Ich muss verrückt sein!

Ja, ich muss verrückt sein. Wirklich verrückt! Denn: Jetzt macht mir dieser Höllenritt plötzlich auch noch Spaß! Die Anzahl der potentiell gefährlichen Tanker und Frachter hat sich heute dramatisch reduziert, womit ich endlich mal zum Schlafen komme, und nicht dauernd vom Kolliosionsalarm hochgerissen werde. Auch muss ich langsam sowieso Strom sparen, da ich im Verkehrstrennungsgebiet alle Geschütze hochgefahren hatte (Radardeflektor, AIS, Plotter, Funk, Satphone, sämtliche Sensoren zur Kursbestimmung, Positionslichter). Mittlerweile bin ich aber schon so relaxt, dass ich genug Zeit finde um noch die Kameras hochzufahren. (Siehe Positionsseite). Das sind aber auch Giganten! Wenn die teilweise in 0,5 bis 1 Seemeile(n) nachts kreuzen, dann entspricht das schon fast der Schiffslänge. Gestern Nacht kreuzte ich das Fahrwasser der Oceanic Fähre. Schick, Schick! – keine Ahnung wie dieses Schiff am Tag ausschaut, aber in der Nacht eine Lichtersensation. Ein Tannenbaum auf dem Ozean.

Fast immer wo ich um Kurskorrektur bete, bekomme ich die gleiche Antwort: „Rowing boat? .. You need help?“ – alternativ gibt es dann noch die Option, dass gar keiner antwortet – Schlafen die dann auf der Brücke? Naja, Ohne AIS und meinen EasyTRX2 wäre ich wirklich aufgeschmissen gewesen. Das war zwar alles etwas anders geplant mit der Route, aber der Wind machte mir einen Strich durch die Rechnung – ich musste also da durch.

Nächste gute Nachricht: Ich kann endlich wieder etwas essen! Bin wieder seefest. Das war aber auch ein Desaster mit der aufgewühlten See. Das Obst wird langsam fleckig, also hab ich heute ordenlich hingelangt: Eine ganze Ananas, 5 Bananen, 5 Orangen, 4 Äpfel. Zum Abendbrot Pasta vom Outdoorfoodshop, yummi! Morgen köpfe ich den Serrano Schinken 🙂 Was weg muss, muss weg!

Heute endlich hohe laaaaaange Wellen. Drei bis 4 Meter, ein Traum! Sturmwarnung für Mittwoch wurde aufgehoben, womit ich darauf hoffen darf, dass es erstmal so bleibt, und ich gut vorankomme. Ca. 100 Seemeilen in 3 Tagen, mit einem über eine Tonne schwerem Ruderboot – also ich bin erstmal ganz zufrieden. Trotzdem, jetzt muss ich wieder raus. Nächste Schicht, Nachtschicht. Der Wind pfeift schon nach mir,

Also, alles in Ordnung. Das Tippen ist wirklich schwierig in dem Schaukelboot, hoffe also man kann den Text trotzdem lesen. Bis bald.

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