um das zu verhindern, um nachteilige Konsequenzen zu vermeiden, bleibt nur eines: Zügig nachhaken, nicht lockerlassen und im Zweifelsfall auch zügig wieder abspringen. Klingt grausam, aber wer den Rattenschwarz erahnt, der an solchen Zusagen hängen kann, der hat mir womöglich sowieso schon längst eine Email geschrieben – „Janice, sei nicht immer so nett!“

Ich lag da, schüttele mit dem Kopf und ärgere mich wirklich mal wieder so richtig über mich selbst. Zweifle ein wenig an meiner Menschenkenntnis und, klar, fühle mich verletzt. Menschlein eben.

Und dann macht es *klick*. Die Post steht vor der Tür und meine neuer EasyTRX2 AIS Transponder von Weatherdock ist da. Das Email Postfach beginnt zu blinken, und bigHead aus England gibt mir das Ok für das Sponsoring. Das Paket ist bereits auf dem Weg! Wieder klingelt es an der Tür und die hochspezielle Feuchtigskeits-Barriere-Creme von Casa Castile aus Afrika ist da. Das Telefon klingelt, ein Unternehmen hat mich im Netz gefunden, möchte helfen. Und Avirow schickt mir die Bestätigung, dass meine neuen Spezial-Karbonruder auf dem Weg nach Deutschland sind. 3M schnürt ein neues Paket und … ach, so vieles, was ich noch nicht verraten darf. Nun sitze ich hier, schüttle wieder mit dem Kopf und ärgere mich darüber, dass ich den Tag gestern nicht einfach abhaken konnte. Ich wusste es ja besser. Naja, Menschlein eben.

Und nun? Alles wie bisher! Projekt auf Kurs. Ersatz wird sich finden, Energie habe ich genug. Niederlagen gehören dazu. Wie Marcus heute so schön schrieb: „Umwege erhöhen die Ortskenntnis“. In diesem Sinne: Ich weiß wo ich hin will, alles andere findet sich!