Verschenke dich nicht!

Dein Kämpfen und Ringen,
dein Stöhnen und Klagen,
dein Scheitern und Verzagen…
interessieren nahezu keinen;
den meisten ist das zu anstrengend.
Aber warte ab, wenn du etwas findest
und teilst, was ihnen nützlich ist,
dann nennen sie dich einen Helden
und deinen Weg einen Heldenweg.
Und deine Erfahrung ist nur eine
weitere leichte Trophäe, die sie sich
in ihren Schrank stellen können.
Verschenke dich, deine Gefühle,
deine Gedanken und deine Zeit
nicht an jeden! Jede deiner
Erfahrungen ist der ganze
Weg… und ist alles, was
du wirklich bist

Öffne mich!

Ich glaub das noch nicht.
Ich begreif das noch nicht.
Ich verdien das noch nicht.
Ich kann das noch nicht.
Machs kleiner,
es ist zu groß!
Nein, warte!
Öffne mich weiter,
nur ein Stück noch,
im Zweifel, zerreiß mich,
das halt ich schon aus!
Dann gehts bestimmt.
Danke!

 

Kommentar darauf:

Ich glaube das.
Ich begreife das.
Ich verdiene das.
Ich kann das.
Machs gross.
Hau rein!
Ich BIN gross.
D a n k e

Ich bete

Ich bete.
Bitte, bitte lass es wahr sein!
Ich bete.
Vergib mir meine Dummheit im Leben.
Ich bete.
Ja, ja, ja… große Dummheit oft, ja.
Ich bete.
Ich sehe nun erst wieder, was ich bekam immer.
Ich bete.
Ja, ich bin ein Idiot oft, aber du siehst auch, dass ich wie ein Hund darum kämpfe, alles richtig zu machen und ein guter Mensch zu sein, ja?
Ich bete.
Ja okay, ich habe viel geredet. Zu viel.
Ich bete.
Gott, was bist du fies manchmal.
Ich bete.
Und stur wie ein Bock!
Ich bete.
Sorry!
Ich bete.
Und ich denke, dass Beten Unsinn ist. Das wissen wir Beide. Weil ich denke dass ich weiss, wer und was du bist …
Ich bete.
Entschuldige bitte auch die beide Gedanken eben.
Ich bete.
Ich habe nie richtig gebetet, weil es nie von Herzen kam und mir zu leichtfertig erschien, das war gut, oder? Haste gesehen, ja?
Ich bete.
Bitte, bitte lass es wahr sein. Bitte lass mich dieser eine Mensch sein, lass mich genug sein.
Ich bete.
Ich habe wirklich lange nach mir gesucht und wage vorsichtig daran zu glauben, dass ich es wirklich verdiene auch. Es ist halt so fucking groß, und ich bin halt so fucking klein!
Ich bete.
Ich vermassle es nicht. Diesmal wirklich. Und ich bin mutig genug!
Ich bete.
Diesmal wirklich, echt wirklich!
Ich bete.
Fuck, jaaaa!, ich bin egostisch hier. Habs gemerkt.
Ich bete.
Dann bete ich für uns eben.
Ich bete.
Ich weiss dass es wahr ist. Bitte lass uns auch daran glauben. Denn nur was wir wirklich glauben, kann wahr sein.
Ich bete.
Natürlich, ich sehe grad an jeder Ecke, wie deine kuriosen, wundersamen „Zufälle“ die Fäden spinnen. Das kann sich ja kein Mensch ausdenken. Ich sehe es ja. Darum dachte ich, sage ich halt mal Danke wenigstens auch. Offensichtlich siehst du doch das größere Bild, als ich. Daher will ich dir auch verzeihen, dass ich diesen schweren Weg bekam.
Ich bete.
Und ja, du hast Recht. Ich bete auch für alle anderen. Besonders für die, die mich hierher geführt und begleitet haben und denen ich manchmal leider auch weh tat. Vielleicht kannst du mal mit nach ihnen schauen. Besonders im Moment wäre das wirklich gut.
Ich bete.
Und grüß Oma und Opa bitte. Ich hoffe sie fühlen sich langsam Zuhause bei dir.
Ich bete.
Ach, und es tut mir leid was ich damals auf dem Ozean zu dir gesagt habe. Und dass ich dich so angeschrien habe. Ich hasse dich nicht und trete dir auch nicht den Arsch wenn wir uns wiedersehen. Ich war halt sauer.
Ich bete.
Bitte hilf uns alles richtig zu machen jetzt und nicht vor der Angst zu kapitulieren. Danke!
Ich bete. Neudings.

Wahre Größe

Was, wenn du einfach nur Angst davor hast,
jemandem wirklich auf Augenhöhe
und auf Herzhöhe zu begegnen?
Was, wenn deine Mauern dann komplett
einstürzen würden, und deine vermeintliche Größe
überhaupt keine Größe mehr ist?
Was, wenn sich die Demut vor dir selbst,
vor einem anderen oder der Schöpfung
hinter einer derart großen Angst
nur verbirgt, und du dich eigentlich klein,
hilflos und nackt fühlst; verletzbar eben?
Was tust du dann?
Bleibst du in diesem Feuer stehen
und lässt dich verbrennen?
Hast du die wahre Größe, das auszuhalten,
bis nichts mehr von dir übrig ist,
als deine Wahrhaftigkeit?
Bist du bereit dazu?

Überfüllt von Gefühlen

Wenn du überfüllt bist von Gefühlen,
und unentwegt nur noch damit beschäftigt,
alle deine Ventile zu bespielen, –
als ob du ein Druckkochtopf wärest,
den es jeden Moment zerfetzen könnte, –
dann ist dein Herz dennoch irgendwann gar.
Und dann? Lässt du es verkochen?
Du hast so viel hinter dir!
Hast dich in kühle Meere geworfen,
und durch glutheiße Wüsten geschleppt,
nur damit du diesen Druck und
diese Hitze regulieren kannst
oder nicht mehr in dir spüren musst.
Aber in dir kocht es weiter!
Und was, wenn da einer kommt
und deinen Deckel abnehmen will,
um hineinzuschauen,
um nach deinem Herzen zu sehn?
Was, wenn dich einer wirklich berührt
und dich auch nur einen
winzigen Spalt weit zu öffnen vermag?
In welches Meer willst du dann tauchen?
In welcher Wüste dich vergraben?

Und was bringt das noch?

Nur Zeit …

Von allem trennt uns doch nur die Zeit.
So wie in der Ewigkeit,
findet auch im Augenblick alles zusammen.
Was uns trennt sind nur Geschichten,
die sich erzählen, wenn die Nadel
in einer Rille aufsetzt,
und sich die Zeit zu drehen beginnt.
Mal vorwärts. Mal rückwärts.
Erwartungen. Erinnerungen.
Bis der Tonarm sich wieder hebt,
und im Moment der Stille
alle Zukunft und Vergangenheit,
jedes Du und Ich, und alle Geschichten
nur mehr ein gemeinsames Schweigen sind.

Liebe, immer wieder Liebe

Was nützt dir das größte Haus, wenn dich niemand wehmütig verabschiedet, wenn du zur Tür hinaus gehst, und dich keiner mit einem Lächeln empfängt, wenn du zurückkehrst? Was bringt dir das schnellste Auto, wenn es dich nur schnell an Orte bringt, aber nicht tiefer in dein Herz? Was bringen dir Blumen, die keiner für dich gepflückt hat? Was willst du mit Diamanten, wenn dich niemand anstrahlt? Was ist das für ein Leben, wenn du keinen Menschen liebst; dich selbst nicht, und keinen anderen!



Ein Augenblick nur,
und wir haben alles gesehen.
Ein Schweigen zwischen den Worten,
und wir haben alles verstanden.
Ein einziger Herzschlag,
und wir haben alles gefühlt.
Wir haben gelächelt,
und das war alles.

– janice jakait
 

Im rechten Licht

Die Menschen drehen sich zumeist nur um sich selbst und spielen ihre kleinen Spielchen mit dir; unbewusst oder gar mit voller Absicht. Dann sagen sie dir, dass sie dich mögen oder gar lieben, (nur) weil es ihnen gut mit dir geht oder sie sich viel von dir versprechen. Und dann ist dir ihre Zuwendung erst einmal gewiss, und sie schenken dir all ihre Zeit und überhäufen dich mit Aufmerksamkeiten und Versprechungen; weil sie sich selbst großartig dabei fühlen und dich mit deinen Sehnsüchten verwickeln können. Das nennen sie auch gern Altruismus oder Selbstlosigkeit dann, wo es sie besonders viel kostet. Einige werden auch einfach gern gebraucht und lassen dich immer bedürftiger erscheinen, verstehst du, weil sie sich sonst selbst hilflos, wertlos und bedürftig fühlen.

Die wenigsten Menschen sehen oder fühlen dich wirklich, da wo du stehst. Aber genau die gilt es zu finden, und so ein Mensch solltest du sein: Ein Mensch, der stets mit dem Herzen gut fühlt, sieht und hört, – das Unscheinbare, das Stille, das Echte! Ein Mensch, der sich auch nicht von inszenierten Dramen oder imposanten Feuerwerken im Kopf oder Körper aus seiner emotionalen Mitte reißen und in eine nahezu unentrinnbare Scheinwelt entführen lässt, die den vernünftigsten und klügsten Gedanken stets einen unvernünftigen Schritt voraus eilt; die den Geist in endlosen Gedankenschleifen beschäftigt hält, und die Herz und Körper, die nicht mehr mitkommen, laut stöhnen lässt. Wenn Körper, Geist und Seele nicht mehr im Gleichklang klingen, dann weiß du bald nicht mehr, was du tatsächlich fühlst oder denken sollst, und am Ende weiß du nicht einmal mehr, wer du bist und was du eigentlich willst. Dann zahlst du einen unangemessen hohen Preis, denn dann kostet es dich deinen Frieden mit dir selbst.

Und du bist naiv, wo du dir in deiner Welt auch nicht vorstellen kannst, dass Menschen dich in vollem Bewusstsein sogar belügen, manipulieren oder ins Chaos stürzen würden, um sich an deinen Gefühlen und Reaktionen zu berauschen und zu bereichern, damit sie sich selbst spüren können. Die leuchtendsten Menschen sind auch zumeist voller Abgründe, mein Kind, – das möchte ich dir mit auf deinen Lebensweg geben!, – Abgründe, so tief und dunkel, dass sie meist selbst nicht mehr auf den Boden hinabschauen können; dass sie nicht einmal mehr erahnen, was sie aus dieser Tiefe heraus bewirken, und dass ihr Leben und Lieben gar kein Fundament hat. Sei achtsam, höre immer auf diese Stimme in deinem Bauch. Bringe sie niemals mit vermeintlicher Vernunft oder naiver Hoffnung zum Schweigen. Sie ist der einzig rechte Wegweiser, der dich zu Menschen führt, denen du tatsächlich vertrauen kannst; auch weil sie ihre Schatten kennen und integriert haben, weil sie ganz bei sich sind und überhaupt darin erst wirklich bei anderen sein können. Und lerne deine eigenen Schatten kennen, und übernimm Verantwortung dafür! Sie wurden dir in deiner Naivität auch von anderen aufgebürdet. Du musst sie nun tragen, konntest dich nicht immer dagegen wehren. Das ließ sich leider nicht vermeiden. Sei nicht böse auf dich und quäle dich nicht mit endlosen Schuldfragen, – an der Schuld eines anderen hätte auch meist ein anderer Schuld, das führt nirgendwo hin.

Zu wachsen und zu reifen bedeutet Verantwortung zu übernehmen, dich gesund zu verbinden und abzugrenzen und damit aufzuhören, in allem nur das Gute und Schöne zu hoffen und das Böse und Hässliche nicht sehen zu wollen. Diese Naivität musst du zwar aufgeben, aber verliere niemals deine Unschuld, denn dann erblickst du nur noch Abgründe in der Welt. Die Wahrheit ist weder schwarz noch weiß, also gibt acht bei allen Menschen, die kein Grau mehr kennen. Hüte dich vor den weißen Engeln ebenso, wie vor den schwarzen Teufeln. Und versuche selbst kein Engel zu sein, und lass dich auch nicht stellvertretend zum Teufel erklären. Sei einfach ein authentischer Mensch, sei dir deines Lichtes, aber auch all deiner Schatten gewahr. Setzte dich mit dir und diesen Dingen auseinander, – die meisten werden sich selbst und nichts davon jemals verstehen. Trage dein Licht unbeirrt in deine Dunkelheit hinein, dann erscheint auch die Welt um dich herum im rechten Licht. Und dann erkennst du auch ohne Zweifel, was Liebe und Bedingungslosigkeit wirklich bedeuten. Übe dich in Geduld, nimm dir Zeit, um dich und andere Menschen kennenzulernen; lasse dich nicht blenden, beirren oder beschleunigen. Nur die Haltlosigkeit hat es eilig, nur die innere Leere duldet keinen Stillstand. Das Richtige überrollt dich nicht und läuft dir niemals davon. Es schenkt dir stets Klarheit und tiefen Frieden!

**Dinge, die ich meinem Kind mit auf den Lebensweg geben würde … und die ich wünschte auch selbst früher erfahren zu haben.**

Ungezügelte Gefühle

Ich bin 41 Jahre alt, und ich schäme mich nicht dafür, zuzugeben, dass ich erst heute Morgen vollumfänglich begriffen habe, dass man sich für seine Gefühle weder entschuldigen, noch rechtfertigen oder erklären muss. Es mag durchaus sein, dass man sich aus den falschen Gründen so fühlt, dass man Situationen oder das Wirken anderer Menschen falsch einschätzt, dennoch ist jedes Gefühl erst einmal erlaubt. Denn es ist eben da!
Und jedes Gefühl ist richtig, darf gefühlt und ausgedrückt werden; sollte gefühlt und ausgedrückt werden! Denn erst dann geht es und erlaubt überhaupt erst klare und objektive Gedanken.
Welches Handeln und welche Konsequenzen sich aus diesen Gefühlen ergeben, ist dann eine völlig andere Sache, erst da kommen Verantwortung und Vernunft ins Spiel. Aber nicht schon vorher. Jedes Gefühl darf angeschaut und bewertet werden, aber erst dann, wenn es gefühlt wird, nicht vorher, um es zu relativieren oder zu unterdrücken. Leider habe ich das so in der Gesellschaft aber nicht gelernt, stattdessen aber, meine Gefühle stets zu zügeln und zu ersticken. In den meisten Situationen aber
ist dies überhaupt nicht gesund, notwendig oder gar von konkretem Vorteil; jedenfalls nicht für mich. Und ganz ehrlich: eigentlich auch niemals wirklich für andere.

Niemals

Sprenge alle deine Ketten,
mit einem fest entschlossenen Blick.
Dann geh und schließe hinter dir die Türen,
die sich dir niemals ganz öffnen wollten.
Lauf einfach, und blicke nicht mehr zurück.
Wage dich endlich auf den Gipfel
deines allerhöchsten Berges.
Fürchte stets die Tiefe,
aber niemals fürchte die Höhe;
Und steige niemals wieder hinab,
um dich dort unten, in dieser Furcht
in Sicherheit und frei zu wähnen…
Lass dich niemals wieder am Fuße
deines allerhöchsten Berges
von der Angst an Ketten legen.